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News, 15.02.2017
Abstiegsängste unbegründet
IW-Studie zeigt stabile Mittelschicht
Knapp jeder zweite Deutsche gehört zur Mittelschicht, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Vor allem Familien und Senioren gehören häufig dazu. Doch obwohl dieser Wert seit Jahren nahezu unverändert ist, plagen viele Menschen Abstiegsängste – zu Unrecht.
Bei Familien mit Kindern ist das Armutsrisiko unterdurchschnittlich (Bild: Bildagentur PantherMedia  / soloway)
Bei Familien mit Kindern ist das Armutsrisiko unterdurchschnittlich (Bild: Bildagentur PantherMedia / soloway)

Im Jahr 2014 zählten rund 40 Millionen Menschen in Deutschland zur sogenannten Mittelschicht. Das waren 48 Prozent der deutschen Bevölkerung. Damit ist der Anteil der zur Mittelschicht zählenden Menschen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren nahezu stabil geblieben. 2005 belief sich der Anteil der Mittelschichtler in Deutschland auf 50 Prozent. Das ist das Ergebnis der Studie "Mittelschicht in Deutschland" des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

Grundlage für die Definition der Mittelschicht ist das mittlere Netto-Einkommen: Im Jahr 2014 lag es bei rund 1.760 Euro für Alleinstehende und bei etwa 3.690 Euro für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren. In der Studie wurden alle in Deutschland lebenden Personen, die 80 bis 150 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, zur Mittelschicht gezählt. Um zur Gruppe der relativ Reichen – den vier Prozent mit dem höchsten Einkommen – zu gehören, brauchen Singles ein Netto-Einkommen von 4.400 Euro, ein Paar ohne Kinder 6.590 Euro.

Vor allem Familien gehören typischerweise der Mittelschicht an. Von den rund 8 Millionen Paaren mit Kindern sind es rund 54 Prozent. „Das Armutsrisiko von Familien mit Kindern ist insgesamt unterdurchschnittlich“, sagt IW-Wissenschaftlerin Judith Niehues. Ähnliches gilt für Senioren – jeder zweite Mensch über 65 ist in der Einkommensmitte zu finden. Paare ohne Kinder erreichen oft sogar die oberen Einkommensschichten, Singles finden sich eher in den unteren Einkommensbereichen wieder. „Die Zugehörigkeit zur Mittelschicht geht mit einer beachtlichen wirtschaftlichen Sicherheit einher. Die Gefahr eines Abstiegs in den Bereich der Armutsgefährdung wird zweifelsfrei überschätzt“, sagt Niehues.

Von Armut bedroht sind vor allem Alleinerziehende: Nur jeder Dritte gehört zur Mittelschicht, rund 40 Prozent sind relativ arm, zeigt die IW-Studie. Auch Personen mit niedrigem Bildungsniveau und Menschen mit Migrationshintergrund sind häufig einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt, sie gehören nur zu rund 37 beziehungsweise 40 Prozent zur mittleren Einkommensschicht.

Die Studie "Mittelschicht in Deutschland" steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

cs/IW

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