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News, 05.10.2012
Verdienststrukturerhebung
Gender Pay Gap bei Führungskräften am größten
Die Schere zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern klafft in Deutschland weiterhin erheblich auseinander. Am größten ist der so genannte Gender Pay Gap in Führungspositionen: Laut Verdienststrukturerhebung verdienten Frauen hier im Jahr 2010 im Durchschnitt fast ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen.
Am größten ist der Gender Pay Gap abseits von Führungsposititionen in akademischen Berufen.
Am größten ist der Gender Pay Gap abseits von Führungsposititionen in akademischen Berufen.

Vom Grundsatz „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ kann bei Frauen und Männern weiterhin in Deutschland vielfach keine Rede sein. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Verdienststrukturerhebung 2010 ermittelt hat, erzielten Frauen in Deutschland im Jahr 2010 im Durchschnitt einen um 22,0 Prozent geringeren Bruttostundenlohn als Männer. Damit hat sich die Kluft bei den Verdiensten zwischen Frauen und Männern, der so genannte Gender Pay Gap, seit 2006 nur minimal verringert (Verdienstunterschied 2006: rund 23%). Ein Grund dafür, dass das Verdienstniveau von Frauen gut ein Fünftel und dem der Männer liegt, sei dem Statistikamt zufolge unter anderem, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Berufen und sehr viel häufiger Teilzeit arbeiteten als Männer. Allerdings verdienen Frauen auch bei gleicher Tätigkeit im Durchschnitt deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, wie der bereinigte Gender Pay Gap zeigt. So klaffte zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern im Jahr 2010 selbst bei vergleichbaren Tätigkeiten immerhin noch eine Lücke von rund acht Prozent.

Am stärksten driftet das Verdienstniveau von Frauen und Männern in Führungspositionen auseinander. Während weibliche Führungskräfte im Jahr 2010 im Schnitt auf einen Bruttostundenlohn von 27,64 Euro kamen, erhielten männliche Führungskräfte im Durchschnitt 39,50 Euro brutto in der Stunde. Damit verdienten Frauen in Führungspositionen rund 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Gleiches Verdienstgefälle zeigte sich bei Technikern, wo die Verdienststrukturerhebung ebenfalls einen Gender Pay Gap von 30 Prozent auswies. Überdurchschnittlich starke Einkommensunterschiede gab es auch in akademischen Berufen (28%) sowie im Handwerk und handwerksverwandten Jobs (25%). Etwas besser sieht es in Montageberufen und bei Bedienern von Maschinen und Anlagen aus (19%). Bei Hilfsarbeitertätigkeiten sowie in Dienstleistungsberufen und im Verkauf belief sich die gemessene Lücke zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten dagegen nur auf 13 bzw. 12 Prozent. Gleiches galt für Facharbeitertätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei (13%). Die geringsten Verdienstunterschiede zeigten sich bei Arbeitskräften im Büro und ähnlichen Berufen: Hier lag der Gender Pay Gap  im Jahr 2010 bei lediglich rund vier Prozent.

Die Kluft bei den Verdiensten hängt allerdings auch stark vom Alter ab. So weist die Verdienststrukturerhebung für das Jahr 2010 in der Altersklasse bis 24 Jahre einen Gender Pay Gap von gerade einmal zwei Prozent aus.  Mit Anstieg des Alters nimmt das Verdienstgefälle jedoch immer stärker zu: In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen drifteten die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Frauen und Männern 2010 bereits um 11 Prozent auseinander. Bei den 35- bis 44 Jährigen vergrößerte sich die Einkommensschere auf 24 Prozent, bei den 55- bis 64-Jährigen unterschritten die Verdienste weiblicher Beschäftigter das Lohnniveau der Männer im Schnitt sogar um 28 Prozent.

Auch das Bildungsniveau spielt eine Rolle. So nimmt der Gender Pay Gap mit Anstieg des Bildungsgrades immer stärker zu: Während weibliche Beschäftigte mit geringem Bildungsniveau 2010 im Schnitt nur 11 Prozent pro Stunde weniger verdienten als ihre männlichen Kollegen, unterschied sich der Verdienst bei mittlere Bildung (bspw. Gymnasium) im Schnitt um 19 Prozent. Bei höheren Bildungsabschlüssen (zum Beispiel Hochschulstudium) unterschritt der Durchschnittsbruttostundenlohn der Frauen den der Männer 2010 sogar um 27 Prozent.

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