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News, 14.11.2018
Inflation beschleunigt sich
Inflationsrate auf Zehnjahreshoch
Die Inflation in Deutschland legt weiter zu: Im Oktober beschleunigte sich der Anstieg der Verbraucherpreise so stark wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr. Inflationstreiber sind vor allem weiter anziehende Energiepreise.

Die Inflation in Deutschland beschleunigt sich weiter. Im Oktober lagen die Verbraucherprei Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Eine höhere Inflationsrate gab es in Deutschland zuletzt im September 2008 (+ 2,8 %). Auf Monatssicht hat sich der Preisauftrieb dagegen verlangsamt. Hier verzeichneten deutsche Verbraucher nach dem Preisschub im Vormonat (September: + 0,4 %) im Oktober gegenüber September nur mehr eine halb so starke Teuerung um 0,2 Prozent.

Inflationstreiber Energie

Maßgeblich beeinflusst wurde die Jahresteuerungsrate wie bereits in den Vormonaten von weiter anziehenden Energiepreisen. So beschleunigte sich der Anstieg der Verbraucherpreise für Energie im Oktober den siebten Monat in Folge weiter auf 8,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Februar dieses Jahres hatten die Energiepreise in Deutschland insgesamt auf Jahressicht noch nahezu stagniert (+ 0,1 % gegenüber Februar 2017).

Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher im Oktober vor allem für leichtes Heizöl und für Kraftstoffe. Sie verteuerten sich im Schnitt auf Jahressicht um 39,9 Prozent bzw. 14,8 Prozent. Bei den anderen Energieprodukten stiegen die Verbraucherpreise deutlich langsamer (Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: +2,9 %; Strom: +1,0 %). Gas verbilligte sich im Oktober sogar auf Jahressicht um -1,4 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie hätte die Inflationsrate im Oktober lediglich 1,7 Prozent betragen, ohne die Teuerung von Mineralölprodukten wäre sie ebenfalls nur bei 1,7 Prozent gelegen.

Rückläufiger  Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln

Für Nahrungsmittel mussten Verbraucher im Oktober durchschnittlich 1,9 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Hier schwächte sich die Jahresteuerung gegenüber September (+ 2,8 %) deutlich ab. „Ursache für diese Abschwächung sind auch die vergleichsweise hohen Nahrungsmittelpreise vor einem Jahr“, so das Statistikamt. Teurer als im Vorjahr waren im Oktober insbesondere Gemüse (+ 9,3 %), Molkereierzeugnisse und Eier (+ 3,1 %) sowie Fisch und Fischwaren (+ 2,7 %). Speisefette und Speiseöle sowie Obst verbilligten sich dagegen im Schnitt um 2,6 Prozent bzw. 2,4 Prozent.

Waren insgesamt verteuerten sich im Oktober um 3,2 Prozent, wobei die Teuerung hier nach Auskunft des Statistikamts stark vom Preisauftrieb bei Energie bestimmt gewesen sei. Teurer als im Vorjahresmonat waren im Oktober unter anderem Bier (+ 4,9 %), Zeitungen und Zeitschriften (+ 4,2 %) sowie Mineralwasser, Limonaden und Säfte (+ 3,8 %). Weniger bezahlen als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher dagegen für Unterhaltungselektronik (-4,7 %) und Telefone (- 3,3 %).

Beschleunigter Preisauftrieb auch bei Dienstleistungen

Die Preise für Dienstleistungen stiegen im Oktober ebenfalls schneller als zuletzt. Sie verteuerten sich auf Jahressicht im Schnitt um 1,8 Prozent (August: + 1,4 %; September: + 1,5 %). „Die Preisentwicklung für Dienstleistungen wirkte somit dämpfend auf die Inflationsrate“, konstatierte die Statistikbehörde. Allerdings gab es auch hier Bereiche, für die Konsumenten deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten als vor einem Jahr. Hierzu zählten insbesondere Pauschalreisen. Sie verteuerten sich gegenüber Oktober 2017 im Schnitt um 7,1 Prozent. Gleiches galt für Sport-und Erholungsdienstleistungen (+ 3,2 %) sowie für Wartungs- und Reparaturdienstleistungen im Kraftfahrzeugbereich (+ 2,8 %). Auch die Nettokaltmieten zogen weiter an. Sie lagen im Oktober durchschnittlich 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Günstiger waren hingegen Bildungsdienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (- 11,9 %), insbesondere durch den Wegfall der Kinderbetreuungskosten in einigen Bundesländern. Preisrückgänge gegenüber Oktober 2017 gab es auch bei Flugtickets (- 2,3 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (- 0,7 %).

cs/Destatis; Bild: ri / pixabay; Lizenz: CC0 Creative Commons

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