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IBH: Nachhaltigkeit - Konsumgüterindustrie und Handel vor einer entscheidenden Veränderung

Verbraucher achten nicht nur zunehmend darauf, ob Produkte ökologisch unbedenklich sind, sondern sie registrieren die Berichte in den Medien und in Sozialen Netzwerken sehr genau.
(PM) Köln, 14.12.2010 - Immer mehr Verbraucher interessiert es, ob Konsumgüter über Niedrigstlöhne, fragwürdige oder gar unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern in unsere Regale gelangt sind. „Das Thema Nachhaltigkeit meint weit mehr als nur Recycling-Papier und Bio-Produkte. Es setzt auf das verantwortungsvolle Handeln und Wirtschaften. Wer heute aus strategischen Gründen die Weichen auf Nachhaltigkeitsprozesse im eigenen Unternehmen nicht setzt, wird morgen zunehmend Marktanteile verlieren. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen", sagt Boris Hedde, Geschäftsführer vom IFH Köln.

Nicht nur der Preis oder die Qualität als Mehrwert, sondern auch die Sozialverantwortung (Corporate Social Responsability, CSR) eines Unternehmens wird in Zukunft entscheidend sein. Die Ausrichtung des Sortiments auf nachhaltige, ökologische Produkte, die Berücksichtigung der Umwelt, der Umgang mit Ressourcen, faire Arbeitsbedingungen und soziales Engagement prägen die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens und bieten klare Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern. „Der Verbraucher von heute will mit gutem Gewissen einkaufen. Und der Handel will gute Umsätze und mehr Marktanteile mit gutem Gewissen erzielen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine hervorragende Ergänzung", sagt Dr. Susanne Eichholz-Klein, Projektleiterin beim IBH.

Wie Nachhaltigkeit als neue Dimension im Wettbewerb die Konsumgüterindustrie und den Handel verändern wird, belegen die Umfrage-ergebnisse der IBH-Studie. So geben bei über 1000 repräsentativ befragten Verbrauchern in ganz Deutschland insgesamt 60 Prozent der Konsumenten an, dass sie in der letzten Zeit ihr Einkaufsverhalten in Bezug auf den Aspekt der Nachhaltigkeit geändert haben. Ein weiteres Ergebnis der IBH-Studie zeigt, dass die Umsätze der Konsumgüterindustrie und des Handels bei einer schlechten Reputation deutlich sinken können: Denn jeder zweite Verbraucher hat schon einmal Produkte von Firmen boykottiert, die nachweislich die Umwelt schädigen oder sozial bedenklich sind.

Das Thema Nachhaltigkeit birgt für Unternehmen und den Handel erhebliches Potential und gilt als neuer Wachstumstreiber. „Aber es beinhaltet auch Sprengkraft. Es wird einerseits Wettbewerbsvorteile und Kundenzufriedenheit schaffen, auch Umsätze mittel- und langfristig steigern, aber andererseits rigoros Firmen und deren Produkte durch Kaufenthaltungen und in den sozialen Netzwerken ‚abstrafen'. Das haben abschreckende Beispiele bei einigen Discountern in der letzten Zeit bewiesen", sagt Philipp Depiereux, Geschäftsführer von one sustainability.

Trotz ausgeprägter Preissensibilität deutscher Verbraucher und preis-aggressiven Vertriebsformen auf Seiten des Handels setzt sich zunehmend ein Wandel durch. Egal ob Fachhandel, Supermarkt, Warenhaus oder Discounter, - nur wer als Handelsunternehmen im Verdrängungswettbewerb die strategischen Chancen eines auf Nachhaltigkeit setzenden Konzepts erkennt, wird sich am Markt durchsetzen.

Diese Entwicklung betrifft Handel und Hersteller von Konsumgütern gleichermaßen, deren Dienstleister sowie die gesamte Zulieferkette (supply chain) des Handels - von der Logistik bis hin zur Verpackung. Als Schnittstelle zum Kunden werden die Händler ihr Sortiment kritisch hinterfragen und die gesamten eigenen Firmenprozesse zukünftig auf Nachhaltigkeit ausrichten. Damit muss der Handel seine Lieferkette zwangsläufig auf den Prüfstand stellen. „In diesem gesamten Prozess kommt dem Handel bedingt durch seine Sortimentsfunktion eine besondere Verantwortung zu, die er im Interesse des Verbrauchers ergreifen muss: Denn der Handel bündelt das Angebot für den Kunden und ist damit erster Ansprechpartner für kritische Fragen zu nachhaltigen Produkten und Prozessen", fasst Hedde zusammen.

Nachhaltigkeit ist Chefsache. Viele produzierende Unternehmen entlang der supply chain haben bereits begonnen, ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot zu „überdenken". Die Chancen auf mehr Wachstum funktionieren nur dann, wenn Konsumgüterindustrie und Handel mit einem umfassenden Konzept ihre Produkte sowie ihre gesamten Unternehmensprozesse und Zulieferketten auf Nachhaltigkeitskriterien überprüfen und abstimmen. Der Blick ins Ausland zeigt, dass in Ländern wie GB oder in den USA Nachhaltigkeitsstrategien schon weit verbreitet sind. Und in Frankreich wurde bereits in 2009 (Grenelle Initiative) ein nationales Programm für die nachhaltige Entwicklung gesetzlich festgelegt. In Deutschland stellen die Experten des IBH hingegen Nachholbedarf fest und geben auf die wesentlichen Fragen für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie in ihrer aktuellen IBH-Studie, die in Zusammenarbeit mit der Münchener one sustainability GmbH entwickelt wurde, Antworten.

Zu dem Branchenreport Spezial – Nachhaltigkeit: Vom Trend zum strategischen Erfolgsfaktor:
www.markt-studie.de/studien/branchenreport-spezial-nachhaltigkeit-p-133920.html
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