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News, 05.07.2013
Kaufkraft sinkt
Reallöhne in Deutschland leicht gesunken
Deutsche Arbeitnehmer mussten im ersten Quartal dieses Jahres erstmals seit über drei Jahren wieder einen Rückgang ihrer Kaufkraft hinnehmen. Am stärksten büßten Fachkräfte bei den Reallöhnen ein.

Die Inflation hat zu Beginn des Jahres die Lohnerhöhungen in Deutschland aufgefressen und die Kaufkraft der Beschäftigten zurückgehen lassen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die sogenannten Nominallöhne, das heißt die Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen, im ersten Quartal in Deutschland durchschnittlich 1,4 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum allerdings um 1,5 Prozent. Damit büßten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland real, also inflationsbereinigt, durchschnittlich 0,1 Prozent an Kaufkraft ein. Rückläufige Reallöhne im Vergleich zu einem Vorjahresquartal gab es zuletzt in Deutschland im vierten Quartal 2009, als die Verdienste preisbereinigt  im Schnitt um 0,2 Prozent gesunken waren. Der vergleichsweise geringe Anstieg der Bruttoverdienste ist dem Statistikamt zufolge jedoch auch darauf zurückzuführen, dass die Sonderzahlungen geringer ausfielen als im Vierteljahr 2012 und sich zudem der Umfang der bezahlten Wochenarbeitszeit verringerte. Die Bruttostundenverdienste ohne Sonderzahlungen erhöhten sich auf Jahressicht um 1,8 Prozent und stiegen damit stärker als Verbraucherpreise.

Beschäftigte von Banken und Versicherungen verdienten am meisten


Im Durchschnitt erzielte ein in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer in Deutschland im ersten Quartal 2013 ohne Sonderzahlungen einen monatlichen Bruttoverdienst von 3.398 Euro. Spitzenverdiener waren Beschäftigte von Banken und Versicherungen. Sie kamen im Monat brutto im Schnitt auf 4.543 Euro. Die zweihöchsten Verdienste erzielten Arbeitnehmer in der Energieversorgung (4.477 Euro), gefolgt von Beschäftigten im Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation (4.475 Euro). Am wenigsten wurde im Gastgewerbe gezahlt: Hier erhielten Beschäftigte durchschnittlich gerade einmal 2.008 Euro brutto monatlich.

Die höchsten Reallohneinbußen verzeichnete normale Fachkräfte. Ihre Nominalverdienste stiegen lediglich im Schnitt um 0,9 Prozent, was bei den Reallöhnen unter dem Strich ein Minus von 0,6 Prozent bedeutet. Fachkräfte in herausgehobenen Positionen erhielten im ersten Quartal dagegen brutto durchschnittlich 1,5 Prozent mehr Lohn und hatten damit eine ähnlich hohe Kaufkraft wie im Jahr zuvor.  Gleiches galt bei Führungskräften, deren Bruttomonatsverdienste sich ebenfalls auf Inflationsniveau erhöhten (+1,5 %), während angelernte Arbeitnehmer mit Lohnzuwächsen von durchschnittlich 1,7 Prozent insgesamt ein leichtes Kaufkraftplus verzeichneten.  Noch deutlicher nach oben gingen die Verdienste ungelernte Arbeitnehmer: Sie verbuchten im ersten Quartal imn Schnitt ein nominales Lohnplus von 3,0 Prozent und damit einen Zuwachs ihrer Reallöhne um 1,5 Prozent.

Schere bei der Lohnentwicklung vergrößert sich

Des Weiteren ergab eine Auswertung der Lohnentwicklung der Jahre 2007 bis 2012, dass das Lohngefälle zwischen den verschiedenen Arbeitnehmergruppen zugenommen hat. So stiegen die nominalen Bruttoverdienste von Arbeitnehmern in leitender Stellung mit einem durchschnittlichen Zuwachs um 15,5 Prozent in diesem Zeitraum deutlich stärker als im Durchschnitt aller Arbeitnehmer (+ 12,2 %). Fachkräfte in herausgehobenen Positionen erzielten ebenfalls überdurchschnittlich hohe Verdienstzuwächse (+ 12,8 %). Fachkräfte (+ 10,9 %), angelernte Arbeitnehmer (+ 10,0 %) und ungelernte Arbeitnehmer (+ 9,8 %) konnten zwar ebenfalls den Anstieg der Verbraucherpreise (+ 8,3 %) kompensieren, erzielten aber deutlich geringere Reallohn- und damit Kaufkraftzuwächse.

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