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Kinder trauern anders - Erwachsene auch

(PM) Berlin, 21.04.2011 - Es gibt einige Modelle, die den Verlauf von Trauer aufzeigen. Dazu gehört auch das Vier-Phasen-Modell von Verena Kast. Sie können helfen, Trauer besser zu verstehen und einzuordnen und verdeutlichen den Betroffenen und Angehörigen, was auf sie zukommen kann und welchen Prozessen sie ausgesetzt sind. Das hilft, sich selbst und andere besser zu verstehen, um unterstützende Maßnahmen ergreifen zu können. Dennoch verläuft Trauer bei jedem anders – ganz besonders bei Kindern.

Trauer bei Kindern – was brauchen sie? Je nach Entwicklung und Alter ist es immer wichtig, das zu verarbeitende Ereignis, in der jeweiligen der Alterststufe angemessenen Sprache, auszudrücken. Je jünger ein Kind ist, umso mehr werden bildhafte Vergleiche verwendet. In jeder Entwicklungsstufe eines Kindes ist es aber wichtig, dass dem Kind die Wahrheit gesagt wird. Selbst Suizid sollte nicht als Krankheit oder Unfall vertuscht werden. Beliebt, aber wenig hilfreich sind Vergleiche wie „Oma ist im Himmel“, „Papa schläft für immer“, „Opa liegt auf dem Friedhof“ oder „Mama ist verreist“. Schwierig bei diesen Beispielen ist, dass sie alle die Wahrheit verschleiern. Die geliebte Person ist verstorben, sie wird nicht mehr aufwachen und auch von keiner Reise mehr zurück kehren. Wenn dann noch die Oma dem Enkel erklärt, der Opa liegt auf dem Friedhof jedoch die Mutter als Ort den Himmel wählt, ist es für das Kind ganz und gar verwirrend. Es realisiert nicht, dass dieser Mensch gestorben ist und auch nicht wo er sich nun befindet, bzw. dass wir zwischen Körper und Seele unterscheiden.

Über das Thema Tod gibt es mittlerweile gute Bücher, die mit einfachen Bildern und einfühlsamen Texten Kindern den Tod nachvollziehbarer machen. Wichtig ist es, die Erzieher und Lehrer der Kinder zu informieren, wenn ein nahes Familienmitglied verstorben ist. So kann die womöglich veränderte Stimmungslage des Kindes eingeordnet und darauf eingegangen werden. Kinder brauchen die Wahrheit und Fakten kindgerecht. Sie suchen weniger als Erwachsene das Gespräch. Es ist aber wichtig, dass ihnen signalisiert wird, dass man jederzeit für Fragen und Gespräche offen ist. Kinder kehren schnell zu ihrem Spiel zurück, daher geht ihre Trauer oft unbemerkt unter. Um das zu vermeiden, kann mit ihnen überlegt werden, was sie dem Opa gerne noch mit in den Sarg legen, ob sie eine Kerze gestalten oder einen Brief schreiben möchten. Eine für Eltern schwierige Entscheidung ist oft, das Kind den Leichnam noch einmal sehen zu lassen. Wenn ein Kind diesen Wunsch äußert, sollte diesem unbedingt nachgekommen werden. Das ist wichtig für die Verarbeitung des Todes des geliebten Menschen. Diese Punkte gehören ganz klar zu den Rechten, die Kinder haben und bei denen nicht einfach über ihren Kopf hinweg entschieden werden soll.

Wenn ein Elternteil stirbt, so hinterlässt es beim Kind eine riesige Lücke, die nicht mehr gefüllt werden kann. Liebe, Nähe, Schutz und Zärtlichkeiten fallen oft von heute auf morgen weg. Eine Extremsituation in der Kinder sich zurückziehen oder auch mit Wut und Verzweiflung reagieren. Wichtig ist, über den Verstorbenen zu sprechen, die Einzelheiten des Todes zu klären, ein Fotoalbum anzulegen, Filme zusammen zu schneiden, Geschichten und Erinnerungen an ihn zu sammeln und zu teilen, Rituale aufrecht zu erhalten. Um den Elternteil, der noch lebt und ebenfalls sehr traurig ist, nicht noch zusätzlich zu belasten, tendieren Kinder oftmals dazu, ihre Trauer nicht zu zeigen und sie zu verdrängen. Der trauernde Erwachsene weint ebenfalls nicht vor dem Kind, um dieses ebenso nicht zu belasten. So erscheint Trauer als etwas, das man nicht zeigen darf und die so notwendigen und entlastenden Tränen werden unterdrückt und versiegen. Dass die Freunde der Kinder meistens nicht nachvollziehen können, was ihr Freund, ihre Freundin durchmacht, erschwert die Situation zusätzlich. Daher kann es ausgesprochen hilfreich sein, wenn sie in Kindertrauergruppen auf Gleichaltrige treffen, die Ähnliches zu verarbeiten haben. So wird auch Kindern die Möglichkeit eröffnet, ihren Schmerz angemessen zu verarbeiten und ihre Trauer zu etwas wandeln, was sie stärker und erfahrener auf ihrem weiteren Lebensweg macht.

Mehr unter www.trauerbegleiter.org
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ÜBER EVA TERHORST TRAUERBEGLEITUNG

Ich bin Jahrgang 1965, in Baden-Württemberg geboren und habe mit 15 meine Mutter durch Suizid und mit 40 meinen Lebenspartner durch Krebs verloren. Vieles, was mir im Leben begegnet ist, hat mich geprägt - auch wenn ich es manchmal nicht ...
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