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News, 03.06.2016
Außenhandelspreise im freien Fall
Importpreise mit stärkstem Rückgang seit sechs Jahren
Die deutschen Einfuhrpreise sinken weiter: Importe haben sich für Unternehmen in Deutschland im April so stark auf Jahressicht verbilligt wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.
Die Entwicklung der deutschen Import- und Exportpreise seit Januar 2010 (Quelle: Destatis)
Die Entwicklung der deutschen Import- und Exportpreise seit Januar 2010 (Quelle: Destatis)

Die Talfahrt des Index der deutschen Einfuhrpreise beschleunigt sich weiter. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes lag das Preisniveau von nach Deutschland importierten Waren im April durchschnittlich 6,6 Prozent unter dem Stand von April 2015. Dem Statistikamt zufolge war das der stärkste Rückgang des Einfuhrpreisindex seit Oktober 2009. Damals hatten sich Importe im Schnitt sogar um 8,8 Prozent auf Jahressicht verbilligt. Gegenüber März verbilligten sich deutsche Importe geringfügig um 0,1 Prozent.

Energieimporte fast ein Drittel günstiger

Den größten Einfluss auf das Einfuhrpreisniveau hatte wie auch schon in den Vormonaten die Preisentwicklung bei Energie. Hierfür mussten Importeure im April durchschnittlich 30,8 Prozent weniger zahlen als im Vorjahresmonat. Importiertes Rohöl verbilligte sich auf Jahressicht sogar im Schnitt um 36,0 Prozent, die Einfuhrpreise für Mineralölerzeugnisse unterschritten das Vorjahresniveau um 33,1 Prozent. Bei Steinkohle und Strom sparten Importeure rund ein Viertel gegenüber April 2015 (jeweils – 24,6 %), bei Erdgas war es immerhin noch gut ein Fünftel (- 22,4 % im Vorjahresvergleich). Gegenüber März verteuerten sich Energieimporte allerdings im Schnitt um 1,7 Prozent. Grund waren deutlich anziehende Rohölpreise (+ 5,7 % gegenüber März) und steigende Einfuhrpreise für Mineralölerzeugnisse (+ 3,3 %).

Die Energiepreise herausgerechnet unterschritt der Einfuhrpreisindex im April das Vorjahresniveau um 3,2 Prozent und das Niveau von März um 0,2 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex im April 2016 um 4,0 % unter dem Stand des Vorjahres und um 0,4 % unter dem Niveau des Vormonats.

Rohstoffpreise gut ein Viertel unter Vorjahresniveau

Auch Importeure von Rohstoffen mussten erheblich weniger zahlen als im April 2015. Hier unterschritten die Einfuhrpreise im April das Vorjahresniveau im Schnitt um 26,7 Prozent. Importierte Metalle verbilligten sich im Schnitt auf Jahressicht um 13,4 Prozent, Nichteisen-Metalle und entsprechendes Halbzeug um 15,9 Prozent und Nichteisen-Metallerze sogar um 20,5 Prozent. Die Einfuhrpreise für Nickel sowie Aluminium (und entsprechende Legierungen) lagen sogar im Durchschnitt 32,6 Prozent beziehungsweise 26,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Sinkende Einfuhrpreise auch bei Vor- und Enderzeugnissen


Die Preise für importierte Fertigwaren unterschritten das Vorjahresniveau im Schnitt um 2,0 Prozent, wobei sich Vorerzeugnisse auf Jahressicht um 5,1 Prozent verbilligten, Enderzeugnisse dagegen nur im Schnitt um 1,4 Prozent. Importeure von Vorleistungsgütern mussten durchschnittlich sogar 5,5 Prozent weniger zahlen als im Vorjahresmonat, Investitionsgüter verbilligen sich im Jahresvergleich im Schnitt um 1,2 Prozent. Importierte Konsumgüter kosteten durchschnittlich 1,6 Prozent weniger als im April 2015, Gebrauchsgüter waren 2,2 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Die Einfuhrpreise für Verbrauchsgüter lagen durchschnittlich 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Exportpreise ebenfalls mit stärkstem Rückgang seit 2009

Der Index der Ausfuhrpreise lag im April 2016 um 2,0 % unter dem Stand von April 2015. Dies war der stärkste Rückgang gegenüber dem Vorjahr seit Oktober 2009 (– 2,6 %). Im März 2016 hatte die Jahresveränderungsrate bei – 1,6 % gelegen, im Februar 2016 bei – 1,2 %. Gegenüber dem Vormonat März 2016 fielen die Exportpreise um 0,1 %.

cs/Destatis

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