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News, 24.04.2015
Konsumklima-Höhenflug hält an
Kaufkrafterwartungen der Deutschen auf 25-Jahreshoch
Die Deutschen sind bezogen auf die Entwicklung ihrer finanziellen Lage so optimistisch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Bei den Konjunkturerwartungen und der Anschaffungsneigung zeigen sich dagegen Bremsspuren.
Für Mai prognostiziert der Konsumklimaindikator einen weiteren Anstieg auf den höchsten Wert seit knapp 14 Jahren.
Für Mai prognostiziert der Konsumklimaindikator einen weiteren Anstieg auf den höchsten Wert seit knapp 14 Jahren.

Der Höhenflug der Verbraucherstimmung in Deutschland hält an, hat aber im April, was den zuletzt stetig aufwärtsgerichteten Konjunkturoptimismus und die Kauflust angeht, leicht an Geschwindigkeit verloren. Wie aktuelle Erhebung zum Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab, sind die Deutschen zwar so kaufkraftoptimistisch wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland, bei den Konjunkturerwartungen und den geplanten Konsumausgaben hat der Aufwärtstrend der letzten Monate gestoppt. So legte denn auch der aus den drei Stimmungsindikatoren errechnete Konsumklimaindikator im April zwar weiter  von 9,7 auf 10,0 Punkte zu, für Mai prognostizieren die Ergebnisse der aktuellen Gfk-Erhebung aber - nach zuletzt Zuwächsen von 0,3 und 0,4 Zählern (März gegenüber Februar) - nur mehr eine minimale Verbesserung um 0,1 auf 10,1 Zähler.

„Niedrige Inflationsraten sowie die Aussicht auf deutliche Einkommenssteigerungen lassen die Einkommenserwartung weiter ansteigen. Allerdings profitiert die Anschaffungsneigung in diesem Monat nicht davon und verliert etwas“, so die GfK. „Offenbar zeigt das ständige Hin und Her um die Zukunft Griechenlands in Europa nun doch erste Wirkung bei den Konsumenten.“

Konjunkturoptimismus erstmals wieder etwas gedämpfter

Die Konjunkturerwartungen der Deutschen zeigen im April, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge immer optimistischer ausgefallen waren, erstmals leicht nach unten. So gab der Konjunkturindikator gegenüber März um 1,5 Zähler auf 35,3 Punkte nach, liegt aber damit immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (April 2014: 32,1 Punkte) und immerhin gut knapp 10 Punkte über dem Wert zu Jahresbeginn (Januar 2015: 22,5 Punkte).

„Möglicherweise hinterlässt das anhaltende Ringen um die Zukunft Griechenlands – vor allem um dessen Verbleib in der Eurozone – erste Spuren in den Köpfen der Verbraucher und lässt somit deren Konjunkturoptimismus nicht weiter steigen“, so die Nürnberger Konsumforscher. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigten allerdings der GfK nach eher in die andere Richtung: „So nehmen die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer jüngst veröffentlichten Wachstumsprognose an, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 um 2,1 Prozent steigen wird.“

Kaufkraftzuversicht auf Allzeithoch

Anders als die Konjunkturerwartungen sind die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung der eigenen finanziellen Lage so optimistisch wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Mit einem Plus von 2,0 Zählern auf 55,1 Punkte notiert der sogenannte Einkommensindikator aktuell auf einem gesamtdeutschen Allzeithoch.

„Nach wie vor sind die Rahmenbedingungen für einen kräftigen Einkommenszuwachs der Verbraucher überaus günstig. Eine solide Beschäftigungsentwicklung bietet Spielraum für deutliche Einkommenssteigerungen“, so die GfK. Hinzu kommt die geringe Inflation. „Angesichts der sehr niedrigen Inflationsrate bleibt auch real mehr in den Geldbeuteln. Die Rentner profitieren ebenfalls von der guten Lohnentwicklung, da die gesetzlichen Altersbezüge an die Lohnentwicklung gekoppelt sind“, so das Forschungsinstitut.

Indikator zur Konsumneigung büßt leicht ein

Erstmals seit einem halben Jahr fallen die Prognosen der Deutschen zu den eigenen geplanten Konsumausgaben wieder etwas zurückhaltender aus. Nachdem der entsprechende Indikator im März mit 63,0 Punkten nur knapp den historischen Höchststand von 64,4 Punkten verfehlte, verliert der Indikator im April 4,7 auf 58,3 Zähler. Das ist der erste Rückgang seit September 2014. „Diese hohe Konsumneigung ist, neben den bereits erwähnten Gründen Arbeitsmarkt, Einkommen und Inflation, auch auf die expansive Geldpolitik der EZB zurückzuführen, die die Zinsen im Keller belässt. Folglich tendieren die Konsumenten eher dazu, das Geld für Güter und Dienstleistungen auszugeben, als es auf die Bank zu tragen“, so die GfK.

cs/GfK

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