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News, 22.06.2011
Erzeugerpreise
Preisdruck in der Industrie schwächt sich leicht ab
Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Mai erstmals nach neun Anstiegen in Folge nicht mehr auf Monatssicht gestiegen. Auf Jahressicht hat sich der Preisauftrieb bei Industrieprodukten ebenfalls leicht abgeschwächt.
Vor allem bei Metallen und bei Energie hat sich die Lage an der Preisfront auf Erzeugerebene im Mai ein wenig entspannt.
Vor allem bei Metallen und bei Energie hat sich die Lage an der Preisfront auf Erzeugerebene im Mai ein wenig entspannt.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Index der Erzeugerpreise gewerbliche Produkte im Mai 6,1 Prozent über dem Vorjahresniveau und auf dem gleichen Stand wie im Vormonat April. Damit ist das Preisniveau auf Produzentenebene zum ersten Mal seit August 2010 (-0,0%) nicht mehr auf Monatssicht gestiegen. Von Dow Jones Newswire befragte Volkswirte hatten eigentlich mit einer Jahresveränderungsrate von 6,3 Prozent und einem Anstieg binnen Monatsfrist um 0,2 Prozent gerechnet. Im April waren die Erzeugerpreise noch auf Monatssicht um 1,0 Prozent gestiegen und 6,4 Prozent über dem Vorjahresstand gelegen.

Rückläufiger Preisauftrieb bei Energie

Gut die Hälfte der Jahresteuerung auf Produzentenebene war dem Statistikamt zufolge auf die Preisentwicklung bei Energie zurückzuführen. Danach lagen die Preise für Energieprodukte im Mai im Durchschnitt 11,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gegenüber April hat sich der Preisdruck hier jedoch ein wenig abgeschwächt. Im April waren die Preise für Energie im Durchschnitt noch um 2,6 Prozent auf Monatssicht gestiegen und um 11,8 Prozent über dem Vorjahresstand gelegen. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Energie wäre der Index der Erzeugerpreise im Mai auf Monatssicht erneut um 0,2 Prozent gestiegen, die Jahresveränderungsrate aber nur bei 3,8 Prozent gelegen.

Dämpfend auf die Jahresteuerung bei Energieprodukten wirkte insbesondere die Preisentwicklung bei Mineralölerzeugnissen, die sich auf Monatssicht um 1,3 Prozent verbilligten, allerdings immer noch 15,6 Prozent teurer waren als im Vergleichszeitraum 2010.  Am stärksten zogen hier auf Jahressicht die Preise für leichtes Heizöl an, das eine Jahresteuerung um 17,4 Prozent aufwies, sich binnen Monatsfrist jedoch um 6,4 Prozent verbilligte. Die Preise für Dieselkraftstoff lagen im Mai auf Jahressicht um 12,2 Prozent (-3,4% gegenüber April) und die für Motorenbenzin um 11,2 Prozent (+0,2% gegenüber April). Erdgas kostete 14,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (+0,2% gegenüber April), wobei Haushalte 3,5 Prozent und Ortsgasversorgungsunternehmen 18,2 Prozent mehr zahlen mussten als im Mai 2010. Die Strompreise lagen über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 9,2% über dem Vorjahresniveau, gingen allerdings auf Monatssicht um 0,9 Prozent zurück. Sinkende Preise verzeichneten hier jedoch allein Weiterverteiler (-0,3%; +8,8% gegenüber Mai 2010) und Sondervertragskunden (-0,4; +11,5% gegenüber Mai 2010), während Haushalte im Mai mehr für Strom bezahlen mussten als im April (+0,3%; +7,2% gegenüber Mai 2010).

Metalle wieder etwas günstiger

Die Preise für Vorleistungsgüter - Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – blieben im Mai auf Monatssicht konstant und lagen 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Vormonat waren die Preise für Vorleistungsgüter noch um 0,6 Prozent auf Monatssicht gestiegen und mit einer Jahresveränderungsrate von 6,9 Prozent auf ein Rekordniveau geklettert. Leichte Entspannung brachte insbesondere die Preisentwicklung bei Metallen, wo sich die Jahresteuerungsrate von 14,9 Prozent im März auf 9,1 Prozent im Mai verringerte und die Preise um 1,4 Prozent niedriger lagen als im April. Die Preise für Kunststoffwaren und chemische Grundstoffe zogen dagegen erneut auf Monatssicht leicht an (+0,7% bzw. 0,4%) und lagen im Mai 4,9 Prozent bzw. 8,4 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Besonders hohe Preisanstiege mussten einmal mehr Bezieher von Getreidemehl mit einer Jahresteuerung um 54,7 Prozent hinnehmen (+0,7% gegenüber April).

Verbrauchsgüter kosteten im Mai auf Produzentenebene ebenfalls mehr als im April (+0,6%) und verteuerten sich auf Jahressicht um 4,3 Prozent. Auch für Nahrungsmittel mussten Händler tiefer in die Tasche greifen. Hier stiegen die Preise im Mai erneut auf Monatssicht um 0,5 Prozent und lagen 7,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gebrauchsgüter verteuerten sich auf Jahressicht um 1,8 Prozent und Investitionsgüter um 1,3 Prozent.
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