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Fachartikel, 23.07.2008
Personalmanagement
Formulierungen im Arbeitszeugnis – Tipps für Arbeitgeber
Nach dem Gesetz ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, einem ausscheidenden Mitarbeiter ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis auszustellen. Da aber ein solches gleichzeitig „wohlwollend“ formuliert sein muss, stehen Arbeitgeber häufig vor der Frage: Was darf ich schreiben, und was nicht – wie kann ich dies und jenes formulieren?
In einem Arbeitszeugnis etwas „Negatives“ zu erkennen, ist auf den ersten Blick meist nicht so leicht. Grund hierfür ist, dass ein Zeugnis zwar einerseits aussagekräftig sein muss, andererseits aber einem Arbeitnehmer sein berufliches Fortkommen nicht unnötig zu erschweren darf. Daher sind selbst Vergehen wie Diebstahl und Betrug in einem Arbeitszeugnis wohlwollend - sprich „positiv“ - zu formulieren. So darf ein Arbeitgeber auch nicht folgendes im Arbeitszeugnis ausdrücklich erwähnen:
  • die Gründe, die einen Arbeitgeber veranlasst haben, das Dienstverhältnis mit dem Mitarbeiter zu beenden, sofern dies nicht in dessen Interesse liegt und von ihm selbst gewünscht wird;
  • eine fristlose Kündigung oder einen Vertragsbruch des Mitarbeiters;
  • das Gehalt des Mitarbeiters;
  • schlechte Leistungen im „Klartext“;
  • Gewerkschaftszugehörigkeit und Tätigkeit im Betriebsrat (Hier ist eine Erwähnung nur auf Wunsch des Mitarbeiters zulässig);
  • den Verdacht einer strafbaren Handlung
  • und vieles mehr.

Entsprechend stehen Arbeitgeber oftmals vor der Frage, wie Sie negative Besonderheiten aussagekräftig im Arbeitzeugnis verklausulieren können respektive dürfen - und fast genauso wichtig: wie sie solche auch in einem Arbeitszeugnis eines anderen Arbeitgebers selbst erkennen. Um dahingehend Hilfestellung zu geben, hat der Informationsdienst „Personal aktuell“ einige beispielhafte Formulierungen zusammengefasst, anhand derer Arbeitgeber negative Besonderheiten erkennen bzw. selbst erkennbar machen können:


Unregelmäßigkeiten (z. B. Diebstahl, Unterschlagung)

  • hat in seinem wie auch im Interesse der Firma gearbeitet
  • eigenwilliger und beweglicher Mitarbeiter
  • war gegenüber Kollegen ehrlich
  • Kassenführung wurde am… einem anderen Mitarbeiter übergeben
  • Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung / eines ordentlichen Kaufmanns waren bekannt
  • waren bis zur Kündigung / Beendigung des Arbeitsverhältnisses von seiner Vertrauenswürdigkeit/Ehrlichkeit / Integrität überzeugt

Alkoholkonsum

  • war bei den Kollegen wegen seiner Geselligkeit / seines ungezwungenen Wesens beliebt
  • fiel auf Betriebsfesten durch seine fröhliche Art auf
    Unpünktlichkeit
  • war bemüht, Kollegen beim Schichtwechsel / bei Dienstübergabe pünktlich abzulösen
  • fiel wegen seiner Pünktlichkeit auf

Konkurrenztätigkeit

  • verstand es geschickt, seine Interessen mit denen des Unternehmens zu verbinden

Fehlzeiten

  • wurde beschäftigt
  • hatte zu erledigen
  • im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten

Pedanterie

  • hat alle Arbeiten (stets) ordnungsgemäß und (sehr) korrekt erledigt

Nörgler

  • sehr anspruchsvoller und kritischer Mitarbeiter

Aufschneider/Wichtigtuer

  • wusste sich gut zu verkaufen

Ja-Sager

  • ist immer gut mit seinen Vorgesetzten ausgekommen
  • auf Grund seines Wesens war die Zusammenarbeit und Führung sehr problemlos

Schwieriger Mitarbeiter

  • umgänglicher Mitarbeiter, angemessene Führung bei der Arbeit

Körperliche Auseinandersetzungen

  • hat sich mit Kollegen aktiv auseinander gesetzt

Vertragsbruch

  • hat uns aus eigenem Entschluss am ... verlassen, um sofort eine neue Stelle anzutreten

Weiterhin gilt: Beträchtliche Fehlzeiten, in denen ein Mitarbeiter nicht gearbeitet hat, dürfen nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 10.05.2005 (9 AZR 261/04) im Arbeitszeugnis ausdrücklich erwähnt, wenn ansonsten ein falscher Eindruck entstünde – etwa über die Berufserfahrung des Mitarbeiters. Entsprechendes gilt auch bei Fehlzeiten aufgrund von Krankheit oder der Freistellung als Betriebsrat. Geringfügige Fehlzeiten darf ein Arbeitgeber allerdings im Arbeitszeugnis nicht erwähnen.

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Quelle: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

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