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News, 07.06.2018
KMU zunehmend pessimistisch
Geschäftserwartungen im Mittelstand auf Zweijahrestief
Die Stimmung unter den kleinen und mittelgroßen Unternehmen(KMU) in Deutschland trübt sich immer stärker ein. Im Mai gab das ifo-KfW-Mittelstandsbarometer den vierten Monat in Folge nach. Die Geschäftslage ist zwar nach wie vor sehr gut, bezogen auf die weitere Geschäftsentwicklung sind die Unternehmen allerdings so pessimistisch wie lange nicht.
Die Beschäftigungserwartungen blieben im Mai trotz weiter rückläufiger Geschäftserwartungen nahezu stabil.
Die Beschäftigungserwartungen blieben im Mai trotz weiter rückläufiger Geschäftserwartungen nahezu stabil.

Am Konjunkturhorizont ziehen dunkle Wolken auf: Wie aus der aktuellen Erhebung zum ifo KfW-Mittelstandsbarometer hervorgeht, hat sich die Stimmung unter den kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) in Deutschland im Mai weiter eingetrübt. So gab der Gesamtindikator zur Mittelstandskonjunktur gegenüber April um weitere 1,0 auf 13,9 Saldenpunkte nach. Das ist der vierte Rückgang in Folge und zugleich d erschlechteste Wert seit August 2016 (13,8 Saldenpunkte). Grund für die fortgesetzte Talfahrt des ifo-KfW-Mittelstandsbarometers sind zunehmend pessimistische Geschäftserwartungen. Hier gab der Teilindikator weiter um 1,4 auf 2,1 Saldenpunkte nach. Damit notiert der Teilindikator so niedrig wie seit April 2016 (1,6  Saldenpunkte) nicht mehr und nur noch knapp über seinem langfristigen Durchschnittswert damit.

„Neben dem protektionistischen Kurs der US-Regierung ziehen aktuell auch Nachrichten über die Formierung einer eurokritischen Regierung in Italien das Geschäftsklima weiter nach unten“, teilte die KfW mit. Gestützt wird die Stimmung allein durch nach wie vor sehr gute Bewertungen zur aktuellen Geschäftslage. Hier notiert der entsprechende Indikator trotz ebenfalls den vierten Monat in Folge nachgebenden Bewertungen und einem erneut Rückgang um 0,6 auf 26,6 Saldenpunkte der staatlichen Förderbank zufolge immer noch auf einem außergewöhnlichen hohen Niveau. „Die Euphorie ist weg, die Sorgen nehmen zu“, kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Ein Blick in die einzelnen Branchen zeige, dass in erster Linie globale politische Risiken die Stimmung belasten.

Exporterwartungen der Industrie im Sinkflug

Obwohl der Geschäftsklimaindikator in der mittelständischen Industrie nach drei Rückgängen in Folge im Mai auf dem April-Niveau verharrt, hat sich das Geschäftsklima über die letzten Monate insgesamt deutlich verschlechtert. Grund sind vor allem immer weniger optimistische Exporterwartungen. Sie sind seit Jahresbeginn regelrecht eingebrochen und spiegelten der KfW zufolge die Sorge vor einem von den USA losgetretenen Handelskrieg wider. „Schwer wiegt die Erkenntnis, dass Amerika es mit dem protektionistischen Kurs tatsächlich ernst meint“, so Zeuner. Hinzu kämen die Sorgen um die politische und wirtschaftliche Stabilität  Italiens.

Im Großhandel hellte sich das Geschäftsklima nach dem Einbruch im April (- 9,7 Zähler) dagegen wieder deutlich auf. Hier legte der Gesamtindikator bei den Mittelstandsunternehmen nach zwei Rückgängen in Folge im Mai um 7,1 auf 12,7 Saldenpunkte zu. Bei den Großunternehmen hellte sich die Stimmung ebenfalls deutlich auf (+ 4,3 auf 9,7 Saldenpunkte). Ein ähnliches Bild zeigt sich im Einzelhandel, hier allerdings nur bei den KMU (+ 1,9 auf 13,4 Saldenpunkte), während die Bewertungen der großen Einzelhandelsunternehmen insgesamt im Mai mit 2,0 Saldenpunkten negativer ausfallen als noch im April (2,2 Saldenpunkte).

Im Dienstleistungsgewerbe zeigt sich dagegen eine gegenläufige Entwicklung: Hier hellte sich die Stimmung bei den Großunternehmen wieder etwas auf (+ 1,7 auf 19,3 Saldenpunkte), während bei den KMU das Geschäftsklima seine Talfahrt fortsetzt (- 1,1 auf 11,5 Saldenpunkte). Die stärkste wirtschaftliche Dynamik zeigt sich weiter im Bauhauptgewerbe, wo der mittelständische Gesamtindikator gegenüber dem Rekordhoch von April (29,6 Punkte) nur geringfügig nachgibt (Mai: 28,8 Punkte), und der Geschäftsklimaindikator bei den Großunternehmen sogar einen Jahresbestwert erreicht (+ 2,3 auf 30,3 Punkte).

Die Beschäftigungserwartungen im Mittelstand blieben indes im Mai nahezu stabil (+ 0,1 auf 13,0 Zähler). Bezogen auf die Absatzpreisentwicklung fielen die Bewertungen der KMU sogar etwas optimistischer als im April (+ 1,5 auf 11,6 Punkte).  Von den Großunternehmen wurden dagegen sowohl die Absatzpreis- als auch die Beschäftigungserwartungen zurückgeschraubt.

„Deutschland kann in diesem Jahr weiter auf die Konsumnachfrage und die Bautätigkeit als Stützen der Konjunktur zählen, ich erwarte ein Wachstumsplus von 2,1 Prozent. Für das Wachstumstempo dürfte jedoch entscheidend sein, wie die Unternehmensinvestitionen auf die erhöhte Unsicherheit und die gesunkenen Geschäftserwartungen reagieren“, so Zeuner.  

cs/KfW; Bild von Pexels / pixabay; Lizenz: CC0 Creative Commons

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