Wo das Produkt vergleichbar ist, gibt der Verkaufspreis meist den Ausschlag. Die preispolitische Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen basiert von daher nicht zuletzt auf einem kosteneffizienten Einkauf. In diesem Kontext erlangt das Global Sourcing eine immer höhere Bedeutung. Die Einsparpotenziale, die sich durch eine internationale Beschaffung ergeben, sind erheblich: Laut SONSEC betragen diese im Durchschnitt 10 Prozent und mehr.
Während jedoch der Studie zufolge 90 Prozent der großen Unternehmen über eine global ausgerichtete Beschaffungsstrategie entsprechende Einsparungen erzielten, bleibe der Einkauf von Waren und Dienstleistungen nach Angaben von SONSEC bei mehr als 60 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen nach wie vor zumeist auf das eigene Postleitzahlengebiet beschränkt. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Kosten- und preispolitischen Wettbewerbdrucks dürfe ein zeitgemäß und innovativ geführter Einkauf jedoch heute keine nationalen Grenzen kennen.
Abseits aller Chancen, die mit Global Sourcing einhergehen, seien Unternehmen dennoch gut beraten, stets auch die damit verbundenen Risiken zu beachten, mahnt der Beschaffungsspezialist. Demnach sollten Unternehmen im Rahmen von Global-Sourcing-Prozessen im Vorfeld immer folgende Aspekte berücksichtigen:
Ob und in welchem Maße ein Unternehmen den erhöhten Anforderungen einer internationalen Beschaffung Rechnung zu tragen vermag, hängt dem Bericht zufolge von mehreren Faktoren ab. Neben den personellen und finanziellen Ressourcen sei vor allem auch die strategische Komponente entscheidend. So würden, nicht zuletzt aufgrund personeller Engpässe, häufig „Gewinn bringende Tätigkeiten“ im Hinblick auf die optimale Ausrichtung der Einkaufsstrategie zu Gunsten operativer Tätigkeiten vernachlässigt.
Vor allem aber gilt es, das Unternehmen für eine internationale Beschaffung erst mal fit zu machen: Organisatorisch und auch im Hinblick auf Know-how. So müssten beispielsweise sämtliche Zeichnungen und Produktspezifikationen mehrsprachig erzeugt sowie mit internationalen Normen versehen werden. Auch unverzichtbar: der Aufbau der für eine globale Beschaffung notwendigen Expertise. Als wesentliche Aspekte nennt SONSEC dabei unter anderem fundierte Fremdsprachenkenntnisse, Wissen über die Kultur und Denkweise in den jeweiligen Ländern, internationales Vertragsrecht, Import- und Zollbestimmungen sowie Verhandlungssicherheit im Umgang mit ausländischen Lieferanten.
Für einen Einstieg in die weltweite Beschaffung nennen die Beschaffungsspezialisten als naheliegendste Variante den Aufbau einer eigenen Global Sourcing / Global Procurement Abteilung. Voraussetzung hierfür sei jedoch eine uneingeschränkte Bereitschaft in geeignetes Personal und Infrastruktur zu investieren. Eine zweite interessante Option stellten so genannte Tier-One und Tier-Two-Lieferanten dar, die neben der Entwicklung, Dokumentation und Konstruktion von Systemen, Komponenten sowie Teilen der Endprodukte eines Herstellers (OEM) auch ein internationales B- und C-Teile Management anbieten und Aufgaben der Disposition, Lagerhaltung, Qualitätskontrolle und Logistik übernehmen.
Ergänzend oder alternativ bietet sich Unternehmen, die einen Einstieg in ein Global Sourcing erwägen auch die Möglichkeit externe Berater und Dienstleister in Anspruch zu nehmen, deren Know-how und Erfahrung gerade in der Analyse-, Planungs- und Realisierungsphase durchaus hilfreich sein kann. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der internationalen Lieferantenidentifikation über den Lieferantenaufbau bis hin zur Organisation der Beschaffungsaktivitäten mit entsprechenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Da die Bedeutung internationaler Beschaffungsmärkte weiter zunehme und ein dahingehendes Engagement den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern helfe, sollten sich Unternehmen dem Bericht zufolge bereits heute unvoreingenommen mit den Möglichkeiten der internationalen Beschaffung auseinandersetzen und ihre derzeitigen Einkaufsstrukturen auf entsprechende Potenziale hin überprüfen.