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News, 13.07.2009
Fünf Typen
Was Fach- und Führungskräfte motiviert
Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele -  auch wenn es um die eigene Karriere geht, wie eine aktuelle Untersuchung unter Fach- und Führungskräften aufzeigt: Während für manche Fach- und Führungskräfte in erster Linie das Gehalt zählt und die Perspektive, dieses Schritt für Schritt zu steigern, ist für andere wiederum im Job der Wunsch nach Anerkennung oder einem Zugewinn an Flexibilität das oberste Motiv.
Nachdem die Online-Stellenbörse StepStone im März 2009 im Rahmen des EIU-Reports das Einstellungsverhalten von Unternehmen untersucht und dabei festgestellt hatte, dass internationale Unternehmen in der Krise antizyklisch einstellen wollen, um sich angesichts des Fachkräftemangels und des sich verschärfenden „war for talents“ erfolgreich für die Zukunft zu rüsten, galt jüngst in einer darauf aufbauenden Erhebung das Augenmerk der anderen Seite. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand dabei die Frage, was Fach- und Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag motiviert und antreibt bzw. welche Ziele sie in ihrem Job verfolgen und somit letztlich auch die Frage, was ein Arbeitgeber ihnen bieten muss, um sie zu halten. Als Ergebnis hat die demographische Studie fünf Typen von Fach- und Führungskräften identifiziert, die sich vor allem durch ihre Job-Einstellung unterscheiden:
  • Schatzjäger: Hier handelt es sich in erster Linie um die jüngsten Mitarbeiter eines Unternehmens. Für Schatzjäger steht das Geld am stärksten im Vordergrund. 64 Prozent von ihnen sind bereit, länger zu arbeiten, um ihr Einkommen zu steigern. Fast ein Viertel (23 Prozent) sehen sich in drei Jahren in einem anderen Karrierestatus.
  • Gipfelstürmer: 65 Prozent der Gipfelstürmer leisten unbezahlte Überstunden. Diese Gruppe von Arbeitnehmern ist extrem ehrgeizig und legt mehr Wert auf eine berufliche Beförderung als jede andere Gruppe. Wenn sie bei ihrem aktuellen Arbeitgeber Anerkennung vermissen, sind sie schnell wechselbereit.
  • Brötchenverdiener: Flexible Arbeitszeiten sind Top für Brötchenverdiener. Keine andere Gruppe ist daran mehr interessiert. Dafür sind sie auch bereit Opfer zu bringen: 73 Prozent der Brötchenverdiener arbeiten unbezahlt mehr als vertraglich vereinbart – so viel wie keine andere Gruppe.
  • Lebensgenießer: Wie der Name bereits vorweg nimmt, sind Lebensgenießer primär an einer ausgewogenen Work-Life-Balance interessiert. Dabei ist ihnen Flexibilität genauso wichtig wie Geld. Allerdings spielt für jeden fünften in dieser Gruppe die eigene Karriere trotzdem eine große Rolle: 21 Prozent sehen sich in drei bis fünf Jahren in einer höheren Position.
  • Unabhängige Routiniers: Unabhängige Routiniers gehen dem Ende ihres Arbeitslebens entgegen. Daher ist Geld für sie nicht der primäre Antrieb, ihre Karriere weiterhin voranzutreiben. 35 Prozent dieser Gruppe geben an, den größten Teil ihrer Arbeit außerhalb des Büros zu erledigen. Hier bevorzugen sie eine Tätigkeit im Home Office.

„Für Unternehmen ist es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gut, zu wissen, wie bestehende Mitarbeiter aber auch neue Kandidaten ihre eigene Karriere einschätzen“, so Wolfgang Bruhn, Vorstand der StepStone Deutschland AG. So habe die Studie beispielsweise Bruhn zufolge ergeben, dass die Aspekte Flexibilität und Work-Life-Balance für berufserfahrene Fach- und Führungskräfte eine große Rolle spielen. „Diesen Wissensvorsprung sollten Unternehmen nutzen, um begehrte Fachkräfte an sich binden“, so der StepStone-Vorstand zur Studie.

Gleichwohl gilt auf der anderer Seite: Kein Job ist heute sicher, und zudem die Zahl an attraktiven Positionen in den Unternehmen sehr begrenzt. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie man den eigenen Stellenwert im Unternehmen steigert, seinen Arbeitsplatz auf Dauer festigt und sich für „Höheres“ empfiehlt. StepStone gibt hierzu nachfolgende fünf Tipps:

  1. Flexibilität zeigen: 36 Prozent  der internationalen Arbeitgeber möchten die Arbeitszeit flexibler gestalten, um Geld zu sparen. Dies bedeutet große Karriere-Chancen für Lebensgenießer und Unabhängige Routiniers.
  2. Eine internationale Karriere anstreben: 36 Prozent der internationalen Unternehmen möchten Mitarbeiter ins Ausland versetzen, um sie nicht komplett zu verlieren. Dies bedeutet große Karriere-Chancen für Schatzjäger und Gipfelstürmer.
  3. Den Willen zur Weiterbildung zeigen: Beinahe 60 Prozent der Arbeitnehmer wollen ihre Wissenslücken in diesem Jahr füllen und planen nicht, die Firma zu wechseln. Dies birgt große Chancen für Gipfelstürmer, die sowieso an diesen Themen interessiert sind. Zudem: Um bestehende Mitarbeiter zu halten, setzen viele Unternehmen derzeit auf eine Verbesserung ihrer Weiterbildungsangebote (47 Prozent) sowie auf den Ausbau der internen Aufstiegsmöglichkeiten (58 Prozent).
  4. Über den Tellerrand hinaus schauen: Auch für den Fall, dass der eigene Job in Gefahr ist, gilt es, gezielt auf Stellenangebote von Mitbewerbern des bisherigen Arbeitgebers zu achten. Hintergrund: 27 Prozent der Unternehmen sagen, dass Sie gezielt nach entlassenen Mitarbeitern der Konkurrenz suchen.
  5. Kompromisse eingehen: 40 Prozent der Arbeitnehmer erwarten derzeit geringe Gehaltserhöhungen, 23 Prozent rechnen mit gar keiner Erhöhung ihrer Bezüge. Stattdessen sollten Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten oder Weiterbildungen in ihren Mitarbeitergesprächen einfordern. Hier werden sie bei vielen unternehmen derzeit auf offene Ohren stoßen.

Quelle: StepStone

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