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News, 23.11.2012
Gesundheitsstudie
Eurokrise verdrängt die Angst vor Krankheit
Die Ängste der Deutschen vor schweren körperlichen oder seelischen Erkrankungen sind im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gesunken. Größter Angsttreiber unter den Krankheiten ist nach einer Studie der DAK-Gesundheit weiter Krebs.
Die Wirtschaftskrise in Europa und die Berichterstattung in den Medien scheint bei vielen Deutschen die Sorgen um die eigene Gesundheit in den Hintergrund zu drängen. So haben gegenwärtig deutlich weniger Menschen in Deutschland Angst, an einem schweren Leiden zu erkranken, als in den vergangenen zwei Jahren. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit, in der das Forsa-Institut das dritte Jahr in Folge bundesweit 3.019 Männer und Frauen zu ihren gesundheitlichen Ängsten befragt hat. Das gilt auch für der Deutschen größte Sorge in Gesundheitsfragen, der Angst vor Krebs: Der Erhebung nach verringerte sich der Anteil der befragten Deutschen, die befürchten, hieran zu erkranken, binnen Jahresfrist um sieben Prozent. Schwere seelische Erkrankungen betreffend ging der Anteil der Besorgten im Vergleich zum Vorjahr sogar um 23 Prozent zurück.

Demenz rückt bei Gesundheitsängsten auf Platz 3

Am weitesten verbreitet bleibt die Angst vor Krebs: Der Studie zufolge treibt die Furcht vor einer Krebserkrankung derzeit 68 Prozent der Deutschen um. Damit hat sich der Anteil der Bundesbürger, die sich diesbezüglich Sorgen machen, gegenüber den vorangegangenen zwei Jahren um fünf Prozentpunkte verringert (2011 und 2010: 73%). Auf dem zweiten Platz in der Gesundheitsängste-Skala folgt die Angst, bei einem Unfall schwerere Verletzungen davonzutragen (49%). Dicht dahinter folgt das neue Schreckgespenst Demenz (48%). „Erstmals haben mehr Menschen Angst vor Alzheimer und Demenz als vor einem Schlaganfall, wobei im Vergleich zum Vorjahr auch bei diesen Diagnosen die Furcht spürbar abnahm“, so die DAK-Gesundheit. Die Angst vor einem Schlaganfall ist allerdings mit 46 Prozent noch stärker ausgeprägt als die vor einem Herzinfarkt (41%). Am stärksten schwächte sich die Angst vor psychischen Erkrankungen ab: Während sich im letzten Jahr noch mehr als jeder Dritte (36%) in diesem Kontext Sorgen machte,  gilt dies mittlerweile nurmehr für ein gutes Viertel (28%). Damit rangiert die Angst, an Depressionen oder Burnout zu erkranken, noch hinter der vor einem Bandscheibenvorfall (30%).

„Es scheint, als ob permanente Medienberichte über Krankheiten und Gesundheitsrisiken auch die Ängste der Menschen schüren“, kommentierte DAK-Gesundheitsexperte Dieter Carius die Umfrageergebnisse. Während 2011 der Reaktorunfall in Japan, der EHEC-Virus, die Alzheimer-Erkrankung von Ex-Schalke Manager Rudi Assauer oder der „Burnout“ von Fußballtrainer Ralf Rangnick für viele Gesundheits-Schlagzeilen gesorgt hätten, sei in diesem Jahr vor allem die Berichterstattung über die Finanzkrise dominant. „Viele Menschen haben vermutlich jetzt andere Probleme, als sich Sorgen um mögliche Krankheiten zu machen“, konstatierte Carius.

Den Einfluss der Berichterstattung in den Medien verdeutlicht auch der Blick auf die 2011-Ergebnisse aus Baden-Württemberg, wo im vergangenen Jahr die Angst vor Krebs am stärksten ausgeprägt war. Hier gab im letzten Jahr ein Viertel der Besorgten als Begründung für die Angst vor einer Krebserkrankung die öffentliche Diskussion um die Atomkraft an. 2012 hat sich der Anteil derer, die ihre Angst hierdurch begründet sehen, gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent verringert.

Bayern und Niedersachsen am gesündesten

Obwohl die Sorgen vor körperlichen und seelischen Erkrankungen im Durchschnitt deutlich abgenommen haben, nimmt die Gesundheitsvorsorge bei den Deutschen dem Bericht nach einen unverändert hohen Stellenwert ein. Aktuell konkreten Anlass zur Besorgnis, was den eigenen Gesundheitszustand angeht, sehen jedenfalls die meisten Deutschen nicht. So stuft gegenwärtig 88 Prozent der Bundesbürger ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut ein. Im Vergleich der Bundesländer die meisten aus eigener Sicht gesunder Bundesbürger finden sich in Niedersachsen und im Freistaat Bayern: Hier vergeben die eigene Gesundheit betreffend jeweils sogar 92 Prozent ein „sehr gut“ oder „gut“. Schlusslicht im Länder-Ranking sind Sachsen-Anhalt und Mecklenburg Vorpommern (jeweils 84%).
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