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News, 19.05.2010
IT-Sicherheit
Wie sich WLANs vor fremdem Zugriff schützen lassen
Das Beispiel Google-Street-View und nicht zuletzt ein jüngstes BGH-Urteil zur Haftung für unzureichend geschützte WLAN-Netze zeigen: Ein ungesichertes Drahtlosnetzwerk kann ungeahnte Folgen haben. Der Security-Hersteller Kaspersky Lab gibt Tipps, wie kleine Firmen und Privatpersonen ihr WLAN weitestgehend zugriffssicher machen.

Nach einem jüngsten Bericht des Hightech-Branchenverbands BITKOM wird mittlerweile mehr als die Hälfte der rund 25 Millionen Breitband-Internetzugänge in Deutschland über ein drahtloses Netzwerk bzw. Wireless Local Area Network (WLAN) betrieben. Dabei belegt der jüngst publik gewordene Datenschutzskandal in Sachen Google-Street-View, dass noch immer viele WLANs offensichtlich unzureichend gegen fremden Zugriff abgesichert sind. So hatte Google eingestanden, mit seinem Street-View-Autos nicht nur Strassen, Gebäude und WLAN-Standorte inklusive Verschlüsselungsstatus, Seriennummer und Name der Funkstation (SSID) kartographiert, sondern aus ungesicherten WLANs – angeblich unbeabsichtigt – auch sogenannte Nutzdaten („payload“) wie beispielsweise Fragmente von E-Mails oder Inhalte von abgerufenen Websites abgegriffen und gespeichert zu haben.  

Was indes bei Google augenscheinlich „beiläufig“ geschah, erfolgt bei Kriminellen ganz gezielt: das Ausspähen von privaten Nutzerdaten, um diese dann für kriminelle Machenschaften zu missbrauchen. Sich hierzu Zugang zu verschaffen, ist bei WLANs, die nur unzureichend abgesicherte sind, für sie ein Kinderspiel. Zumal inzwischen Hacker-Kits, mit denen sich ein WLAN knacken lässt, zum Spottpreis überall im Internet erhältlich sind.

Doch auch von anderer Seite droht Gefahr, bietet doch ein ungeschütztes WLAN externen Dritten die Möglichkeit, den damit verbundenen Internetzugang zu nutzen. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) jüngst klargestellt, dass Privatpersonen für über ihr WLAN bzw. ihre Internetverbindung durch unberechtigte Dritte begangene Rechtsverletzungen in Haftung genommen werden können, falls das Drahtlosnetzwerk zum Tatzeitpunkt nicht ausreichend gegen fremden Zugriff geschützt war. Im entschiedenen Fall hatte eine Rechtinhaberin gegen den Inhaber eine privaten WLAN-Netzes auf Unterlassung geklagt, über dessen Internetverbindung von einem unberechtigten Dritten auf einer Tauschbörse ein Musiktitel der Klägerin ohne deren Zustimmung zum Download angeboten worden war.

Vor dem Hintergrund des neuen BGH-Urteils und des Google-Datenschutzvorfalls dürfte umso klarer werden, dass die Sicherstellung einer optimalen WLAN-Sicherheit sowohl privat als geschäftlich unverzichtbar ist. Aus aktuellen Anlass hat daher Costin Raiu, Director des Global Research and Analysis Teams bei Kaspersky Lab, in vier Tipps zusammengefasst, wie sich ein WLAN-Netz vor fremdem Zugriff schützen lässt.

Tipp Nr. 1:  WPA2-Verschlüsselung nutzen

WPA und WEP sind die älteren und daher weniger sicheren Verschlüsselungsstandards für WLAN-Netze. Um ein Höchstmaß an Sicherheit für ein drahtloses Netzwerk zu erhalten, sollte man daher die WPA2-Verschlüsselung mit dem Standard AES nutzen.

Tipp Nr. 2:  Sicherheitsstarke Passwörter verwenden

Zudem beugt die Verwendung von sicheren Passwörtern dem Missbrauch eines WLAN-Netzes vor. Um ein starkes Passwort zu erstellen, sollte man sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen sowie mindestens sieben Zeichen verwenden. Außerdem ist es ratsam, das Passwort für das Wireless-Netzwerk regelmäßig wechseln. Dies gilt prinzipiell bei der  Verwendung von Passwörtern, zum Beispiel bei Internetdiensten. Abhilfe bei der Passwort-Verwaltung bietet der Kaspersky Password Manager, der auch in der Sicherheits-Suite Kaspersky PURE enthalten ist [3].

Tipp Nr. 3:  Die Reichweite des Netzwerks reduzieren

Bei den Einstellungsoptionen eines WLAN-Netzwerks sollte man die Übertragungsrate auf „niedrig“ stellen. Die Leistung des Netzwerks wird nicht geringer, lediglich die Ausstrahlungsweite wird auf weniger als einen Kilometer vom Router entfernt beschränkt. Ein Schutzmechanismus, der wie im aktuellen Fall von Google-Street-View, vor dem Abfangen von Daten helfen würde.

Tipp Nr. 4:  Verwenden Sie einen aktuellen Router

Viele ältere Router verwenden keine WPA-Verschlüsselung oder werden langsamer, wenn man WPA nutzt. Daher sollte man einen aktuellen und sicheren WLAN-Router verwenden und dessen Firmware regelmäßig updaten.

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