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News, 16.08.2010
KMU-Umfrage
Familienunternehmen verzeichnen deutlichen Aufschwung
Deutschlands Familienunternehmen bewerten ihre aktuelle Lage und Geschäftsaussichten immer positiver. Kritik allerdings hagelt es von den Familienbetrieben für die Unberechenbarkeit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftspolitik, die vor allem im Hinblick auf Investitionen für Unsicherheit sorgt.
Die wirtschaftliche Stimmung unter deutschen Familienunternehmen hellt sich immer stärker auf. Das geht aus einer aktuellen Verbandsumfrage DIE FAMILIENUNTERNEHMER - ASU e.V. und DIE JUNGEN UNTERNEHMER hervor, der zufolge 82 Prozent der deutschen Familienbetriebe  ihre derzeitige Geschäftslage als „sehr gut“ bis „befriedigend“ beurteilen. Im zweiten Quartal war der Anteil der Positivmeldungen noch bei 76 Prozent und im ersten Quartal bei 68 Prozent gelegen.

Noch besser fällt das Urteil der Familienunternehmen bezogen auf die aktuelle Auftragslage aus, die sogar von 83 Prozent der Verbandsmitglieder als „sehr gut“ bis „befriedigend“ bewertet wird, was auf der Notenskala einer Durchschnittsbewertung von 2,6 entspricht. Im ersten Quartal hatten die befragten Familienunternehmen die Auftragslage noch im Durchschnitt mit 3,1 benotet.

Steigende Beschäftigung und Investitionen

Vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsentwicklung benötigen viele Familienunternehmen neues Personal. Rund jedes zweite Unternehmen (48%) bietet derzeit offene Stellen an. Zu Beginn des Jahres traf das nur auf rund ein Drittel der Familienunternehmen zu (31%). So planen aktuell ein gutes Viertel der Betriebe (27%) ihren Personalstamm auszuweiten und zwei Drittel (66%) diesen mindestens konstant zu halten, während nur vier Prozent der Firmen planen, die Beschäftigung zurückzuführen.

Auch in Sachen Unternehmensfinanzierung stehen die Zeichen auf Entspannung. Zumindest deutet die Umfrageergebnisse nicht auf eine bestehende Kreditklemme bzw. restriktivere Kreditvergabe an Familienunternehmen hin. Laut Verband verzeichneten lediglich 14 Prozent der Mitgliedsunternehmen gestiegene Kreditkosten, während 54 Prozent über gleich bleibende und weitere 14 Prozent sogar über verbesserte Konditionen berichteten. „Flächendeckende Knappheiten am Markt kündigen sich anders an“, so der Verband in seinem Bericht.

Bei den Investitionen zeigt sich ebenfalls eine aufwärts gerichtete Entwicklung, demnach fast die Hälfte der befragten Familienunternehmen (46%) Ersatzinvestitionen und ein weiteres Drittel (33%) Erweiterungsinvestitionen planen. Im Vorquartal waren hier die Werte noch bei 43 Prozent bzw. 30 Prozent gelegen. Korrespondierend dazu ging der Anteil der Familienbetriebe, die keine Investitionen planen, von 37 Prozent (2. Quartal) auf 33 Prozent (3. Quartal) zurück.

Allerdings sehen sich deutsche Familienunternehmen auch weiterhin mit einer Reihe von Investitionshemmnissen konfrontiert. Auf Platz 1 der von Familienunternehmen meist genannten Investitionshemmnisse rangiert derzeit die „Unberechenbarkeit der Finanz- und Wirtschaftspolitik“: Mehr als vier von zehn befragten Unternehmern sehen darin derzeit ein Problem. Zweitgrößtes Investitionshemmnis mit 36 Prozent Nennungen ist der Dauerbrenner „Bürokratielasten“ (36%), gefolgt gleichauf von „konjunkturbedingten Absatzproblemen“ und „arbeitsrechtlichen Regulierungen“ (jeweils 34%).

„Nachdem unser aktuelles Wachstum fast ausschließlich durch die großen Exporterfolge getrieben ist, darf sich die Bundesregierung nicht zurücklehnen. Eine klare Linie bei der Haushaltskonsolidierung ist ebenso notwendig wie arbeitsrechtliche Erleichterungen und geringere bürokratische Lasten“, sagte Patrick Adenauer, Präsident von DIE FAMILIENUNTERNEHMER.

Ernüchternd fällt indes das Zeugnis für den elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) aus: Danach befragt, welche Auswirkungen „Elena“ auf den bürokratischen Aufwand im Unternehmen habe, erklärte ein Drittel der befragten Firmen (32%), der Aufwand sei gestiegen (26%) oder sogar sehr gestiegen (6%). In jedem fünften Unternehmen blieb der Aufwand gleich (20%) und ein weiteres Drittel konnte hierzu keine Auskunft geben (32%). Dass sich der bürokratische Aufwand verringert habe, meinten dagegen gerade einmal fünf Prozent. „Wenn ein System, das uns Unternehmer eigentlich entlasten soll, derartig schlecht ankommt, muss man es aussetzen und die Kinderkrankheiten schleunigst beseitigen“, so Adenauer.
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