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News, 12.02.2015
Fahrlässige App-Downloads
Nur eine kleine Minderheit liest AGB von Apps
Trotzdem sich hinter Apps, vor allem kostenlosen Apps, oft nimmersatte Datenkraken und nicht selten sogar sogenannte Schnüffel-Apps verbergen, nimmt nur eine kleine Minderheit der Smartphone-Nutzer vor dem Download einer App die AGB in Augenschein.
Hauptgrund für das "blinde Aktzeptieren" der AGB der App-Anbieter ist, dass deren Studium den meisten schlicht zu zeitaufwändig ist.
Hauptgrund für das "blinde Aktzeptieren" der AGB der App-Anbieter ist, dass deren Studium den meisten schlicht zu zeitaufwändig ist.

Lediglich jeder fünfte Smartphone-Nutzer in Deutschland studiert vor einem App-Download die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des App-Anbieters. Die breite Masse stimmt den AGB dagegen ungelesen zu. Das ergab jetzt eine anlässlich des diesjährigen Internet Security Day (10.2.) von Intel Security durchgeführte Umfrage unter 894 Smartphone-Nutzern in Deutschland ab 18 Jahren. Das laxeste Verhalten mit Blick auf Sicherheitsaspekte zeigen Männer: Von den „Herrn der Schöpfung“ lesen sogar nur 16,3 Prozent die AGB von Apps nach eigener Auskunft immer durch. Bei den Frauen ist es immerhin ein Viertel (24,8 %), das vor dem App-Download die AGB grundsätzlich unter die Lupe nimmt.

Das laxe Sicherheitsbewusstsein bei der Installation von Apps ist umso überraschender als nur vier Prozent der Smartphone-Nutzer Apps für grundsätzlich harmlos halten. Eine Erklärung für dieses bei vielen nicht konkludente Verhalten dürfte sein, dass sich der Studie nach knapp jeder zweite Smartphone-Nutzer (47,6 %) nicht für die Sicherheit des eigenen Mobilgeräts verantwortlich fühlt.

„Nutzer müssen die Verantwortung für die Absicherung ihrer Smartphones übernehmen“, so Andreas Volkert, Experte für Online-Sicherheit bei Intel Security. „Nur durch einen bewussten Umgang mit dem Gerät, inklusive der gebotenen Vorsicht bei jedem Klick, jedem Download und einer technischen Absicherung, können sie sich schützen. Die Absicherung des eigenen Smartphones sollte jeder mindestens ebenso ernst nehmen, wie die Absicherung des PCs.“

Mehrheit scheut Zeitaufwand für Studium der App-AGB

Dass die AGB der App-Anbieter in der Regel nicht gelesen werden, gründet sich vor allem auf Bequemlichkeit: Knapp jeder zweite Smartphone-Nutzer hat nach eigener Auskunft hierfür keine Zeit beziehungsweise scheut den Zeitaufwand (47,5 %). Gut jedem Zehnten sind die AGB sogar schlichtweg „egal“ (12,4 %). Weitere 25 Prozent vertrauen auf die Qualitäts- und Sicherheitsrichtlinien der App-Stores (25 %) und elf Prozent vertrauen den Entwicklern.

Was die Verantwortung für die Sicherheit des eigenen Smartphones angeht, sehen sich Frauen etwas stärker in der Pflicht als Männer: Während von letzteren nur 50,1 Prozent die Verantwortung hierfür bei sich selbst sehen, vertreten bei den Frauen 55,9 Prozent diesen Standpunkt. Im Vergleich der Altersgruppen sind es vor allem die über 55-Jährigen, die Verantwortung für die Smartphone-Sicherheit in erster Linie bei den Anbietern sehen (55- bis 64-Jährige: 58 %; 65-Jährige und älter: 54 %).

Auch wähnen sich die 55- bis 64-Jährigen seltener als Durchschnitt in Gefahr: In dieser Altersgruppe gibt mehr als jeder Zehnte an, kein Risiko für die Sicherheit seines Smartphones erkennen zu können.

Massive Zunahme mobiler Schadprogramme


Im Jahr 2014 zählte Intel Security über fünf Millionen neue Schadprogramme, die auf mobile Endgeräte abzielen. Ende des Jahres 2013 waren es erst drei Millionen Varianten gewesen, die von den Intel Labs ermittelt wurden. Das waren allerdings bereits rund dreimal mehr als noch ein Jahr zuvor (2012: 1 Mio. MalVarianten). Für das Jahr 2015 rechnet Intel Security mit einer starken Zunahme virenverseuchter Werbeanzeigen. Mit diesem sogenannten „Malvertising“ - zusammengesetztes Kunstwort aus „Malware“ (Schadprogramm) und „Advertisting“ (Werbung) – nehmen die Cyberkriminellen verstärkt Mobilgeräte-Nutzer ins Visir. Zudem erwartet Intel Security eine Zunahme von Erpresser-Software, sogenannte Ransomware („ransom“: englisch für „Lösegeld“), so die Prognosen im aktuellen Intel Security Threat Report.

„Die gestiegene Bedrohungslage in Kombination mit dem noch immer geringen Sicherheitsbewusstsein erhöht das Risiko für Smartphone-Nutzer“, so Security-Experte Volkert. „Hackern ist die mangelnde Vorsicht zudem bewusst, sie sehen mobile Nutzer als leichtere Ziele.“

Um keine bösen Überraschungen wie etwa eine Erpresser-Attacke zu erleben und das Smartphone gegen Datenklau und Eingriffe in die Privatsphäre zu schützen, rät Intel Security Smartphone-Nutzern zu folgendem „mobilen Gesundheits-Check“:

1. Apps unter die Lupe nehmen

Wissen Sie, was Ihre Apps machen? Sehen Sie sich an, welche Berechtigungen Sie Ihren Apps erteilt haben. Ist es wirklich notwendig, dass manche Apps die Standortdaten tracken oder Zugriff auf Ihre Kontakte haben? Widerrufen Sie Berechtigungen, die Apps nicht haben müssen.

2. Passwort-Schutz


Nutzen Sie eine PIN oder ein Passwort. Ein einfacher, aber sehr wirkungsvoller Tipp. So hat nicht jeder sofort Zugriff auf Ihre Daten, falls Ihnen Ihr Smartphone abhanden kommt.

3. Datensicherung

Machen Sie regelmäßig ein Backup Ihrer Daten? Tun Sie dies jeden Monat, damit Sie alle wichtigen und sensiblen Informationen parat haben, falls Ihr Handy einmal verloren geht oder gestohlen wird.

4. Deaktivierung automatischer Logins


Deaktivieren Sie automatische Logins für alle Apps. Deaktivieren Sie diese auch für Websites. Sollte ein Fremder Zugriff auf Ihr Smartphone erhalten, hat er keinen Zugriff auf die persönlichen Daten in diesen Anwendungen. Der Einsatz eines Passwort-Managers empfiehlt sich hier.

5. Installation von Sicherheitssoftware

Schenken Sie Ihrem Handy genauso viel Aufmerksamkeit wie Ihrem PC, wenn es um Sicherheit geht? Installieren Sie auch auf dem Smartphone eine Antivirus-App mit Anti-Diebstahlfunktionen und Schutz vor Viren und Malware.

Bild: Lupo / pixelio.de
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