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News, 10.11.2010
Gender Pay Gap
Frauen und Männer bei der Vergütung fast gleichauf
Der „echte“ Lohnabstand zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist weit geringer als die Statistik ausweist, ergab jetzt eine Analyse des sogenannten „Gender Pay Gap“ durch das IW Köln.
Der Gender Pay Gap begründet sich größtenteils in den Erwerbsbiografien. Mit 20 Jahren verdienen Frauen und Männer noch fast das Gleiche. Erst ab 30 geht die Schere auf.
Der Gender Pay Gap begründet sich größtenteils in den Erwerbsbiografien. Mit 20 Jahren verdienen Frauen und Männer noch fast das Gleiche. Erst ab 30 geht die Schere auf.
Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Gender Pay Gap in den vergangenen Jahren in Deutschland konstant bei 23 Prozent. Demnach fielen die Bruttostundenlöhne von Frauen im Durchschnitt um 23 Prozent geringer aus als die der Männer. Zwei Drittel dieses Lohnabstandes sind dem Statistikamt zufolge allerdings strukturbedingt, das heißt begründen sich in berufs- und arbeitsplatzspezifischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, wie beispielsweise den ausgeübten Berufe, bekleideten Positionen, der Branchenwahl sowie die Art der Beschäftigungsverhältnisse (Vollzeit, Teilzeit etc.). Wird der Gender Pay Gap um diese Faktoren bereinigt, betrug der Lohnunterschied in Deutschland im Jahr 2006 nur acht Prozent. Das geht aus der neuen Verdienststrukturerhebung 2006 hervor, in der das Statistikamt zum ersten Mal den um arbeitsspezifische Merkmale bereinigten Gender Pay Gap in Deutschland ermittelt hat. Dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zufolge liegt der Lohnabstand tatsächlich sogar nur bei etwa vier Prozent, wie eine Analyse des Sozio-oekonomischen Panels mit Daten von rund 22.000 Personen aus dem Jahr 2008 ergab. Der Grund: In der Verdienststrukturerhebung wurde nur ein Teil der arbeitsrelevanten Unterschiede erfasst bzw. ausgewertet. Weitere relevante Merkmale wie beispielsweise Erwerbsunterbrechungen blieben in der Verdienststrukturerhebung außen vor.

„Bei gleicher Qualifikation, gleicher Berufserfahrung, gleicher Unternehmensgröße, gleichem beruflichen Status sowie weiteren vergleichbaren Bedingungen betrug der Lohnabstand von Frauen zu Männern knapp 13 Prozent“, so der IW Köln in seinem Bericht. Unterscheide man dann noch zwischen Frauen, die in ihrem Erwerbsleben besonders lange und jenen, die besonders kurze Unterbrechungen aufweisen, zeige sich, dass der Lohnabstand bei Frauen, die nach einer Babypause relativ schnell in den Beruf zurückkehrten, nur noch vier Prozent beträgt. „Diese Größe ist – statistisch betrachtet – nicht mehr signifikant und kann möglicherweise auf Zufälligkeiten beruhen“, so die Wirtschaftsforscher. Der große Einfluss von Erwerbsunterbrechungen spiegelt sich auch in den Unterschieden bei den Lohnabständen zwischen den verschiedenen Altersklassen wider. So steigt der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen mit zunehmenden Alter sukzessive an: Während 20-jährige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei den Bruttostundenlöhne fast gleichauf sind, liegt die Lücke bei den 60-Jährigen mit 30 Prozent am höchsten. „Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern öffnet sich etwa ab einem Alter von 30 Jahren – exakt dem Zeitpunkt, zu dem viele Frauen ihr erstes Kind bekommen und eine Auszeit nehmen“, so das IW Köln.
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