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News, 12.10.2011
IW-Analyse
Deutschland bleibt bei Arbeitskosten teures Pflaster
Obwohl die deutsche Industrie in puncto Arbeitskosten gegenüber anderen Industrienationen Boden gut gemacht, muss das Verarbeitende Gewerbe in Westdeutschland noch immer rund ein Viertel höhere Arbeitskosten schultern als die etablierte internationale Konkurrenz, zeigt eine aktuelle Analyse.

Der Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland hat sich seit der Jahrestausendwende, nicht zuletzt dank moderater Lohnabschlüsse, stark verlangsamt. Und was noch wichtiger: Die Arbeitskosten deutscher Unternehmen stiegen deutlich schwächer als beim Gros der internationalen Konkurrenz. So erhöhten sich die Kosten pro Arbeitsstunde in der deutschen Wirtschaft von 2000 bis 2010 im Durchschnitt jährlich lediglich um zwei Prozent, in den meisten anderen großen Industrienationen dagegen im Schnitt um drei Prozent. In Spanien und Großbritannien erhöhten sich die Arbeitskosten seit 2000 sogar jährlich durchschnittlich um vier Prozent. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor.*) „Nur in Japan und in der Schweiz war die Lohndisziplin größer“, so das Wirtschaftsinstitut.

Grund zu großem Jubel hat die deutsche Wirtschaft deshalb aber nicht, wie das internationale Arbeitskostenranking im Verarbeitenden Gewerbe zeigt. So hat sich das Verarbeitende Gewerbe Westdeutschlands in puncto Arbeitskosten in den letzten beiden Jahren zwar um drei Plätze verbessert. Allerdings markierte Westdeutschland im Jahr 2010 mit durchschnittlichen Kosten je Arbeitsstunde von 36,28 Euro in der Industrie noch immer den sechstteuersten Lohnstandort weltweit. In der EU nahm Westdeutschland bei den Arbeitskosten (unter Berücksichtigung von Vorleistungen) dem IW Köln zufolge sogar den fünften Rang ein. Hinzu kommt: Die Länder, die zum Teil auch wechselkursbedingt, noch höhere Arbeitskosten als Westdeutschland aufweisen, wie etwa der Spitzenreiter Norwegen, die Schweiz und Belgien sind ebenso wie Dänemark und Schweden weltweit keine großen Player. „Von den großen Industrieländern dagegen ist keines vor Westdeutschland platziert – nicht einmal Frankreich“, so das IW Köln.

Dass die Arbeitskosten für die deutsche Wirtschaft nach wie vor ein Handicap darstellen, zeigt vor allem das Beispiel China, das im internationalen Arbeitskostenranking derzeit auf Platz 31 steht: Hier belaufen sich die Arbeitskosten je Stunde mit durchschnittlich 2,69 Euro gerade mal auf sieben Prozent des westdeutschen Niveaus. Setzt man als Maßstab die durchschnittliche Höhe der Arbeitskosten in den Industrienationen an, übersteigt die Arbeitskostenbelastung der Industrie in Westdeutschland die internationale Konkurrenz noch immer um 24,6 Prozent. Gegenüber den EU-15 (ohne Deutschland), also allen EU-Mitgliedsstaaten vor der so genannten „Ost-Erweiterung“, belief sich der Arbeitskostennachteil 2010 auf immerhin noch 19,2 Prozent.

*) IW Trends: "Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich", von Christoph Schröder

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