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News, 21.08.2012
Stabile Erzeugerpreise
Teuerung in der Industrie sinkt auf Zweijahrestief
Der Inflationsdruck aus der Industrie hat sich im Juli weiter abgeschwächt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge stiegen die Erzeugerpreise binnen Jahresfrist so langsam wie seit Mitte 2010 nicht mehr.
Die Preise für Vorleistungsgüter lagen insgesamt im Juli erstmals seit zweieinhalb Jahren sogar unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Die Preise für Vorleistungsgüter lagen insgesamt im Juli erstmals seit zweieinhalb Jahren sogar unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Gute Nachricht für Verbraucher: Zumindest was die Preisentwicklung auf Erzeugerebene angeht, bleibt der Druck auf die Verbraucherpreise weiterhin gering. So lagen die Erzeugerpreise im Juli nur 0,9 Prozent über dem Stand von Juli letzten Jahres. Eine so geringe Jahresteuerung gab es zuletzt auf Produzentenebene im Mai 2010 (ebenfalls +0,9%). Im Juni hatte die Jahresveränderungsrate noch 1,6 Prozent betragen. Zum Vergleich: Im Juli letzten Jahres waren die Erzeugerpreise noch auf Jahressicht um 5,8 Prozent gestiegen. Gegenüber Juni blieb der Index der Erzeugerpreise laut Statistischem Bundesamt konstant.

Ein wesentlicher Grund für die erneute Abschwächung der Jahresteuerungsrate war ein Jahressicht gesehen geringerer Preisdruck bei Energieprodukten. So verringerte sich im Juli die Jahresteuerungsrate um mehr als die Hälfte auf 1,3 Prozent (Juni: +2,8%). Gegenüber Juni verteuerte sich Energie, nachdem die Preise im Juni auf Monatssicht um 1,4 Prozent gesunken waren, allerdings im Schnitt um 0,4 Prozent. Vor allem Erdgas kostete erheblich mehr als im Vergleichszeitraum 2011 (+7,7%). Auch gegenüber Juni zogen hier die Preise weiter an (+1,1%). Die Preise für Mineralölerzeugnisse erhöhten sich im Juli binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent und gegenüber Juni um 0,8 Prozent. Kräftig nach oben gingen insbesondere die Preise für leichtes Erdgas, das sich auf Jahressicht um 5,9 Prozent und gegenüber Juni sogar um 6,0 Prozent verteuerte. Die Preise für Benzin und Dieselkraftstoff lagen 3,2 bzw. 2,4 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Die Preise für Strom dagegen wiesen eine unterschiedliche Entwicklung auf: Während Verbraucher für Strom im Juli 3,9 Prozent mehr zahlen mussten als im Jahr zuvor, verzeichneten Weiterverteiler eine Verbilligung um 15,0 Prozent.

Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verarbeitet, verbraucht oder umgewandelt werden) waren insgesamt auf Produzentenebene sogar erstmals wieder günstiger als im Vorjahresmonat. Sie verbilligten sich auf Jahressicht um 0,3 Prozent. Sinkende Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es hier zuletzt im Februar 2010 (-0,8%). Gegenüber Juni fiel das Preisniveau von Vorleistungsgütern ebenfalls um 0,3 Prozent. Deutliche Preisrückgänge verzeichneten unter anderem Bezieher von Metallen, die sich im Schnitt um 4,8 Prozent auf Jahressicht verbilligten. Die Preise für Walzstahl lagen durchschnittlich sogar 6,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Erheblich teurer waren dagegen Futtermittel für Nutztiere und Düngemittel: Sie kosteten jeweils 8,0 Prozent mehr als im Juli 2011.

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im Juli 1,9 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Nahrungsmittel kosteten auf Produzentenebene durchschnittlich 2,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wobei sich insbesondere Zucker stark verteuerte (+39,8%), während sich Butter um rund ein Drittel binnen Jahresfrist verbilligte. Insgesamt betrachtet hat sich allerdings auch hier der Preisauftrieb im Juli abgeschwächt: Im Juni hatte die  Jahresteuerungsrate von Verbrauchsgütern noch 2,2 Prozent und die von Nahrungsmittel noch 2,4 Prozent betragen. Gebrauchsgüter kosteten im Juli 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat  (0,1% gegenüber Juni), Investitionsgüter verteuerten sich auf Jahressicht um 1,1 Prozent (+0,1% gegenüber Juni).

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