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News, 26.09.2008
Internettelefonie
VoIP-Euphorie bei Unternehmen weicht Realismus
Während die Internettelefonie in deutschen Privathaushalten immer stärker auf dem Vormarsch ist, wachsen bei Unternehmen die Bedenken: Laut einer neuen Studie haben 40 Prozent der deutschen Firmen, die in diesem Jahr eine Umstellung auf Voice over IP (VoIP) planten, fürs Erste diesen Plan verworfen. 
Der VoIP-Boom bei Unternehmen ist ins Stocken geraten. So hat sich der Anteil der Firmen, die über das Internet telefonieren, seit 2006 gerade einmal um 0,6 Prozent auf 33,5 Prozent erhöht. Gleichzeitig ist die Zahl der VoIP-Skeptiker im selben Zeitraum um rund 18 Prozent gestiegen. Der Grund, warum die meisten Unternehmen zögern: Sie scheuen den hohen Aufwand. Auch Sicherheitsbedenken schrecken viele ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „IT-Security 2008“ der InformationWeek, die zusammen mit Steria Mummert Consulting ausgewertet wurde.

VoIP-Realität holt Firmen ein

Nach Auskunft von Steria Mummert haben sich viele Unternehmen von den in Aussicht gestellten Vorteilen der Internettelefonie blenden lassen: Es wurde damit gerechnet, dass mit der Zusammenlegung interner Telefon- und Datennetze der Aufwand und die Kosten erheblich sinken. Dass jedoch im Zuge einer VoIP-Umstellung Investitionen nötig sind und neue Kosten entstehen, hat in der Euphorie ein großer Teil der Firmen nicht bedacht. Hierzu zählt unter anderem der Schulungsaufwand für das Personal in den IT-Abteilungen oder die Anpassung der Netzlast. Ein weiterer Punkt, den viele Unternehmen demnach unterschätzten, war überdies das Thema Sicherheit: „Trotz eines ähnlichen Bedrohungsszenarios schätzten Unternehmen die Risiken von VoIP deutlich geringer ein als beim klassischen Datenverkehr. Dabei hat sich die Zahl der VoIP-Risiken gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Für 2008 gehen Sicherheitsexperten von einer weiteren Zunahme um bis zu 50 Prozent aus. Diese Entwicklung lässt viele Unternehmen nun vorsichtiger werden. IT-Verantwortliche prüfen genauer, ob die angestrebten Kostenvorteile die nötigen Investitionen in zusätzliche Sicherheitssysteme übertreffen“, so die Experten.

Internettelefonie birgt neue Herausforderungen

Angesichts der steigenden Angriffe auf VoIP-Netzwerke ist ein ganzheitlicher Schutz des Unternehmensnetzwerks laut Steria Mummert unabdingbar. Demnach sind Firmen durch die Einführung von VoIP nicht nur den Sicherheitsrisiken der Datennetze ausgesetzt, sondern laufen auch verstärkt Gefahr, dass sich Hacker über diesen Weg den Zugriff auf sensible Firmendaten verschaffen. „Insbesondere die in Unternehmen eingesetzten Firewalls müssen VoIP unterstützen, um Sicherheitslücken im Telefonnetz zu schließen“, so Steria Mummert. Da  IP-Netze zudem die für das Telefon typischen Gefahren wie das Abhören oder das kostenlose Mitbenutzen der Leitungen erleichtern, werden auch Verschlüsselungstechniken eine stärkere Rolle spielen.

Wie Steria Mummert weiter ausführt, dürfen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen jedoch nicht zu Lasten der Qualität des Netzes gehen: „Die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Sprachkommunikation ist in Unternehmen unverzichtbar. Der Ausfall der Telefonanlage kann gravierende Folgen für die Geschäftsprozesse haben. Kaum ein Betrieb kann es sich leisten, auch nur eine Stunde telefonisch nicht erreichbar zu sein.“ Um zum einen zu vermeiden, dass es infolge einer Serverüberlastung zu Gesprächsabbrüchen kommt, und zum anderen das Risiko von Hackerangriffen zu begrenzen, trennen IT-Abteilungen nach Auskunft der Experten inzwischen das klassische IP-Datennetz vom Telefonnetz. Das Problem bei einem solchen Vorgehen: Da eine Netztrennung zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur erfordert, verringern sich die VoIP-Kostenersparnisse. „Wichtigste Herausforderung für Unternehmen ist somit, sichere Daten- und VoIP-Netze ohne Qualitätseinbußen zu gewährleisten“, so das Fazit der Experten.

Quelle: Steria Mummert Consulting

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