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News, 20.07.2010
Erzeugerpreisindex
Erzeugerpreise in Deutschland legen weiter zu
Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte in Deutschland sind im Juni unerwartet kräftig gestiegen. Bei den Vorleistungsgütern erhöhten sich die Preise im Juni auf Jahressicht so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr.
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juni um 1,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Mai verteuerten sich gewerbliche Produkte um 0,6 Prozent. Damit hat sich der Preisauftrieb im Juni unerwartet stark beschleunigt. Experten hatten lediglich mit einem Anstieg binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent und gegenüber Mai um 0,2 Prozent gerechnet. Im Mai waren die Preise für gewerbliche Produkte noch auf Jahressicht um 0,9 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen.

Preisauftrieb bei Vorleistungsgütern hält an

Am stärksten verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr Vorleistungsgüter, also Güter, die in den Produktionsprozess eingehen. Hier lagen die Preise im Juni um 5,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats (+0,3% gegenüber Mai). Damit stiegen die Preise für Vorleistungsgüter im Juni binnen Jahresfrist so stark wie seit April 2007 nicht mehr (+5,3%). 

Die Preise für Metalle erhöhten sich gegenüber Juni 2009 um 17,2 Prozent und gegenüber Mai 2010 um 0,3 Prozent. Während sich Walzstahl im Juni um 22,8 Prozent auf Jahressicht und gegenüber Mai um 0,7 Prozent verteuerte, kosteten Rohre und Rohrstücke 0,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (+2,5% gegenüber Mai 2010).

Metallische Sekundärrohstoffe - Rohstoffe, die durch Aufarbeitung (Recycling) aus Abfällen (bspw. Schrott) gewonnen werden – waren 84,7 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, allerdings 5,1 Prozent günstiger als im Mai. Die Preise für chemische Grundstoffe lagen im Juni um 7,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber Mai um 0,9 Prozent.

Gegenüber Vorjahr gesunkene Preise verzeichneten die Statistiker dagegen für Düngermittel und Stickstoffverbindungen, die sich gegenüber Mai um 0,9 Prozent verbilligten und im Juni um 15,4 Prozent billiger waren als im Vorjahresmonat. Gleiches galt für Getreidemehl, wo die Preise um 13,6 Prozent niedriger lagen als im Juni 2009 (-0,2 Prozent gegenüber Mai 2010).

Rückläufige Preisentwicklung bei Mineralölerzeugnissen

Die Preise für Energie stiegen im Juni gegenüber Mai um 1,4 Prozent und lagen um 0,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat, womit die Energiepreise auf die Jahresveränderungsrate des Erzeugerpreisindex insgesamt dämpfend wirkten. „Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise im Juni 2010 um 2,1% höher als im Juni 2009 und stiegen gegenüber Mai 2010 um 0,3%“, so das Statistische Bundesamt.

Den stärksten Preisauftrieb auf Jahressicht wiesen von den Hauptenergieträgern einmal mehr die Mineralölerzeugnisse auf, die im Juni erneut deutlich mehr kosteten als im Vorjahresmonat (+15,0%), sich allerdings gegenüber Vormonat leicht verbilligten (-0,4%) und eine erheblich geringere Jahresteuerungsrate aufwiesen als im Mai, wo die Preise noch um 22,3 Prozent über dem Vorjahresmonat gelegen waren. Elektrischer Strom war im Juni insgesamt um 2,7 Prozent teurer als im Vorjahresmonat und verteuerte sich gegenüber Mai um 3,6 Prozent, während die Preise für Erdgas im Juni um 11,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen (+0,4% gegenüber Mai 2010).

Verbrauchsgüter: Butter um über die Hälfte teuerer

Verbrauchsgüter verteuerten sich im Juni auf Jahressicht um 0,6 Prozent und gegenüber Mai 2010 um 0,7 Prozent. Den höchsten Preisanstieg verzeichneten die Statistiker bei Butter und anderen Fettstoffen aus Milch, wo die Erzeugerpreise im Juni um 59,7 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat und gegenüber Mai erneut um 10,6 Prozent zulegten. Milch sowie Käse und Quart verteuerten sich im Juni auf Jahressicht um 15,2 bzw. 7,7 Prozent und gegenüber Mai um 2,4 bzw. 1,3 Prozent. Die Preise für Schweinefleisch stiegen im Juni gegenüber Mai um 6,9 Prozent und lagen um 1,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.
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