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Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
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Folgenschwere „Nulldiät“: Wer fastet riskiert einen Gichtanfall!

(PM) , 31.03.2006 - Fasten und Feste, zwei gegensätzliche Extreme, sind die Hauptauslöser für einen Gichtanfall! Gerade jetzt, wo Diäten und Fastenkuren wieder wie Blütenknospen aus den Magazinen sprießen, ist insbesondere Gichtbetroffenen aufgrund der Gefahr des „Super-GAUs Gichtanfall“ verschärft vor einer Fastenkur abzuraten, warnt heute Diplom Ernährungswissenschaftlerin Bettina Geier von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen. Gichtpatienten sind sehr häufig übergewichtig. In der frühlingshaften Hochsaison des Abnehmens und Fastens meint auch manch Gichterkrankter, seinem Körper mit der „Abspeck-Kur der Extreme“ Gutes zu tun. Jedoch kommt zu den negativen Auswirkungen, die das Fasten ohnehin auf den Organismus hat, die Verschlimmerung der Gichterkrankung hinzu. Grund sind die massiven Stoffwechselumstellungen des Körpers beim Wechsel von einem Energiesystem auf ein anderes, um die Extremsituation Fasten zu bewältigen. Bei der „Nulldiät“, dem totalen Fasten, kommt es zu einem hohen Verlust von Körpersubstanz, da sich der Organismus seine Energie aus vorhandenen Reserven holt. Beim Abbau von Eiweiß baut der Körper in den ersten Tagen Purine mit ab, wodurch die Harnsäuremenge im Organismus ansteigt. Bei der Energieverwertung des Körperfetts bildet der Körper Ketonkörper, die die Harnsäure-Ausscheidung über die Nieren hemmen. Dritte Folge ist der Rückgang entzündungshemmender Substanzen im Blut. Übergewichtige Gichterkrankte sollten daher eine langsame aber stetige Gewichtsreduktion durchführen, um eine Erhöhung der Harnsäure-Konzentration im Blut zu verhindern. Hierfür ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung mit einer geringeren Fettzufuhr, einem großen Anteil ballaststoffreicher, pflanzlicher Nahrungsmittel und viel Bewegung nötig. Wichtigster Faktor, der das Auftreten der Akutattacke Gichtanfall bestimmt, ist eine purinreiche Ernährung. Die Harnsäure-Werte sinken, sobald der Mensch die Purinzufuhr über die Nahrung drosselt. Eine purinarme Kost sollte pro Woche nicht mehr als 2.000 Milligramm Harnsäure enthalten, wobei diese Zufuhr regelmäßig auf alle Wochentage verteilt sein sollte, um „Harnsäure-Hochs“ und daraus resultierenden Gichtattacken vorzugreifen. Anstreben sollten Betroffene Blutwerte von 5,0 bis 5,5 Milligramm pro Deziliter Blut. Bei symptomlosem Verlauf und Harnsäure-Blutwerten zwischen 7,0 und 9,0 Milligramm pro Deziliter reicht eine Diät zur Behandlung aus. Als sinnvolle Hilfestellung bei der Umsetzung einer gichtgerechten Ernährungsweise empfiehlt die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik den neu auf dem Markt erschienenen „Ernährungsratgeber Gicht“. Der 130seitige Praxisratgeber bietet Krankheitsinformationen, Behandlungsmöglichkeiten, Ernährungstipps, Rezepte sowie Musterpläne und damit die optimale Hilfestellung für eine Ernährungsumstellung. Der Ernährungsratgeber Gicht ist unter buch.ernaehrungsmed.de/3899935187 beziehbar.
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