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News, 06.08.2010
Kaufen per Gebot
Internetauktionen stehen hoch im Kurs
Rund ein Drittel aller Deutschen über 14 Jahren hat bereits im Internet Produkte oder Dienstleistungen ersteigert. Am beliebtesten sind Internetauktionen, wenn es um den Kauf von Hobby- und Freizeitartikeln geht.

Nach Auskunft des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) haben bereits 27 Millionen Deutsche bzw. 54 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland bei einer Internetauktion schon einmal ein Produkt erworben. Das geht aus einer im Auftrag des BITKOM vom Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführten Erhebung hervor, für die jüngst 1.000 deutsche Internetnutzer ab 14 Jahren befragt wurden.

Am liebsten steigern deutsche Online-Konsumenten bei Hobby- und Freizeitartikeln mit. Aus dieser Warengruppe erwarb fast jeder Dritte (31%) schon mal ein Produkt. Auf Platz 2 der meist ersteigerten Produkte stehen Bücher (24%), gefolgt von Kleidung, Schmuck und Accessoires sowie Computertechnik (jeweils 21%). Fast ebenso beliebt sind Unterhaltungselektronik (20%) sowie Produkte im Bereich der Telekommunikation wie Telefone, Handys oder Zubehör (17%). Auf den weiteren Plätzen: Eintrittskarten, Sammlerobjekte und Haushaltsgeräte (jeweils 11%), Angebote aus dem KFZ-Bereich sowie Möbel und Einrichtungsgegenstände (jeweils 10%).

„Egal ob gebrauchte oder neue Waren, populäre Technik oder Sammlerobjekte, fast alles ist bei Auktionen zu bekommen“, so BITKOM-Vizepräsident Achim Berg.  Hierzu zählen nicht zuletzt auch Kuriositäten, wie etwa ein in früheren Jahren von Papst Benedikt XVI. genutzter VW Golf, ein Pullunder des ehemaligen deutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher oder auch ein ausrangierter Straßenbahnwagen.

Männer und junge Menschen am aktivsten

Wie die Erhebung aufzeigt, ist die Neigung, Produkte online zu ersteigern, je nach Geschlecht, Region und Alter äußerst unterschiedlich ausgeprägt. So sind zum Beispiel Männer deutlich mehr am Online-Bieterwettstreit interessiert als Frauen: Während von den männlichen Internetnutzern bereits 60 Prozent an Internetauktionen teilgenommen haben, trifft dies bei den Frauen lediglich auf rund die Hälfte (49%) zu. Ähnlich unterschiedlich ist das Bild beim Blick auf Ost- und Westdeutschland, demnach im Osten fast zwei Drittel (63%) schon Auktionsplattformen nutzten, im Westen hingegen nur gut jeder zweite (53%). Am größten aber sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Dabei gilt: Je jünger, desto höher liegt der Nutzeranteil mit Auktionserfahrung. Bei Internetauktionen am aktivsten sind die 18- bis 29-Jährigen mit einer Nutzerquote von 68 Prozent. Schlusslicht ist die Altersklasse 60plus: Hier hat gerade mal ein Viertel (25%) schon mal online ein Produkt ersteigert.

Fallstricke bei Internetauktionen

UUngeachtet aller Vorzüge, die Online-Auktionsplattformen bieten, gilt jedoch auch hier wie generell beim Online-Einkauf: Vorsicht und kluges Vorgehen zahlen sich aus. Schließlich sollte sich der Aufwand lohnen – sowohl zeitlich als auch finanziell. So hilft es beispielsweise wenig, wenn sich das vermeintlich attraktive Software-Schnäppchen als Raubkopie oder ein zum Spottpreis angebotener Markenartikel im Nachhinein als Plagiat bzw. gefälschte Ware entpuppt.

In einem 10-Punkte-Katalog hat der BIKTOM zusammengefasst, welche Fallstricke auf Online-Auktionsplattformen lauern, und wie sich die Weichen für erfolgreiche Internetauktionen stellen lassen.

Tipp Nr. 1: Erfolgreich suchen und beobachten

Bei Handelsplattformen wie Ebay kann man Waren und Services auf zwei Arten finden – über Produkt-Kategorien und über eine Suchfunktion. Beides kann empfehlenswert sein. Der Weg über die Kategorien ist länger, gibt aber einen breiten Überblick über den Markt. Wer genau weiß, was er möchte, ist mit der schnelleren Suchfunktion besser bedient. Ergibt ein Suchbegriff nicht genügend Angebote, sollte man nicht nur in den Überschriften der Auktionen suchen, sondern auch in den längeren Angebotsbeschreibungen. Grund: Nicht jeder Anbieter verwendet bereits in der Überschrift alle wichtigen Schlüsselbegriffe. Ein Trick ist, auch nach Schreibfehlern zu suchen, etwa iPot statt iPod. So lassen sich mit etwas Glück wenig beachtete Auktionen finden und Schnäppchen machen. Kaufinteressenten können in ihrem Kundenprofil die Angebote übersichtlich beobachten. Zur Verwaltung von Auktionen gibt es spezielle PC-Programme.

Tipp Nr. 2: Warenbeschreibung und Verkäufer prüfen

Nichts geht über eine genaue Lektüre des Angebots. Ist die Ware neu oder gebraucht, hat sie Kratzer oder Defekte, entspricht der Lieferumfang den Vorgaben des Herstellers für Deutschland? Auch private Anbieter müssen wahrheitsgemäße Angaben machen. Detaillierte Informationen sind ein Zeichen für Seriosität. Vorsicht, wenn ein Angebot lückenhaft oder missverständlich formuliert ist. Im Zweifel den Besitzer über die Nachrichtenfunktion der Auktionsplattform anschreiben und nachhaken. Wird auf Nachfragen ausweichend oder gar nicht geantwortet, lässt man am besten die Finger von dem Angebot. Gleiches gilt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Markenartikel gefälscht ist. Ein Zeichen für die Vertrauenswürdigkeit eines Verkäufers sind gute Bewertungen durch andere Käufer. Es kann sich lohnen, nicht nur auf die Prozentzahl der Positiv-Bewertungen zu schauen, sondern durchaus die einzelnen Kommentare zu lesen. Klare Verhältnisse sind auch beim Versand wichtig. Der Anbieter sollte mitteilen, welche Versandform er wählt, was der Transport kostet, wie lange er dauert und welcher Postdienst beauftragt wird. Bei gewerblichen Händlern sollten Käufer die Geschäftsbedingungen lesen. Bei Angeboten aus dem Ausland werden beim Versand unter Umständen Zollgebühren fällig. Auch können sich Verbraucherrechte von deutschen oder EU-Standards unterscheiden.

Tipp Nr. 3: Preise richtig vergleichen

Bei Ebay und ähnlichen Plattformen lassen sich viele Schnäppchen machen – aber nicht jedes Angebot ist günstiger als im Laden oder in Online-Shops. Einen Überblick bekommt man bei Preisvergleichen wie www.guenstiger.de, www.idealo.de oder www.geizhals.at/deutschland. Beim Vergleichen der Angebote sollte der Versand einkalkuliert werden. So mancher Top-Preis wird durch hohe Transportkosten relativiert.

Tipp Nr. 4: Kauf zum Festpreis erwägen

Bei Portalen wie Ebay gibt es nicht nur Versteigerungen. Die Zahl der Angebote zu Festpreisen steigt – nicht nur von gewerblichen Händlern, auch von Privatverkäufern. Wer nicht damit rechnet, einen bestimmten Artikel bei einer Auktion billiger zu bekommen, kann hier zugreifen. Auch für Käufer, die es eilig haben, ist der Sofortkauf zum Festpreis attraktiv.

Tipp Nr. 5: Angebote mit Garantien bevorzugen

Egal ob Auktion oder Sofortkauf – der Preis ist nicht alles. Bei gebrauchten Waren sollten Käufer Produkte vorziehen, die noch der Herstellergarantie oder der gesetzlichen Gewährleistung unterliegen – in der Regel bis zwei Jahre nach dem Erstverkauf. Zudem sollten Anbieter bevorzugt werden, die ein Plus an Sicherheit bieten. Dabei kann es sich um ein Rücknahmeversprechen handeln, einen versicherten Versand oder einen speziellen Käuferschutz, falls die Ware nicht beim Empfänger ankommt. Einen solchen Käuferschutz gibt es etwa bei Ebay in Kombination mit dem Bezahlsystem PayPal.

Tipp Nr. 6: Mit kühlem Kopf bieten

Wer ein Angebot in die engere Wahl genommen hat, sollte meist nicht sofort bieten. Auktionen laufen in der Regel drei bis zehn Tage. Wer zu früh bietet, stachelt den Bieterwettbewerb an und treibt den Preis in die Höhe. Viele Artikel machen erst am Ende einen größeren Preissprung. Viele Käufer warten bis kurz vor Schluss und geben dann ihr Maximalgebot ein. Wer pokern will und eine schnelle Internetverbindung hat, kann das Gebot erst wenige Sekunden vor dem Ende übertragen. Der Bieter mit dem höchsten Maximalgebot gewinnt. Er muss sein Gebot allerdings nicht in voller Höhe bezahlen, sondern gerade so viel davon, dass der Betrag alle anderen Gebote übertrifft. Es kann sich besonders lohnen, bei Auktionen zu bieten, die zu typischen Bürozeiten enden – oder zum Beispiel während wichtiger Fußballspiele. Dann ist die Zahl der Mitbieter geringer und ein Schnäppchen wahrscheinlicher. In allen Fällen gilt: Man sollte sich vorher genau überlegen, was man zahlen will. Dann wird man sich nicht von der Atmosphäre der Biet-Situation in die Höhe treiben lassen und ein Produkt um jeden Preis ersteigern. Der Einsatz von PC-Programmen, die automatisiert Gebote abgeben, ist nach den Ebay-Geschäftsbedingungen im Übrigen nicht gestattet.  

Tipp Nr. 7: Gebote unterwegs abgeben

Wer mitsteigern will, kann das auch von unterwegs tun. Mit modernen Internet-Handys (Smartphones) lassen sich Auktionsportale problemlos nutzen. Für viele Smartphones gibt es zudem von Ebay eine spezielle Software (App) für den mobilen Einsatz. Smartphone-Besitzer verpassen so unterwegs nicht mehr die Schlussphase attraktiver Versteigerungen.

Tipp Nr. 8: Sichere Bezahlmethode wählen

Vor allem private Verkäufer, aber auch die meisten gewerblichen Händler verlangen Vorkasse: Das Geld muss vor dem Versand auf das Konto des Anbieters überwiesen werden. Diese Methode ist verbreitet, aber riskant, weil sie hohe Anforderungen an die Seriosität des Verkäufers stellt. Wer die Wahl hat, sollte andere Verfahren vorziehen, etwa Lastschrift, Kreditkarte oder Nachnahme. Besondere Vorzüge haben spezielle Online-Bezahldienste wie PayPal: Sensible Daten wie Bankverbindung oder Kreditkartennummer werden bei der Transaktion nicht an den Händler übermittelt, und der Bezahlvorgang wird in kürzester Zeit abgeschlossen.

Tipp Nr. 9: Probleme mit Verkäufern lösen

Entspricht die Ware nicht der Beschreibung, oder gibt es Probleme mit der Lieferung? Dann sollten Käufer zunächst beim Verkäufer nachfragen. Bleiben Sie höflich. Es müssen keine Betrugsabsichten im Spiel sein. Um gute Bewertungen zu erhalten, sind viele Verkäufer interessiert, Missverständnisse oder Versandpannen aufzuklären. Wenn die Nachfrage nicht hilft, kann der Kundenservice der Handelsplattform informiert werden. Dieser kann Druck auf unzuverlässige Verkäufer ausüben. Wenn ein größerer Geldverlust droht, sollte im Notfall ein Anwalt eingeschaltet werden, bei schwerwiegenden Gesetzesverstößen die Polizei. Dies gilt bei Auktionen genauso wie bei anderen Transaktionen im Internet.

Tipp Nr. 10: Widerrufsrecht nutzen

Die Ware ist gerade geliefert, doch sie erfüllt nicht die Erwartungen? Bei gewerblichen Anbietern haben Verbraucher ein gesetzliches Widerrufsrecht. Binnen zwei Wochen darf die Ware in der Regel an den Verkäufer zurückgeschickt werden. Beim Widerruf muss der Kaufpreis erstattet werden – und auch die Rücksende-Kosten, wenn der Artikel mehr als 40 Euro gekostet hat. Private Verkäufer können ein Widerrufs- oder Rückgaberecht ausschließen.


[Quelle: BITKOM]
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