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News, 01.03.2011
Hohe Importpreise
Teuerung deutscher Exporte erreicht Rekordwert
Deutsche Unternehmen müssen für Importe immer mehr bezahlen. Die Folge: Im Januar verteuerten sich deutsche Exporte so stark wie seit rund 20 Jahren nicht mehr.
Die Gefahr einer sog. importierten Inflation in Deutschland wächst, treiben doch teure Importe die Erzeugerpreise und damit auch die Handelspreise in die Höhe.
Die Gefahr einer sog. importierten Inflation in Deutschland wächst, treiben doch teure Importe die Erzeugerpreise und damit auch die Handelspreise in die Höhe.
Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg der Index der deutschen Einfuhrpreise im Januar gegenüber dem Vormonat, nachdem er im Dezember bereits um 2,3 Prozent zugelegt hatte, erneut um 1,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich Importe nach Deutschland um 11,8 Prozent, womit die Jahresteuerungsrate im Januar nur knapp unter der Rekordmarke des Vormonats notierte: Im Dezember 2010 war die Jahresteuerung noch bei 12,0 Prozent gelegen und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 1981 gestiegen. "Die steigenden Importpreise belasten die Unternehmen gewaltig", so Jens Nagel, Geschäftsführer des Groß- und Außenhandelsverbandes BGA, dem zufolge 40 Prozent der deutschen Exporte aus ausländischen Lieferungen bestünden. Entsprechend zogen auch die deutschen Ausfuhrpreise weiter an: Dem Statistikamt zufolge erhöhten deutsche Exporteure ihre Preise im Januar gegenüber Dezember letzten Jahres erneut um 0,8 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent. Wie ein Statistiker gegenüber Reuters erklärte, ist das ausfuhrseitig die höchste Jahresteuerungsrate seit April 1982 (+5,5%). Im Dezember letzten Jahres war die Jahresteuerung der deutschen Ausfuhrpreise noch bei 5,2 Prozent und im November bei 4,5 Prozent gelegen.

Preisexplosion bei Eisenerz und Rohkaffee


Den stärksten Preisauftrieb auf Jahressicht gab es bei Eisenerz, für das deutsche Importeure im Januar 99,1 Prozent mehr zahlen mussten als im Januar 2010 und 2,5 Prozent mehr als im Dezember letzten Jahres. Die Preise für Nickel erhöhten sich im Januar auf Monatssicht sogar um 7,1 Prozent und lagen um 46,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen verteuerten sich im Januar um 4,1 Prozent und binnen Jahresfrist um 31,1 Prozent. Die Preise für Rohkupfer lagen 36,2 Prozent über dem Vorjahresniveau und stiegen gegenüber Dezember um 3,8 Prozent. Nicht-Eisen-Metallerze verteuerten sich im Januar auf Monatssicht um 1,9 Prozent und binnen Jahresfrist um 29,7 Prozent. Die Preise für Nicht-Eisen-Metalle stiegen gegenüber Dezember 2010 um 3,1 Prozent und lagen um 29,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat.  Rohaluminium verteuerte sich im Januar sogar um 5,0 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 27,6 Prozent.

Weiter aufwärts gerichtet bleibt auch die Preisentwicklung bei Energie. Hier stiegen die Preise im Januar über alle Energieträger hinweg auf Jahressicht um 31,5 Prozent und gegenüber Dezember um 3,1 Prozent. Die höchste Jahresteuerung unter den Energieprodukten wies Rohöl auf, für das deutsche Importe im Januar 4,2 Prozent mehr zahlen mussten als im Dezember und 33,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich auf Jahressicht um 31,0 Prozent und gegenüber Dezember um 3,2 Prozent. Die Preise für Rohgas lagen im Januar um 29,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Dezember stiegen die Rohgaspreise um 1,8 Prozent. Ohne den Preisauftrieb bei Erdöl und Mineralölerzeugnissen hätte die Jahresteuerungsrate der deutschen Einfuhrpreise bei 9,3 Prozent gelegen.

Im Bereich der chemischen Erzeugnisse verteuerten sich am stärksten Düngemittel, für die deutsche Importeure im Januar 44,1 Prozent mehr zahlen mussten als im Vergleichszeitraum 2010 und 3,2 Prozent mehr als im Vormonat Dezember. Die Preise für Kunststoffe legten im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls erheblich zu. Sie stiegen binnen Jahresfrist um 16,5 Prozent und gegenüber Dezember um 3,6 Prozent.

Im Nahrungsmittelsektor schnellten insbesondere die Preise für Rohkaffee und Getreide weiter in die Höhe. So verteuerten sich Rohkaffeeimporte im Januar auf Jahressicht um 71,8 Prozent und im Vergleich zum Vormonat um 7,8 Prozent. Für Getreide mussten deutsche Importe 65,2 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr und 5,0 Prozent mehr als im Dezember. Die Preise für Geflügelfleischimporte stiegen binnen Jahresfrist um 9,5 Prozent (- 0,5% gegenüber Dezember 2010), die Preise für Rindfleisch um 5,8 Prozent (- 1,0% gegenüber Dezember) und die für importierte Milch und Milcherzeugnisse um 10,3 Prozent  (+0,7% gegenüber Dezember).
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