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News, 26.08.2015
RLV-Analyse
Getreidepreise haben geringe Auswirkungen auf den Brotpreis
Broterzeugnisse haben sich gemessen an der Kaufkraft für Verbraucher in Deutschland in den letzten 65 Jahren stark verbilligt. Dabei hat sich der Einfluss der Erzeugerpreise für Getreidemehl auf den Brotpreis stark verringert.
Der Erlösanteil der Landwirtschaft am Brotpreis ist seit 1950 stark zurückgegangen (Bild: panthermedia.net / Marko Volkmar.
Der Erlösanteil der Landwirtschaft am Brotpreis ist seit 1950 stark zurückgegangen (Bild: panthermedia.net / Marko Volkmar.
Die Getreideernte ist zum Großteil eingefahren und wird jetzt in der Lebensmittelwirtschaft der Verwertung zugeführt. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) ermittelt hat, nehmen allerdings die Preise respektive Kosten für Getreide bei der Produktion von hieraus hergestellten Nahrungsmitteln eine deutlich geringe Bedeutung ein als noch vor 65 Jahren. So stellen die Erzeugerpreise für Backweizen - derzeit nach Angaben des Verbands durchschnittlich rund 200 Euro pro Tonne – beispielsweise bei der Brotherstellung nur noch einen geringen Kostenfaktor dar: Dem Verband nach macht der Kostenanteil von Getreidemehl am Endverbraucher-Brötchenpreis heute weniger als sieben Prozent aus.

Dem RLV zufolge benötigt ein Bäcker für die Herstellung eines Brötchens etwa 34 Gramm Mehl. Bei einem Ausmahlungsgrad von 75 Prozent entspricht das dem Verband zufolge etwa 45 Gramm Weizen. „Um den Brötchenpreis um nur einen Cent anzuheben, müsste sich der Getreidepreis verdoppeln“, so der RLV.

Erlösanteil der Landwirtschaft am Brotpreis massiv zurückgegangen

Die Kosten für Energie und Löhne fallen deutlich schwerer ins Gewicht: Während sich der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters laut RLV im Zeitraum 1950 bis 2013 mehr als verzweiundzwanzigfacht hat, legten die Brotpreise nur um das Zehnfache zu, also weniger als halb so stark. Das heißt, das sich ein Industriearbeiter in Deutschland für seinen Stundenlohn heute (Bezugsjahr: 2013) mehr als doppelt so viel Brot kaufen kann wie vor gut 60 Jahren.

Angaben des RLV zufolge lag der Weizenerzeugerpreis im zweiten Halbjahr 2013 auf dem Niveau von 1950. Dabei erlöste ein Landwirt bezogen auf das Endprodukt nach Auskunft des Verbands im Schnitt nur etwa sechs bis sieben Prozent. 1950 waren es dem RLV nach noch zwei Drittel vom Brotpreis gewesen.

„Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die Inflationsrate, dann könnten die Erzeuger für einen Doppelzentner (100 kg) heute etwa 86 € erlösen“, so der Verband.

cs/RLV
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