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Kolumne
Fit for Success, 04.05.2010
Herz-Kreislauf
Auch Evas bekommen Infarkte
Je größer der Stress, desto höher das Risiko für einen Herzinfarkt. In diesem Kontext zeigt eine Studie, dass die Symptome eines drohenden Infarkts bei Frauen und bei Männern unterschiedlich sind.
Rund 100.000 Euro kostet es Unternehmen, wenn eine Führungskraft wegen eines Herzinfarkts (im Schnitt 85 Tage) ausfällt. Und dieses Risiko ist gar nicht so gering, da die immensen Stressbelastungen von Führungskräften die Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich erhöhen. Laut Professor Joachim Fischer vom Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg unterschätzt jede zweite Führungskraft das Infarktrisiko.

Infarkte galten lange Zeit als Managerkrankheit. Doch die Frauen holen auf. Nicht nur bei der Karriere. Auch beim Infarktrisiko. Jährlich bekommen rund 130.000 Frauen in Deutschland einen Herzinfarkt. Problematisch: Frauen nehmen die Symptome eines drohenden Infarktes nicht ernst, da sie sich von den bekannten klassischen Merkmalen bei Männern unterscheiden. Wie eine Studie der US-amerikanischen University of Arkansas for Medical Sciences zeigte, haben nur 30 Prozent der Frauen vor einem Infarkt die bei Männern typischen Symptome.

Während sich bei Männern ein Infarkt durch Enge und Schmerzen in der Brust, die bis in den Arm und Hals ausstrahlen, ankündigen, sind die Symptome bei Frauen unspezifischer, etwa unerklärliche Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot, Herzklopfen und Herzrasen oder kurzzeitige Ohnmacht. Dieser Symptomenkomplex wird als „Eva-Infarkt" bezeichnet. Das Tückische an ihm ist seine Mehrdeutigkeit. Zwei von drei Frauen, die einen Herzinfarkt bekommen, klagen gar zuvor über keinerlei Beschwerden. Dabei sendet das Herz bereits einen Monat vorher eindeutige Signale, wie die Studie der Universität Arkansas nachwies.

Was die Sache noch brisanter macht: Frauen haben ein um 30 Prozent höheres Risiko als Männer, einen Herzinfarkt nicht zu überleben, eben weil die Symptome unspezifischer sind und die Notwendigkeit einer adäquaten medizinischen Versorgung später erkannt wird. Beim Herzinfarkt zählt jedoch jede Minute. Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere Herzinfarkte, gehören mittlerweile auch bei Frauen zu den Haupt-Todesursachen in Deutschland. Besonders gefährdet sind Frauen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel und Übergewicht.

Früherkennung ist wichtig. Die so genannte „NAN“-Regel hilft. NAN steht für Nase-Arm-Nabel. Nach dieser Regel sind alle plötzlich auftretenden Beschwerden in der Region zwischen Nasenspitze, Arm und Nabel, die länger als 15 Minuten anhalten, verdächtig. Dann heißt es, schnell zum Arzt.

Vorbeugung ist auch beim Eva-Infarkt die beste Medizin. Vorher-Nachher-Studien belegen, dass die durch ein gezieltes Gesundheitscoaching bewirkte Lebensstiländerung das Herzinfarktrisiko bei Frauen wie Männern um bis zu 70 Prozent (!) senkt. Der geänderte Lebensstil gleicht dann übrigens auch ein mögliches Burnout-Risiko aus!

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Über Dr. Dr. Michael Despeghel
Dr. Dr. Michael Despeghel ist seit rund 25 Jahren der führende Experte für Fitness, Prävention und gesunde Lebensführung. Als Redner der Extraklasse hält der Lifestyle-Guru europaweit Vorträge zu Themen wie "Lust auf Leistung“, „Bewusster leben, bewusster ... mehr
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