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Pressemitteilung

Immer mehr Eisenbahnunternehmen lassen die Getriebe von externen Technikern warten

(PM) Mosbach, 10.01.2012 - 40 Meter lang und 30 Meter breit wird die neue Montagehalle auf dem Grundstück des traditionsreichen Eisenbahnunternehmens der Gmeinder Getriebe- und Maschinenfabrik GmbH im baden-württembergischen Mosbach sein. Dort, wo sich jetzt noch trostlose Brachfläche befindet, werden bereits im nächsten Jahr Getriebe aus aller Welt professionell gewartet, instand gesetzt und geprüft. Beginnend mit der äußerlichen Reinigung und der Befundung der sicherheitsrelevanten Bauteile werden hier die Achsen auf Risse geprüft, Verschleißtteile ausgetauscht, neu justiert und remontiert. Anschließend wird der obligatorische Probelauf durchgeführt. Eingesetzt werden dabei Geräte und Maschinen auf dem neuesten Stand der Technik. Speziell geschulte Mitarbeiter sollen dann dafür sorgen, dass die Bahnunternehmen nur für einen kurzen Zeitraum auf ihre Antriebe und Radsatzgetriebe verzichten müssen. „Unser Ziel besteht darin, die Arbeiten an den Getrieben stets innerhalb von zwei Wochen fertigzustellen“, erklärt Geschäftsführer Schiermeister. Mehr als 15 Techniker sollen bis zum Jahr 2012 in der neuen Werkstatthalle arbeiten. Die Ressourcen sind auf 20 technische Fachkräfte ausgelegt.

Die Tendenz, die Getriebe der Schienenfahrzeuge nicht in der eigenen Werkstatt warten zu lassen, geht einher mit dem Anstieg der nichtbundeseigenen Eisenbahnunternehmen. Deutschland gilt hier innerhalb der EU als Vorreiter. 150 aktive private Bahnunternehmen gibt es hierzulande bislang. In Zukunft wird erwartet, dass sich deren Zahl sogar noch mehr als verdoppeln wird. Ein Grund dafür liegt darin, dass sich die größeren wieder in mehrere kleine aufspalten werden. Inzwischen nehmen sich auch andere Länder ein Beispiel an dem deutschen Modell und unternehmen – den Forderungen der EU nach Entmonopolisierung entsprechend – erste Schritte. In Österreich beispielsweise gibt es in der Steiermark und im Zillertal erste private Regionalbahnen, auch die Niederlande und die skandinavischen Länder ziehen allmählich nach. In Russland wurde der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn als Berater engagiert, um hier die Teilprivatisierungen der Staatsbahn voranzutreiben.

„Die kleinen Gesellschaften können es sich nicht leisten, 365 Tage im Jahr ständig die entsprechende Manpower vorrätig zu haben“, weiß Schiermeister. Selbst die Deutsche Bahn musste Zweidrittel ihrer Werkstätten in den vergangenen 15 Jahren schließen, um Kosten zu sparen. Im Durchschnitt dauert die Bearbeitung eines Getriebes 60 Stunden, mindestens vier Techniker sind dabei im Einsatz. Zudem ist die Anzahl der Fahrzeuge bei einer Gesellschaft oft so knapp bemessen, dass ein längerer Ausfall einer Lokomotive, eines Triebwagens, einer Metro oder Straßenbahn hohe Kosten und Verzögerungen im Betriebsablauf verursachen würde.

Nach Mosbach kommen daher nicht nur Standardantriebe, sondern vor allem auch Spezialgetriebe. Dazu gehören solche, die kaum mehr im Einsatz sind, etwa von der Reichsbahn der ehemaligen DDR oder aus historischen Fahrzeugen und Schmalspurbahnen. „Sobald es keine der üblichen Reparaturen ist, kommen auch die Staatsbahnen auf uns zu“, berichtet Schiermeister. Grund dafür ist, dass bei diesen Aufgaben auf den Mikrometer genau gearbeitet und die einzelnen Schritte detailliert dokumentiert werden müssen. Bei so hochkomplexen Arbeiten an den sicherheitsrelevanten Bauteilen ist Routine das A und O, Fehler können fatale Folgen haben.

Unternehmen wie Gmeinder Getriebe haben sich bereits an die neuen Märkte und Herausforderungen angepasst: Sie schicken ihre Mitarbeiter fortlaufend zu Schulungen, damit sie sich auch mit den Produkten anderer Hersteller auskennen. „Bei uns kommen ja nicht nur Getriebe an, sondern auch Haupt- und Nebengetriebe sowie komplette Radsätze“, so Schiermeister. Hinzu komme, dass immer mehr Flexibität gefordert wird: Ist ein Schienenfahrzeug in einen Unfall verwickelt, kann mitunter auch das Getriebe betroffen sein. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass schnell reagiert wird und die entsprechenden Materialien innerhalb kurzer Zeit beschafft werden.

Die Herausforderungen werden weiter zunehmen, darin ist sich Schiermeister sicher. Kunden und Aufträge werden nicht nur immer mehr und immer komplexer, die Aufgaben müssen auch in immer kürzerer Zeit abgewickelt werden – bei gleichbleibend hoher Qualität und zu möglichst geringen Kosten. Denn je mehr sich der Wettbewerb verschärft, desto höher wird der Preisdruck. Die Entwickler in der Gmeinder Getriebe Gruppe arbeiten daher schon am nächsten Projekt: einem intelligenten Getriebe. Es erkennt, wenn ein Ölwechsel notwendig ist und zeigt automatisch an, wenn Verschleiß oder Fehler vorliegen. Schon jetzt ist das Interesse seitens der Bahnunternehmen groß, berichtet Schiermeister: „Mit solchen Entwicklungen können die Firmen immense Kosten einsparen, da sie dafür sorgen, dass Wartungen oder Reparaturen nur noch dann vorgenommen werden, wenn sie auch wirklich notwendig sind.“
PRESSEKONTAKT
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Frau Kathrin Beck

ZUM AUTOR
ÜBER GMEINDER GETRIEBE- UND MASCHINENFABRIK GMBH

Gmeinder wurde 1913 gegründet und hat seit 1917 ihren Sitz in Mosbach/Baden. Der Schwerpunkt liegt in der Produktion und dem Verkauf von Antriebssystemen und Radsatzgetrieben von Schienenfahrzeugen sowie den entsprechenden Servicearbeiten. Seit ...
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