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News, 05.10.2015
Importpreise weiter auf Talfahrt
Energie- und Rohstoffimporte immer billiger
Die Preistalfahrt bei Energie und Rohstoffen hat den Index der deutschen Einfuhrpreise im August so stark nach unten gedrückt wie seit sieben Monaten nicht mehr. Importe von Investitions-, Konsum- und Vorleistungsgütern verteuerten sich dagegen deutlich.
Für Rohstoffe mussten deutsche Importeure durchschnittlich gut ein Viertel weniger zahlen als im Vorjahresmonat (Quelle Grafik: Destatis)
Für Rohstoffe mussten deutsche Importeure durchschnittlich gut ein Viertel weniger zahlen als im Vorjahresmonat (Quelle Grafik: Destatis)
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die deutschen Einfuhrpreise im August im Durchschnitt 3,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das war der stärkste Rückgang seit Jahresbeginn (Januar 2015: - 4,4 %). Gegenüber Juli verbilligten sich Importe nach Deutschland im Schnitt um 1,5 Prozent. Hier ist es sogar der stärkste Rückgang seit Dezember letzten Jahres (- 1,7 %). Ökonomen hatten Medienberichten nach im Mittel der Befragten lediglich mit einer Verbilligung um 3,0 Prozent im Jahresvergleich und 1,4 Prozent auf Monatssicht gerechnet.

Energiepreise weiter im Sturzflug


Den größten Einfluss auf den Index der deutschen Einfuhrpreise hatte im August die Preisentwicklung bei Energie. Hierfür mussten deutsche Importeure durchschnittlich 29,8 Prozent weniger zahlen als im Vorjahresmonat. Die Preise für Erdölimporte unterschritten das Vorjahresniveau sogar um 42,1 Prozent. Importierte Mineralölprodukte verbilligten sich auf Jahressicht im Schnitt um 34,3 Prozent,  für Erdgas mussten Importeure durchschnittlich 3,0 Prozent weniger zahlen als im August 2014. Lediglich die Strompreise zogen an. Hier zeigte sich ein Anstieg binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Gegenüber Juli fielen die Preise für importierte Energie im Schnitt um 8,6 Prozent. Einen wahren Preissturz gab es hier bei Erdöl, das sich allein auf Monatssicht um 13,6 Prozent verbilligte (Mineralölerzeugnisse: - 10,2 %; Steinkohle: - 5,2 %; Strom: - 2,9 %).

Lässt man die Energiepreisentwicklung außen vor, legten die Einfuhrpreise allerdings deutlich zu, nämlich im Schnitt auf Jahressicht um 1,6 Prozent. Gegenüber Juli ergibt sich in dieser Betrachtung ein Anstieg um 0,6 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex im August 1,4 Prozent über dem Vorjahresstand und 0,7 Prozent über dem Niveau von Juli. Stand des Vorjahres und um 0,7 % unter dem Niveau des Vormonats.

Rohstoffpreise ebenfalls auf Talfahrt, Warenimporte dagegen deutlich teurer

Auch für Rohstoffe und entsprechende Halbwaren mussten Importeure im August erheblich weniger zahlen als im Vorjahresmonat. Hier unterschritten die Einfuhrpreise das Niveau von August 2014 im Schnitt um 21,6 Prozent (Rohstoffe: - 26,1 %; Halbwaren: - 16,2 %). Starke Preisrückgänge gab es hier unter anderem bei Eisenerzen, die sich im Schnitt auf Jahressicht um 17,3 Prozent verbilligten (+ 0,6 % gegenüber Juli). Auch Nichteisen-Metallerze waren mit Preisrückgängen von durchschnittlich 11,9 Prozent erheblich günstiger als ein Jahr zuvor. Deutlich rückläufig waren auch die Preise für Metalle, metallische Abfälle und Schrott. Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau im Schnitt um 5,5 Prozent (gegenüber Juli: - 2,9 %). Bei Metallen in Reinform sparten Importeure durchschnittlich immerhin noch 4,4 Prozent (- 2,6 % gegenüber Juli).

Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren ebenfalls deutlich günstiger als im August 2014. Sie verbilligten sich auf Jahressicht im Schnitt um 6,5 Prozent (- 1,3 % gegenüber Juli). Gleiches galt für Nichteisen-Metalle und entsprechendes Halbzeug mit Preisrückgängen von durchschnittlich 3,5 Prozent auf Jahressicht (- 3,8 % gegenüber Juli). Für Nickel mussten Importeure sogar durchschnittlich 28,0 Prozent weniger zahlen als im Vorjahresmonat und 9,2 Prozent weniger als im Juli. Auch die Einfuhrpreise für Getreide lagen deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonat (- 3,9 %) und gaben gegenüber Juli spürbar nach (- 3,0 %).

Gebrauchs- und Investitionsgüter deutlich teurer


Die Einfuhrpreise für importierte Fertigwaren zogen im August auf Jahressicht dagegen deutlich an.  Die stärksten Preisanstiege verzeichneten Importeure von Konsumgütern, die sich binnen Jahresfrist im Schnitt um 2,8 Prozent verteuerten. Die Einfuhrpreise von Verbrauchsgütern gingen ähnlich stark nach oben, nämlich im Schnitt im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Investitionsgüter verteuerten sich für Importeure im Schnitt auf Jahressicht um 2,3 Prozent. Vorleistungsgüter waren dagegen deutlich günstiger: Sie verbilligten sich im Schnitt im Jahresvergleich um 1,6 Prozent.

cs/Destatis
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