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News, 05.02.2014
Geldanlage
Zehn Prognosen für das Anlagejahr 2014
Was bringt das Jahr 2014 für Anleger? Dr. Ulrich Stephan, Anlageexperte der Deutschen Bank, hat in einem Ausblick zehn Entwicklungen skizziert, die bei Geldanlagen beachtet werden sollen.
Anleger, die Anfang 2013 in Standardaktion aus dem DAX investierten, konnten sich zu Beginn des Jahres laut Bankenverband im Durchschnitt über eine Rendite von 21 Prozent freuen.
Anleger, die Anfang 2013 in Standardaktion aus dem DAX investierten, konnten sich zu Beginn des Jahres laut Bankenverband im Durchschnitt über eine Rendite von 21 Prozent freuen.

Weltkonjunktur, Zinsentwicklung, Wechselkurse, Rohstoffpreise, Immobilienmarkt – Anleger sollten heutzutage perspektivisch denken und bei Geldanlagen auch immer weltwirtschaftliche Einflussfaktoren und Entwicklungen am Kapitalmarkt im Auge haben. Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, hat in zehn Prognosen eine Vorausschau auf wichtige Indikatoren und Einflussfaktoren für das Anlagejahr 2014 gewagt. Die Prognosen wurden von dem Anlagespezialisten zwar bereits vor etwas mehr als einem Monat veröffentlicht, dürften aber dennoch zur Orientierung in Sachen Geldanlage hilfreich sein.

1. Weltwirtschaft dürfte dynamischer wachsen

Für das neue Jahr rechnet die Deutsche Bank weltweit mit einem höheren und vor allen Dingen ausgewogeneren Wirtschaftswachstum als in den vergangenen Jahren: Die USA agieren bei dieser Annahme als Haupttreiber. In Europa deuten die Zeichen  wieder auf ein positives Wachstum hin und darauf, dass sich die wirtschaftlichen Entwicklungen in den Kernländern und in der Peripherie einander annähern. Bedingt durch die relativ starke US-Konjunktur und die Erholung in Europa sollte China deutlich anziehende Exporte verzeichnen. Dieser zyklische Aufschwung sollte auch durch einen nachlassenden Reformwillen seitens der Politik nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Das positive Konjunkturumfeld ist auch gut für Unternehmen: Ihre Gewinne dürften 2014 zum Teil deutlich steigen.

2. Zinsen dürften niedrig bleiben

In Europa könnten aufgrund moderaten Wirtschaftswachstums und geringer Inflation die Zinsen langfristig niedrig bleiben. In den USA erscheint dagegen 2014 ein Wachstum von über 3,0 Prozent wahrscheinlich. Die US-Notenbank hat auf die verbesserte Konjunktur reagiert und angekündigt, die monatlichen Anleihekäufe ab Januar zu drosseln. Die US-Geldpolitik bleibt dank extrem niedriger Zinsen aber weiterhin expansiv.

3. US-Dollar wird vermutlich aufwerten

Durch eine anziehende Geldpolitik der Fed und entsprechend steigende US-Kapitalmarktzinsen könnte der „Greenback“ mittelfristig auch im Vergleich zum Euro deutlich aufwerten. Darüber hinaus spricht – strukturell betrachtet – der von der Internationalen Energieagentur prognostizierte Aufstieg der USA zum weltgrößten Ölproduzenten innerhalb der kommenden zwei Jahre und zum „Energie-Selbstversorger“ bis 2035 für eine langfristige US-Dollar-Stärke. Die positiven Auswirkungen der sich zunehmend abzeichnenden Energieautarkie auf die US-Handelsbilanz haben den US-Dollar bereits gegenüber Schwellenländer- und Rohstoffwährungen sowie dem japanischen Yen gestärkt. Die in den kommenden Jahren weiter zunehmende Dollar-Stärke könnte langfristig ein Leitmotiv der Vermögensstrukturierung darstellen.

4. Konservative Anlagen dürften zu realem Wertverlust führen

Durch das anhaltend sehr niedrige Zinsniveau in Deutschland verlieren Einlagen auf zum Beispiel Sparbüchern real an Wert. Und das, obwohl die Inflationsrate in Deutschland mit 1,6 Prozent nach unserer Einschätzung auch 2014 moderat bleiben dürfte. Chancen auf positive Realrenditen im defensiven Rentensegment bieten dagegen Covered Bonds der europäischen Peripherieländer. Entsprechende spanische oder italienische Papiere bedeuten jedoch gleichzeitig ein Mehr an Investmentrisiko. Das gleiche gilt auch für Anleihen von Unternehmen mit guter Bonität, hier ist ein flexibles Rentenmanagement von entscheidender Bedeutung.

5. Höhere Anleiherenditen gibt es oft nur mit noch höherem Risiko

Staatsanleihen der Schwellenländer sowie Unternehmensanleihen ohne Investment-Grade bieten derzeit Zinsen deutlich oberhalb der Inflationsrate. Allerdings mit entsprechend hohen Risiken: Insbesondere Schwellenländer-Papiere sind stark von der Zinsentwicklung in den USA abhängig und daher schwankungsanfällig. Ein entsprechend ausgestattetes Rentenportfolio verlangt daher ein dynamisches Management der Chancen und Risiken.

6. Dividendentitel dürften interessante Perspektiven bieten

Die Dividendenrenditen vieler Aktienindizes weltweit liegen derzeit über der von uns für 2014 prognostizierten Inflationsrate für den Euroraum – für Anleger auf der Suche nach alternativen Anlageformen zu Anleihen könnten Dividendentitel dadurch eine interessante Option darstellen. Dabei sollten Anleger nicht nur auf die Höhe der Ausschüttungen achten, sondern verstärkt auch auf deren Wachstumspotenzial. Während insbesondere in Europa die reinen Dividendenzahlungen im Fokus stehen, nutzen in den USA viele Unternehmen einen Großteil ihrer Profite auch für Aktienrückkäufe: Das könnte die Kurse der US-Unternehmen, zusätzlich zu den Ausschüttungen, weiter stützen.

7. Positive Konjunktur sollte Unternehmensgewinne stützen

Trotz der aktuellen Höchststände an vielen Aktienmärkten weltweit sind die Bewertungen vieler Unternehmen nach unserer Einschätzung aktuell noch nicht zu hoch. Entscheidend dabei dürfte aber sein, dass die Gewinne, wie von uns zurzeit prognostiziert, im neuen Jahr deutlich anziehen. Das betrifft insbesondere Europa. In den USA dagegen erwarten wir eine “beruhigende Langeweile": Die Gewinne und damit auch die Kurse dürften im Schnitt noch weiter steigen. Wir erachten die USA aus aktueller Sicht als weniger schwankungsanfällig unter den Aktienregionen und damit als Kerninvestment für Aktienanleger 2014.

8. Eine Blase am deutschen Immobilienmarkt ist unwahrscheinlich

Auch wenn deutsche Hauspreise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind: Sowohl im historischen als auch im internationalen Vergleich weist der deutsche Immobilienmarkt eine unterdurchschnittliche Preisentwicklung auf. Zudem konzentriert sich der Preisanstieg bislang vor allem auf die Metropolregionen. Dies gilt auch für den Bereich der Wohnimmobilien. Insgesamt bleibt das Renditepotenzial deutscher Immobilien aus unserer Sicht dadurch weiterhin attraktiv.

9. Rohstoffpreise bleiben unter Druck

Als Anlageklasse dürften Rohstoffe im Jahr 2014 für die meisten Anleger an Attraktivität einbüßen. Dies gilt insbesondere für Energierohstoffe wie Erdöl und Industriemetalle wie Kupfer, deren Renditepotenzial aufgrund eines signifikant anziehenden Angebots aus den USA und China begrenzt zu sein scheint. Zudem könnte der Preis der Krisenwährung Gold im Zuge perspektivisch anziehender Zinsen in den USA und nachlassender geopolitischer Risiken weiter unter Druck bleiben. Chancen könnten sich bei industriell genutzten Edelmetallen wie Palladium ergeben.

10. Das größte Risiko ist, das Risiko zu ignorieren

Auch wenn die Vorzeichen für das Anlagejahr 2014 insgesamt eher positiv sind: Anlagerisiken bleiben weiterhin bestehen – darüber sollten sich Privatanleger sehr bewusst sein. Als zentrales Risiko 2014 erachten wir die möglichen negativen Folgen eines schnellen und starken Zinsanstiegs auf die Kapitalmärkte. Ferner ein ausbleibendes Gewinnwachstum in Europa und eine nachlassende Konjunkturdynamik in China. Anleger sollten sich durch diese Szenarien allerdings nicht abschrecken lassen. Statt alle Risiken konsequent zu meiden, gilt es sie im Blick zu behalten und so zu managen, dass die vorhandenen Chancen bestmöglich genutzt werden können.

Quelle: Deutsche Bank

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