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News, 06.12.2017
Importpreise Oktober
Energie- und Vorleistungsgüterimporte deutlich teurer
Der Preisauftrieb bei importieren Gütern hat sich zum Ende des dritten Quartals leicht abgeschwächt. Bei Energie und Vorleistungsgütern zogen die Importpreise gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings stark an.
Die Entwicklung der deutschen Außenhandelspreise seit Januar 2011 (Quelle: Destatis).
Die Entwicklung der deutschen Außenhandelspreise seit Januar 2011 (Quelle: Destatis).

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge sind die deutschen Einfuhrpreise im Oktober langsamer gestiegen als im Vormonat. Nachdem sich der Preisauftrieb gegenüber dem Vorjahresmonat im September auf 3,0 Prozent beschleunigt hatte (August: 2,1 %), lagen die Importpreise im Oktober nur mehr 2,6 Prozent über dem Vorjahresstand. Gegenüber September verteuerten sich Importe nach Deutschland im Schnitt um 0,6 Prozent und damit ebenfalls langsamer als noch im Vormonat. Im September waren die deutschen Einfuhrpreise nach einer Stagnation im August auf Monatssicht um 0,9 Prozent gestiegen.

Beeinflusst wurde der Anstieg der Importpreise im Oktober vor allem durch die Preisentwicklung bei Energie und Vorleistungsgütern. So lagen die Preise für importierte Energie im Oktober durchschnittlich 10,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber September verteuerten sich Energieimporte im Schnitt um 2,8 Prozent. Hier zeigten sich auf Jahressicht besonders starke Preisanstiege bei Steinkohleimporten. Sie verteuerten sich gegenüber Oktober 2016 um 28,8 Prozent. Aber auch für Erdgas (+ 10,5 %), Mineralölerzeugnisse (+ 9,8 %) und Erdöl (+ 9,1 %) mussten Importeure deutlich tiefer in die Tasche greifen. Importierter Strom war dagegen 11,7 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber September zogen allerdings die Strompreise kräftig an (+ 9,0 %).

Vorleistungsgüter – hierunter fallen Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – waren ebenfalls erheblich teurer als im Vorjahresmonat. Sie verteuerten sich gegenüber Oktober 2016 im Schnitt um 5,1 Prozent und auf Monatssicht um 0,6 Prozent. Teuerungstreiber waren hier vor allem Nicht-Eisen-Metallerze und Eisenerze. Für sie mussten deutsche Importeure durchschnittlich 27,8 Prozent bzw. 21,9 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Auch Importe von Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren erheblich teurer als im Vergleichszeitraum 2016 (+ 18,9 %). Gleiches galt für Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus (+ 12,6 %). Rohstoffe insgesamt verteuerten sich auf Jahressicht im Schnitt um 11,2 Prozent und gegenüber September um 2,8 Prozent. Die Preise für importierte chemische Grundstoffe lagen ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+ 7,7 %). Importe von elektronischen Bauelementen verbilligten sich dagegen auf Jahressicht um 2,4 Prozent.

Die Importpreise für Konsumgüter blieben auf Jahressicht dagegen nahezu stabil. Hier weist der Preisindex lediglich einen minimalen Anstieg um 0,2 Prozent aus. Importierte Verbrauchsgüter (kurzlebige Konsumgüter) verteuerten sich gegenüber Oktober 2016 etwas stärker um 0,6 Prozent (+ 0,2 Prozent gegenüber September).  Für Nahrungsmittel mussten Importeure durchschnittlich sogar 2,3 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Preisanstiege gab es hier vor allem bei importierter Milch und Milcherzeugnissen (+ 13,1 %) sowie bei Frucht- und Gemüsesäften (+ 25,4 %). Demgegenüber standen unter anderem kräftige Preisrückgänge bei verarbeiteten Kakao, vor sich Importe binnen Jahresfrist um 24,8 Prozent verbilligten.

Die Importpreise für Investitionsgüter lagen dagegen im Oktober 0,6 Prozent unter dem  Vorjahresniveau (+ 0,1 % gegenüber September). Importierte Maschinenbauerzeugnisse waren durchschnittlich 0,9 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, für mobile Computer wie Laptops, Personal Digital Assistants (PDAs) und ähnliche Endgeräte mussten Importeure durchschnittlich sogar 4,4 Prozent weniger zahlen als im Oktober 2016. Smartphones kosteten im Durchschnitt sogar 13,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Gebrauchsgüter verbilligten sich im Schnitt auf Jahressicht um 1,2 Prozent. Preisrückgänge gab es hier im Vorjahresvergleich unter anderem bei Bekleidung (- 1,3 %) und Schuhen (- 1,6 %), während beispielsweise Gummi- und Kunststoffwaren durchschnittlich 0,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat kosteten.

Die deutschen Ausfuhrpreise steigen dagegen weiter deutlich langsamer. Sie lagen im Oktober lediglich 1,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber September verteuerten sich deutsche Exporte lediglich um 0,1 Prozent.

cs/Destatis

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