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News, 17.01.2014
Investitionen im Tief
Investiert der Mittelstand verstärkt im Ausland?
Im Jahr 2013 hat die deutsche Wirtschaft trotz Niedrigstzinsen und vergleichsweise robuster Konjunktur, gemessen am BIP, so weniger investiert wie nie. Fließen die Unternehmensinvestitionen etwa stattdessen in Ausland? Nach einer KfW-Analyse scheinen Auslandsinvestitionen jedoch nicht der Grund für das historische Investitionstief – zumindest nicht im Mittelstand.
Belege für eine verstärkte Verlagerung der Investitionen ins Ausland lassen sich nicht finden.
Belege für eine verstärkte Verlagerung der Investitionen ins Ausland lassen sich nicht finden.

Investitionen im Tief: Investiert der Mittelstand verstärkt im Ausland?
Investitionen: Investiert der Mittelstand verstärkt im Ausland?

Im Jahr 2013 hat die deutsche Wirtschaft trotz Niedrigstzinsen, gemessen am BIP, so weniger investiert wie nie. Fließen die Unternehmensinvestitionen etwa stattdessen in Ausland? Nach einer KfW-Analyse scheinen Auslandsinvestitionen jedoch nicht der Grund für das historische Investitionstief – zumindest nicht im Mittelstand.

2013 ist die Unternehmensinvestitionsquote, das ist der Anteil der Bruttoanlageinvestitionen der Unternehmen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), nach einem Bericht der KfW auf ein historisches Tief von 9,9 Prozent gesunken. Im Mittelstand hat sich der Zahl der investierenden Unternehmen allein im Zeitraum 2007 bis 2012 um etwa 400.000 verringert, ermittelte Annika Bacher von der KfW. 2012 belief sich der Anteil der Mittelständler, die in Sachanlagen investierten, gerade mal auf 41 Prozent. „Diese  Entwicklung  erscheint  angesichts  eines  offenen Kreditzugangs,  historisch  niedriger  Zinsen und der relativ stabilen Konjunktur in Deutschland paradox“, so Bacher.

Weniger Investitionen im Inland, mehr im Ausland?

Ist der Grund für den historischen Tiefstand der Unternehmensinvestitionen, dass viele Unternehmen mehr im Ausland investieren und dafür im Gegenzug ihre Inlandsinvestitionen zurückfahren? Um hierauf eine Antwort zu finden, Da es zu dieser Frage keine validen Daten gibt, warf die KfW-Expertin einen Blick auf die im Ausland von deutschen Unternehmen getätigten Direktinvestitionen („Foreign Direct Investment“, kurz: FDI). Das Ergebnis: Ein signifikanter Anstieg der Nettodirektinvestitionen ist nicht auszumachen. Sie lagen in den letzten Jahren relativ konstant bei etwa 1,6 Prozent des deutschen BIP. „Das  heißt,  im  Mittel  ist der Saldo aus Abflüssen ins und Zuflüssen  aus  dem  Ausland  zum  Zweck  von Direktinvestitionen  seit  der  Wiedervereinigung  nicht  gestiegen  –  trotz  rückläufiger Investitionsquoten im Inland“, so die KfW-Expertin.

Ein Beleg, dass der Mittelstand, auf den dem KfW-Bericht nach immerhin 53 Prozent der von der deutschen Wirtschaft getätigten Investitionen fallen, seine Investitionen verstärkt vom In- ins Ausland verlagert, findet sich auch nicht im KfW-Mittelstandpanel 2013. So lag der Anteil der Mittelständler, die zwischen 2010 und 2013 Direktinvestitionen tätigten, im letzten Jahr bei drei Prozent. Damit ist der Anteil der Betriebe, die im Ausland investierten, im letzten Jahrzehnt im deutschen Mittelstand stabil geblieben: 2003 bis 2007 waren ebenfalls drei Prozent gewesen.

Der größte Teil der Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen fließt in den EU-15 Raum: Auf diese Region entfielen 2012 zwei Drittel aller von der deutschen Wirtschaft getätigten Direktinvestitionen (66 %). Vorrangiges Ziel der Investitionsmaßnahmen ist die Markterschließung und der Zugewinn von Marktanteilen. Vielfach profitiert laut Bacher davon auch die deutsche Binnenwirtschaft: „Studien sehen vor allem positive Effekte für  den  inländischen  Arbeitsmarkt“, so die Expertin. So ziehe die Erschließung neuer Absatzmärkte respektive deren Ausweitung zumeist auch eine Erweiterung der Produktion im Heimmarkt nach sich. Zudem werden weitere Exporte angestoßen, etwa im Bereich der Zulieferer, was wiederum am Arbeitsmarkt für neue Impulse sorgt.

Wie die KfW-Expertin ausführt, profitieren von den FDI nicht nur die Volkswirtschaft, sondern auch die Unternehmen selbst. So seien Unternehmen, die im Ausland investieren, deutlich produktiver, innovativer und wachstumsstärker als der Durchschnitt. Auch weisen Direktinvestoren eine dynamischere Beschäftigungsentwicklung aus.  Summa summarum haben somit Auslandsinvestitionen langfristig auch positiven Einfluss auf die Unternehmensinvestitionen im Inland. Deshalb kommt Bacher zu dem Schluss, dass sich die Gründe für das Allzeittief der Unternehmensinvestitionen  wahrscheinlich nicht in den Direktinvestitionen finden. „Eine Verlagerung aus dem Inland ins Ausland  ist  nicht  auszumachen“, so die KfW-Expertin. Im Gegenteil: „Vieles  spricht  dafür,  dass  die  Auslandsinvestitionen  der  deutschen  Unternehmen  die  heimische  Investitionstätigkeit  sogar  beleben  müssten.  Insofern sollten  die  deutschen  Unternehmen  ihr Auslandsengagement  sogar  eher  noch ausbauen, um in den wachsenden Märkten auch in Zukunft angemessen vertreten zu sein.“

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