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Pressemitteilung

Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen, 1. Halbjahr 2010

Während die Unternehmensinsolvenzen leichtere Zuwächse als im Vorjahr verzeichnen, steigen die Zahlen bei den Privatinsolvenzen markant an.
(PM) Düsseldorf, 22.06.2010 - Unternehmensinsolvenzen plus 7,1 Prozent – Privatinsolvenzen plus 13,3 Prozent

17.360 deutsche Unternehmen mussten im ersten Halbjahr 2010 einen Insolvenzantrag stellen. Das sind 7,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (16.210), aber deutlich weniger als der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2004 (19.930). Damit erhöhte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch nach dem Ende der Rezession weiter. Viele Firmen sind finanziell angeschlagen, die Kapitalreserven erschöpft und die Kreditvergabe erlahmte.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm in den ersten sechs Monaten stärker zu als die Zahl der Unternehmensinsolvenzen; nämlich um 13,3 Prozent auf 54.780 Fälle (Vorjahr: 48.350). Die „sonstigen“ Insolvenzen (u. a. überschuldete Nachlässe, Insolvenzen von ehemals selbstständig Tätigen) erhöhten sich um 2,9 Prozent auf 15.010 Fälle (Vorjahr: 14.580). Damit befassten sich die Gerichte mit insgesamt 87.150 Insolvenzakten (Vorjahr: 79.140).

Der von insolventen Unternehmen verursachte volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich auf 14,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 20,8 Milliarden Euro). Schätzungsweise 155.000 Arbeitsplätze sind bedroht. Aufgrund der deutlich geringeren Zahl an Großinsolvenzen sank die Zahl der gefährdeten Stellen um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (254.000).

Insolvenzgeschehen kleinteiliger

Für die gestiegene Zahl an Unternehmensinsolvenzen sind Zuwächse im „kleinen“ Mittelstand verantwortlich. Mit 11.050 Insolvenzen in diesem Bereich (bis 500.000 Euro Jahresumsatz) wurde eine Zunahme um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr festgestellt, während die Zahl der Großinsolvenzen mit mehr als 25 Millionen Euro Umsatz um 27,8 Prozent zurückgegangen ist.

Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Zahl der Konkurse um zwei Prozent auf 1.500 Fälle (Vorjahr: 1.530). Noch im Vorjahr verzeichnete dieser Wirtschaftsbereich einen sprunghaften Anstieg der Verfahren. Im Baugewerbe wurden 2.560 Insolvenzen registriert – minus 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2.690 Fälle). Dagegen erhöhte sich die Zahl der Fälle im Handel um 5,6 Prozent auf 3.740 (Vorjahr: 3.540). Zweistellig fällt der Zuwachs bei den Dienstleistern aus: 9.560 Betriebe waren im ersten Halbjahr betroffen (plus 13,1 Prozent).

200.000 Jobs durch wirtschaftsaktive Gründungen

Creditreform hat in den ersten sechs Monaten deutschlandweit 87.600 wirtschaftsaktive Gründungen erfasst. Dabei handelt es sich um Unternehmen, über die Kapitalgeber oder Lieferanten eine Wirtschaftsauskunft eingeholt haben bzw. die im Handelsregister eingetragen wurden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (89.400) hat sich diese Zahl um 2,0 Prozent verringert. Von den registrierten wirtschaftsaktiven Gründungen wurden 211.000 Arbeitsplätze geschaffen (Vorjahr: 221.600). Insgesamt sind 450.100 Anmeldungen im Gewerbe- und Handelsregister erfolgt. Das entspricht einem Zuwachs um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (421.600). Die Zahl der Löschungen verringerte sich um 2,1 Prozent auf 353.300 (Vorjahr: 360.700).

Gründungsintensives Hamburg – gute Startbedingungen für Dienstleister

In Hamburg (524), Berlin (452) und Bremen (420) erfolgen pro 10.000 Unternehmen die meisten Firmengründungen. Die wenigsten Neueintragungen ins Handelsregister pro 10.000 Unternehmen gibt es in Thüringen (198), gefolgt von Rheinland-Pfalz (216) und Sachsen (219). Im ersten Halbjahr 2010 dominierte der Dienstleistungssektor das Gründungsgeschehen. Fast ein Viertel der Unternehmen (24,7 Prozent), die neu ins Handelsregister aufgenommen wurden, ist im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen tätig. Weitere 11,3 Prozent entfallen auf den Bereich der personenbezogenen Dienste. Das Verarbeitende Gewerbe macht 7,2 Prozent der neuen Handelsregisterfirmen aus, der Bausektor 7,5 Prozent. 6,1 Prozent der Neueintragungen haben ihre Geschäftstätigkeit in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien, Software sowie Forschung und Entwicklung.

Die Gründungsbedingungen in den Wirtschaftszweigen unternehmensnahe und personenbezogene Dienstleistungen werden mit 7,3 bzw. 7,1 von 10 möglichen Punkten am besten bewertet. Positiv wirken sich die vergleichsweise freundliche Branchenkonjunktur und die niedrigen Eintrittshürden aus. Die Startbedingungen für Unternehmensgründungen im Großhandel werden mit 5,6 von 10 Punkten bewertet, im Einzelhandel sind es 3,8 und im Bausektor 3,2 Punkte. Am ungünstigsten für Startups ist das Gründungsklima derzeit im Transport- und Logistikgewerbe (3,0 Punkte). Eine hohe Insolvenzgefahr und die tiefen Einschnitte der Rezession belasten Unternehmensgründungen in diesem Wirtschaftszweig.
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