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Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
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Glutamat fördert Völlerei und reduziert Hormon zur Fettverbrennung

(PM) , 23.02.2006 - Geschmacksverstärker = Gewichtsverstärker?! Der in aller Munde befindliche Geschmacksverstärker Glutamat beeinflusst die Appetitregulation des Sättigungszentrums im Gehirn und leistet damit der Entstehung von Übergewicht Vorschub. Dieses Ergebnis bringt die jüngst durchgeführte Studie des deutschen Professor Michael Hermanussen und seinem Team an der Kieler Universität zutage (1), berichtet heute Diplom Ökotrophologin Bettina Geier von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., die vor dem übermäßigen Konsum von glutamathaltigen Speisen warnt und zu natürlichen Lebensmitteln ohne Glutamat rät. Seit längerem ist bekannt, dass Glutamat in extrem hoher Dosierung eine nervenschädigende Wirkung hat. Die Studie der deutschen Forschergruppe umfasste Tierversuche sowie Untersuchungen am Menschen. An 30 trächtigen Rattenweibchen sowie deren Nachwuchs erkundeten die Wissenschaftler die Effekte von oral zugeführtem Glutamat in verschiedenen Dosen. Nach Geburt und Entwöhnungsphase erhielten die Jungtiere weiterhin Glutamatzugaben verabreicht. Die aufgenommene Substanz bewirkte dosisabhängig eine gesteigerte Gefräßigkeit der Ratten. Die Tiere, die die höchsten Glutamatdosen zugefüttert bekommen hatten, verdreifachten ihre Trinkmenge und verdoppelten fast ihre Nahrungsaufnahme. Der Einfluss zeigte sich bei männlichen Tieren bezeichnender als bei weiblichen. Einen zweiten Zusammenhang offenbarten die Forscher zwischen aufgenommener Glutamatmenge und der körpereigenen Produktion des sogenannten Wachstumshormons (HGH) oder auch Somatropin. Dieses Hormon hat bei Tier als auch beim Menschen Einfluss auf die Fettverbrennung und Entstehung von Fettleibigkeit, welcher das Hormon entgegenwirkt. Gleichzeitig ist das Wachstumshormon aber auch zuständig für das entwicklungsgemäße Körperwachstum, und daher unentbehrlich für die körperliche Entwicklung im Wachstumsprozess. Die Glutamataufnahme über die Nahrung der schwangeren Ratten beeinträchtigte die altergemäße Entwicklung des Nachwuchses. Die mütterliche Fütterung mit der höchsten Glutamatbeimengung bewirkte ein stark vermindertes Größenwachstum. Messungen zeigten dass die Konzentration des Wachstumshormon im Blutserum bei diesen Tieren, die vor ihrer Geburt Glutamat über die mütterliche Nahrung erhalten hatten, signifikant niedrig waren. Bei aufrechterhaltener Zufütterung mit der Aminosäure der Mütter während der Säugungsphase blieb die Wachstumsrate der Rattenbabys weiterhin auffallend unter dem Durchschnitt. Anhand dieser Zusammenhänge lässt sich folglich auch das Ergebnis der Humanstudie erklären. Diese bestätigte die Hypothese, dass krankhaftes Übergewicht in engem Zusammenhang mit geringer Körpergröße steht. Die Messdaten von 807.592 deutschen Wehrdienstpflichtigen zwischen 27-29 Jahren sowie 1.423.368 Frauen ergaben dass ab steigenden BMI-Werten über 38, also bei krankhaftem Übergewicht, die Durchschnittsgröße der Probanden kontinuierlich sank. Bei den männlichen Probanden was dieser Zusammenhang deutlicher ausgeprägt als bei den Frauen. Gesteigerter Essdrang sowie eine deutlich verringerte Sekretion des Wachstumshormons, und infolgedessen eine eingeschränkte Wachstumsentwicklung sind die Hauptmerkmale glutamatinduzierter Nervenschädigung, fasst Hermanussen die Untersuchungsergebnisse zusammen. Männliche Wesen reagierten hierbei grundsätzlich sensitiver. Die gegenwärtige Studie zeige zum ersten Mal, dass ein vielverwendeter Nahrungszusatzstoff, E 20 – E 25, in Mengendimensionen, die nur ganz schwach über der täglich mit der üblichen Nahrung aufgenommenen Menge liegt, ein beachtenswertes Potential zur Störung des vom Sättigungszentrum gesteuerten Regulation des Appetits aufweist und dadurch den Hang zu weltweit verbreitetem Übergewicht fördert. Angesichts der Datenlage ist der Bedarf an weiteren empirischen Untersuchungen also hinreichend gegeben. Glutamat in Form von Glutaminsäure ist eine Aminosäure, die in geringen Mengen natürlicherweise im menschlichen Körper sowie in einigen Nahrungsmitteln wie Sojaprodukten (Sojaprotein) vorkommt. Der seit den 70er Jahren als Geschmacksverstärker eingesetzte Zusatzstoff ist heute das wichtigste Additiv in der Nahrungsmittelproduktion. Die Experten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik raten dem Verbraucher im Rahmen einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung zu einem reichlichen Verzehr frischer und naturbelassener Lebensmittel und einen geringen Anteil an Fertigprodukten. Buchtipp: Informationen über eine gesunde Ernährungsweise enthält das Kalorien-Nährwert-Lexikon, das von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik herausgegeben wird. Unter buch.ernaehrungsmed.de/3877067255 kann der effiziente Praxisratgeber angefordert werden. Quelle: (1) Hermanussen M et al.: Obesity, voracity, and short stature: the impact of glutamate on the regulation of appetite. European Journal of Clinical Nutrition (2006) 60, 25-31.
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