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News, 16.04.2015
Klimaschutz
Weniger Treibhausgasemissionen in Deutschland
Erstmals seit drei Jahren sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland wieder gesunken. Allerdings ist nur ein Teil des Rückgangs Klimaschutz-Maßnahmen geschuldet.
Umweltbundesamtpräsidentin Krautzberger mahnte u.a. die nach wie vor hohen Braunkohle-Emissionen an.
Umweltbundesamtpräsidentin Krautzberger mahnte u.a. die nach wie vor hohen Braunkohle-Emissionen an.
Wie aus einer Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes (UBA) hervorgeht, wurden im Jahr 2014 in Deutschland 912 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert. Das waren 4,1 Prozent  beziehungsweise 41 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente weniger als 2013 und ist, nachdem der Treibhausgas-Ausstoß zuvor drei Jahre in Folge gestiegen war, der niedrigste Wert seit dem Jahr 2010. Bezogen auf das internationale Referenzjahr 1990 reduzierte sich der Treibhausgas-Ausstoß in Deutschland Angaben des Bundesumweltministeriums zufolge im vergangen Jahr um gut ein Viertel (27 %).

 „Der Trend weist endlich wieder in die richtige Richtung. Ein Großteil der Minderung war 2014 auf den milden Winter zurückzuführen. Aber einen Teil des Rückgangs haben wir echten Fortschritten beim Klimaschutz zu verdanken“, konstatierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. „Jetzt wollen wir diesen Trend verstärken mit ambitionierten Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm Klimaschutz. Die Daten zeigen unter anderem Handlungsbedarf bei den Emissionen aus der Kohleverstromung“, führte Hendricks weiter aus.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger wertete den Rückgang zwar ebenfalls als erfreulich, mahnte allerdings zugleich, bei den Bemühungen um eine kohlenstoffärmere Wirtschaftsweise nicht nachzulassen, und sieht in einigen Bereichen noch einen weiten Weg: „Der milde Winter und der dadurch geringere Heizenergieeinsatz können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bei der energetischen Gebäudesanierung nicht wesentlich vorangekommen sind“, stellte Krauzberger fest. Ähnlich kritisch wertete die UBA-Präsidentin auch die weiter steigenden Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft und vor allem im Verkehr. „Und die trotz massiv wachsender Erneuerbarer Energien nach wie vor hohen Emissionen vor allem aus der Braunkohleverstromung zeigen, dass wir hier zusätzlichen Handlungsbedarf haben“, fügte Krauzberger weiter an.

Reduktion der Treibhausgase in der Abfallwirtschaft

Wichtigste Ursache für den Emissionsrückgang war ein verringerter Verbrauch fossiler Brennstoffe, der zu einem großen Teil der milden Witterung und einem infolgedessen geringeren Verbrauch an Heizenergie geschuldet war. Besonders stark ist der Rückgang bei Erdgas und Steinkohle: Der Einsatz von Erdgas verursachte 12,9 Prozent, der Einsatz von Steinkohle 8,2 Prozent geringere Kohlendioxidemissionen; die durch den emissionsstärksten Brennstoff Braunkohle verursachten Kohlendioxidemissionen gingen dagegen unterproportional nur um 2,2 Prozent zurück. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch nahm 2014 um 2,4 Prozentpunkte auf 27,8 Prozent zu. In erster Linie haben die erneuerbaren Energien die emissionsärmeren fossilen Brennstoffe Erdgas und Steinkohle verdrängt, während Braunkohlekraftwerke auf hohem Emissionsniveau nahezu verharren.

Im Vergleich der unterschiedlichen Sektoren trug unter anderem die Energiewirtschaft (allgemeine Strom- und Wärmeversorgung) mit einer Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes um knapp sechs Prozent zur Minderung der Emissionen bei. Im Verkehr dagegen stiegen die Emissionen um mehr als drei Prozent. Ursache dafür ist eine gesteigerte Verkehrsleistung sowohl im gewerblichen als auch privaten Bereich, die mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum und deutlich zurückgegangenen Kraftstoffpreisen einherging.

Im Abfallbereich gingen die Emissionen des Treibhausgases Methan vor allem wegen des Verbots zur Deponierung organischer Abfälle 2014 um 0,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück. In der Landwirtschaft stiegen die Emissionen des Treibhausgases Lachgas (N2O) auf Grund des erhöhten Absatzes an mineralischem Dünger leicht an. Der Anteil fluorierter Gase – so genannter F-Gase – in der Industrie blieb weitgehend konstant. Diese Treibhausgase sind unterschiedlich klimawirksam und werden zur besseren Vergleichbarkeit in CO2-Äquivalente umgerechnet.

Die Daten der Nahzeitprognose für 2014 leiten sich aus einem System von Modellextrapolationen und Trendfortschreibungen der im Januar vom UBA veröffentlichten detaillierten Berechnungen des Jahres 2013  ab. Dabei wurden erste für das Jahr 2014 veröffentlichte Überblicksangaben der amtlichen Statistik, der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen und von Industrieverbänden verwendet. Zusätzlich zu beachten ist, dass ab 2014 die neuen Berechnungsvorschriften der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls (u.a. IPCC Guidelines 2006) anzuwenden sind. Damit ist eine direkte Vergleichbarkeit mit früher vom UBA veröffentlichten Daten nur bedingt möglich.

cs/BMUB
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