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News, 04.03.2008
IT und Telekommunikation
IT-Energieeffizienz als Schlüsselfaktor im Klima- und Umweltschutz
Fast ein Zehntel des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland entfällt auf IT-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektroniksysteme. Die Entwicklung und der Einsatz neuer Technologien zum Ausbau der IT-Energieeffizienz kann einen wesentlichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten und eröffnet IT-Anbietern interessante neue Marktchancen.
Einem Bericht des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) zufolge verursachte der ITK-bezogene Stromverbrauch (inklusive Unterhaltungselektronik) im Jahr 2004 in Deutschland 28 Millionen Tonnen CO2-Austausch. Der Stromverbrauch durch ITK und Unterhaltungselektronik markiert demnach zurzeit etwa acht Prozent des Gesamtverbrauchs in Deutschland. Vor dem Hintergrund der klimapolitischen Relevanz der ITK und der volkswirtschaftlichen Bedeutung energie- und materialeffizienter ITK-Produkte sieht der BITKOM deshalb die Branche in einer Vorreiterrolle, die Entwicklung und Nutzung von „green IT“ noch stärker als bisher voranzutreiben.

Im Jahr 2006 entfiel nach Auskunft von Siegfried Behrend vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT GmbH) allein auf den Betrieb und die Kühlung aller Server in Westeuropa ein Stromverbrauch von 37 Terrawattstunden (= 37 Milliarden Kilowattstunden), was in etwa der Stromerzeugung von vier Atomkraftwerken entspricht. Darüber hinaus zeichnet sich ITK-Branche nach Angaben des BITKOM für rund zwei Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Demgegenüber steht ein Anteil an der weltweiten Wertschöpfung von etwa sechs Prozent. „Die Energieeffizienz der Branche ist um den Faktor drei besser als der allgemeine Schnitt durch alle Sektoren“, so Martin Jetter, Mitglied des BITKOM-Präsidiums, anlässlich der „Jahreskonferenz Klimaschutz und Ressourceneffizienz – Herausforderungen und Marktchancen für die Informationswirtschaft und Telekommunikation“.

Nach Meinung von Jetter müsse es deshalb erklärtes Ziel sein, das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch in Zukunft zu entkoppeln. Um diese Ziel jedoch zu erreichen, müssten über alle Wirtschaftsbereiche hinweg energieeffizientere Produkte entwickelt, produziert, genutzt und recycelt werden. Dabei bietet die ITK schon heute enormen Potenziale, die Umwelt zu entlasten: So könnten nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF)schon allein dadurch, dass jede vierte Geschäftsreise in Europa durch Videokonferenzen ersetzt würde, rund 28 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden, erläutert Jetter, demzufolge die ITK eine enorme Hebelwirkung auf die Energieeffizienz der gesamten Volkswirtschaft entwickelt.

Neben dem Thema „Energiesparen“ gilt es jedoch nach Meinung Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) auch verstärkt die Materialeffizienz und Rohstoffknappheiten zu berücksichtigen. So könnten Untersuchungen des UBA zufolge bei Rechenzentren, Leerlaufverlusten und durch den Einsatz von so genannten Thin Clients rund sechs Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid eingespart werden. Darüber hinaus könnten alleinig durch die Umstellung eines Drittels der PCs in Deutschland auf Thin Clients jährlich rund 100.000 Tonnen Material eingespart und die CO2-Belastung um eine Million Tonnen reduziert werden.

Um Verbrauchern, öffentlichen Haushalten und Unternehmen bei der Neuanschaffung von IKT-Geräten Orientierungshilfe zu geben und den verstärkten Einsatz ressourcenschonender ITK-Produkte voranzutreiben, plädiert Troge für den verstärkten Einsatz von Umweltzeichen: „Beispielsweise halte ich den Blauen Engel oder den Energy-Star, zur Kennzeichnung umweltfreundlicher sowie energieeffizienter Informations- und Kommunikationstechnik für notwendig“, so Troge. Auch müssten diese Kennzeichnungen direkt am Verkaufsort sichtbar gemacht werden. Abseits dessen gilt es nach Meinung von Jette und Troge Hersteller für ITK-Anbieter die Verbraucher umfassend zu informieren, damit diese das Thema Energieeffizienz bei ihren Kaufentscheidungen in Zukunft mehr berücksichtigen.

Dass das, was ökologisch Sinn macht, sich meist auch ökonomisch auszahlt, ist bei Experten, unbestritten: So könnten dem BITKOM-Bericht zufolge Verbraucherinnen und Verbraucher laut einer Studie des „Energy Saving Trust“ zu PCs mit umweltgerechtem Verhalten den Energieverbrauch auch bei modernsten Geräten noch einmal auf ein Sechstel reduzieren. Green IT ist somit nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern spart vor allem Kosten. Dies gilt auch für Unternehmen: So würden sich dem BITKOM zufolge bei einem richtigen Ansatz die Kosten für die Einrichtung eines modernen, grünen IT-Betriebs innerhalb von zwei Jahren allein über Energieeinsparungen amortisieren.

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