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News, 09.08.2010
Florierender Außenhandel
Deutsche Exporte weiter im Höhenflug
Der Boom im deutschen Außenhandel hält unvermindert an: Im Juni legten die deutschen Exporte fast um das Vierfache so stark zu wie von Experten erwartet. Bei den Importen erreichte das Volumen sogar den höchsten absoluten Wert seit 60 Jahren.

Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes (Destatis) legten die deutschen Ausfuhren im Juni erneut gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 3,8 Prozent auf 86,5 Milliarden Euro zu. Damit lagen die Exporte der deutschen Wirtschaft im Juni um 28,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und der Wert der ausgeführten Waren so hoch wie seit Oktober 2008 (88,7 Milliarden Euro) nicht mehr. Nachdem die deutschen Exporte bereits im Mai um 7,9 Prozent in die Höhe geschnellt waren, hatten von Reuters befragte Analysten lediglich mit einem Zuwachs um 1,0 Prozent gerechnet. Die deutschen Importe erhöhten sich auf Jahressicht sogar um 31,7 Prozent und erreichten mit einem erneuten Zuwachs gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro den höchsten Wert seit Einführung der Außenhandelsstatistik der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950.

Schwellenländer weiter Wachstumstreiber Nr. 1

Wichtigster Absatzmarkt für deutsche Produkte waren auch im Juni die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), die von Deutschland Waren im Wert von 52,6 Milliarden Euro bezogen, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Zuwachs um 23,5 Prozent entspricht. Die deutschen Wareneinfuhren aus der EU erhöhten sich im Juni binnen Jahresfrist um 26,1 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro.

Der größte Anteil der deutschen EU-Exporte entfiel im Juni erneut auf die Eurozone, in deren Länder deutschen Firmen Waren im Wert von 35,7 Milliarden Euro (+22,0% gegenüber Vorjahresmonat) versandten. Demgegenüber standen deutsche Importe aus diesen Ländern in Höhe von 32,5 Milliarden Euro (+ 25,4%). In EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden von der deutschen Wirtschaft im Juni Waren im Wert von 16,9 Milliarden Euro (+ 26,6%) geliefert; die deutschen Wareneinfuhren aus diesen Ländern beliefen sich auf 13,4 Milliarden (+27,8%).

Am stärksten stiegen im Juni - wie schon in den Vormonaten – erneut die Exporte in die sogenannten Drittländer (Nicht-EU-Länder), die aus Deutschland Waren im Wert von 33,8 Milliarden Euro bezogen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Zuwachs um 37,3 Prozent. Die deutschen Importe aus Drittländern stiegen im Juni mit einem Gesamtvolumen von 26,4 Milliarden Euro binnen Jahresfrist sogar um 42,8 Prozent.

Wie Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zu den aktuellen Außenhandelszahlen ausführte, kommt den Schwellenländern eine immer größere Bedeutung zu. „Allen voran ist hier China zu nennen, das sich schon jetzt zum wichtigsten Beschaffungsmarkt entwickelt hat und sich anschickt, auch bald wichtigster Absatzmarkt für deutsche Produkte außerhalb der EU zu werden“, erklärte der BGA-Chef.

Bernd Weidensteiner von der Commerzbank warnte allerdings vor allzu großer Euphorie: "Im zweiten Halbjahr wird es eine Verlangsamung geben, weil einige wichtige Abnehmerländern wie die USA Probleme haben", so Weidensteiner. Auch Jürgen Michels, Chef-Ökonom der Citigroup für die Euroregion, bremst die Erwartungen: "In Hinblick auf den wieder stärkeren Euro wird der Außenhandel an Dynamik verlieren", zitiert das Handelsblatt den Ökonom.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni mit einem Überschuss von 14,1 Milliarden Euro ab. Im Vorjahresmonat war der Saldo in der Außenhandelsbilanz bei 12,3 Milliarden Euro gelegen.

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