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News, 27.09.2010
Ifo-Geschäftsklimaindex
Deutsche Wirtschaft kostet Aufschwung aus
Die deutsche Wirtschaft bleibt im Stimmungshoch: Trotz erster Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung ist der Ifo-Index für das Geschäftsklima in Deutschland erneut gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit über drei Jahren.
Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft. Nach Meinung von Konjunkturexperten ist der Zenit des Aufschwungs aber nun erreicht.
Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft. Nach Meinung von Konjunkturexperten ist der Zenit des Aufschwungs aber nun erreicht.
Die deutschen Unternehmen bleiben weiterhin in Feierlaune: Wie das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mitteilte, hat der Ifo-Indikator zum Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands im September noch einmal leicht auf 106,8 Punkte zugelegt. Das ist der höchste Wert seit Juni 2007. Grund für die abermalige Aufhellung des konjunkturellen Stimmungsbarometers waren erneut verbesserte Lagebeurteilungen der Unternehmen, die ihre aktuelle Geschäftslage mit 109,7 Punkten so gut bewerten wie seit März 2008 nicht mehr (111,4 Punkte). Auch was die kommenden sechs Monate angeht, herrscht bei den Unternehmen weiter Optimismus, wenngleich auch nicht mehr ganz so stark wie im August. „Das konjunkturelle Hoch hält an“, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Besonders gut bleibt weiterhin die Stimmung in der Industrie, wo die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage zum siebten Mal in Folge besser bewerteten als im Vormonat. Zwar werden die Geschäftsaussichten im nächsten Halbjahr nicht mehr ganz so positiv beurteilt wie noch im August. Dennoch notierte der Ifo-Indikator mit 20,0 Punkten nur knapp unter dem Dreijahreshoch im Vormonat (20,2 Punkte). „Die Firmen erkennen weiterhin gute Exportchancen, rechnen aber nicht mehr mit dem hohen Expansionstempo der vergangenen Monate“, so Sinn.

Den stärksten Schub verzeichnet aktuell der Einzelhandel, wo sich das Geschäftsklima zum dritten Mal in Folge auf 11,4 Punkte verbesserte (August: 9,2 Punkte). So wird die eigene wirtschaftliche Lage von den Einzelhändlern aktuell so gut bewertet wie seit der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr. Auch was die weitere Geschäftsentwicklung angeht, zeigten sich die Firmen Sinn zufolge unverändert zuversichtlich. Im Großhandel hingegen hat sich das Klima zum zweiten Mal in Folge etwas eingetrübt. Zwar werden hier sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten weiter gut bewertet, mit einem Indikatorwert von 13,3 Punkten jedoch nicht ganz so positiv wie noch im Juli (15,7%) und August (14,6%).

Im Bauhauptgewerbe bleibt das wirtschaftliche Klima trotz einer leichten Aufhellung eher durchwachsen. So schätzen zwar die Unternehmen ihre aktuelle Lage wieder etwas besser ein als im August. Wie jedoch der Indikatorwert von -18,6 Punkten aufzeigt, wird das Klima von den Baubetrieben insgesamt auch weiter mehrheitlich als „eher ungünstig“ beurteilt. Bezogen auf die Geschäftentwicklung im kommenden Halbjahr stehen gestiegenen Erwartungen im Hochbau schlechtere Prognosen im Tiefbau gegenüber, weshalb der Teilindikator zu den Geschäftsaussichten im September insgesamt konstant blieb.

Am wenigsten Grund zur Klage hat aktuell das deutsche Dienstleistungsgewerbe. Hier legte der Ifo-Geschäftsklimaindikator zum vierten Mal in Folge zu und weist mit 20,5 Punkten den höchsten Wert von allen untersuchten Wirtschaftszweigen aus. So hat sich die Zahl der Dienstleister, die ihre aktuelle Geschäftslage als gut bewerten, im Vergleich zum Vormonat erneut erhöht. Die Prognosen für das kommende Halbjahr hingegen fallen nicht mehr ganz so optimistisch aus wie noch zuvor. „Auch ihre Personalplanungen sind nicht mehr ganz so deutlich auf Beschäftigungsaufbau ausgerichtet wie im August“, konstatierte Sinn.

Für die kommenden Monate erwartet Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger, dass die Inlandsnachfrage an Schubkraft gewinnen dürfte und der Aufschwung nicht mehr so stark wie bisher vom Export abhängen werde. Aufgrund der rückläufigen Dynamik im Außenhandel wird sich die Expansion der deutschen Wirtschaft Experten zufolge jedoch deutlich verlangsamen. "Die Konjunktur verliert an Fahrt", erklärte Commerzbank-Experte Ralph Solveen gegenüber Reuters. „Das überraschend hohe Wachstumstempo vom Frühjahrsquartal geht in ein moderates Wachstum über, das dann aber nachhaltiger ist", so Philipp Jäger von der DZ Bank.
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