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News, 26.06.2018
Konjunkturabschwächung
Geschäftsklima in der Deutschen Wirtschaft trübt sich ein
Die deutsche Wirtschaft stößt an Kapazitäts- und Wachstumsgrenzen, und die Geschäftserwartungen stagnieren auf einem Zweijahrestief – die Euphorie bei den Unternehmen ist verflogen, zeigt der ifo Geschäftsklimaindex.
Quer durch alle Wirtschaftszweige trübte sich die Stimmung ein.
Quer durch alle Wirtschaftszweige trübte sich die Stimmung ein.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich. Nach einer kurzfristigen Erholung im Mai hat der ifo-Geschäftsklimaindikator im Juni mit einem Rückgang um 0,5 auf 101,8 Punkte seine Talfahrt fortgesetzt. Das ist der tiefste Stand seit einem Jahr. Damit hat der wichtigste deutsche Konjunkturindikator, der monatlich die Entwicklung der Geschäftslage und Geschäftserwartungen von insgesamt rund 9.000 Unternehmen in Deutschland widerspiegelt, seit November letzten Jahres insgesamt um 4,5 Punkte nachgegeben. „Der Rückenwind für die deutsche Wirtschaft flaut ab“, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest die aktuelle Lage.

Verantwortlich für die weitere Eintrübung des Geschäftsklimas ist eine Verschlechterung der Geschäftslage. Hier gab die Bewertungen der Unternehmen im Juni, nachdem sie sich im Mai vorübergehend leicht verbessert hatten, um 1,0 auf 105,1 Punkte nach. Das ist der schlechteste Wert seit Juni letzten Jahres (104,1 Punkte). Hinzu kommt, dass der Optimismus in ein Wiederanziehen der Geschäfte schwindet. So stagniert der Indikator zu den Geschäftserwartungen der Unternehmen bei 98,6 Punkten und damit auf den niedrigsten Wert seit März 2016 (98,1 Punkte).


„Das Gute ist: Wir sind immer noch auf einem sehr, sehr hohen Niveau. Die Mehrheit der Unternehmer schätzt die Lage immer noch als deutlich überdurchschnittlich gut ein. Das heißt wir sind auf jeden Fall weit davon entfernt in eine Rezession zu geraten, aber es heißt eben auch, dass sich der Konjunkturaufschwung etwas abschwächt“, konstatierte ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser.


Zudem macht sich in vielen Unternehmen mehr und mehr der Fachkräftemangel bemerkbar: „Die Unternehmen berichten uns regelmäßig, dass sie an der Kapazitätsgrenze produzieren. Sie sagen, ich kann meine Produktion zwar auf dem aktuellen Niveau halten, ich finde die Arbeitskräfte nicht mehr, damit ich sie ausweiten kann. Und das bremst unser Wachstum“, so Wollmershäuser.

Stimmungseintrübung quer durch alle Branchen

Am stärksten trübte sich das Geschäftsklima im Handel ein. Hier gab der ifo-Indikator im Juni, nachdem sich die Stimmung der Händler im Mai kurzzeitig stark verbessert hatte (+ 4,2 Zähler), um 3,2 auf 11,3 Punkte nach. Grund für den Rückgang des Indikators sind weniger günstige Geschäftserwartungen. „Der Ausblick auf die kommenden Monate ist erstmals seit Februar 2015 leicht pessimistisch“, konstatierte Fuest. Die Geschäftslage wird zwar weiterhin sehr gut bewertet, auch hier fielen die Bewertungen der Händler aber nicht mehr ganz so günstig aus wie im Mai. „Im Einzelhandel war der Rückgang der Indikatoren deutlich stärker ausgeprägt als im Großhandel“, so Fuest.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe waren die Betriebe weniger zufrieden als im Mai. Bei den Industrieunternehmen gab der ifo-Indikator im Juni den fünften Monat in Folge auf 23,8 Punkte nach. Das ist der niedrigste Wert seit April 2017 (21,2 Punkte). Die Stimmung weiter nach unten drücken schlechtere Lageeinschätzungen. Die Geschäftserwartungen der Industriebetriebe bleiben dagegen unverändert leicht optimistisch. „Die Produktion soll in den kommenden Monaten ausgeweitet werden“, so Fuest.

Im Dienstleistungssektor verschlechterte sich das Geschäftsklima ebenfalls, wenn auch auf hohem Niveau. Mit einem Rückgang auf 25,9 Punkte liegt allerdings auch hier der Indikator auf einem Jahrestief und dem schlechtesten Wert seit einem Jahr (Juni 2017: 25,0 Punkte). Auch hier fallen die Geschäftslageurteile weniger günstig aus als im vergangenen Monat. Hinzu kommen leicht zurückgeschraubte Geschäftserwartungen der Dienstleistungsunternehmen.

Im Bauhauptgewerbe trübte sich die Stimmung ebenfalls leicht ein. Bei den Baubetrieben büßte der Indikator gegenüber dem Rekord-Niveau von Mai 1,0 Zähler auf 19,4 Punkte ein. „Die Bauunternehmer waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Ihre Erwartungen blieben hingegen unverändert leicht optimistisch, so Fuest.

cs/ifo

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