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News, 23.01.2012
Erzeugerpreise 2011
Rekordteuerung in der deutschen Industrie
Industrielle Güter haben sich in Deutschland 2011 so stark verteuert wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland. Im Verlauf des Jahres hat sich der Preisauftrieb in der Industrie jedoch verlangsamt. Im Dezember sank die Jahresteuerungsrate sogar wieder auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten.
Grund für den Rekordanstieg der Preise in der Industrie war vor allem die starke Teuerung von Energie und von Metallen.
Grund für den Rekordanstieg der Preise in der Industrie war vor allem die starke Teuerung von Energie und von Metallen.

Die Preise für Industriezeugnisse sind im vergangenen Jahr auf Produzentenebene so stark gestiegen wie seit rund 30 Jahren nicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichte, stieg der sogenannte Index der Erzeugerpreise im Jahresmittel 2011 um 5,7 Prozent. Eine höhere Jahresteuerungsrate hat es in Deutschland letztmalig 1982 gegeben, als die Erzeugerpreise binnen Jahresfrist um 6,0 Prozent gestiegen waren. 2010 hatte die Jahresveränderungsrate lediglich 1,6 Prozent betragen,  2009 war der Index der Erzeugerpreise binnen Jahresfrist sogar um 4,2 Prozent zurückgegangen.

Maßgeblich verantwortlich für den Rekordanstieg der Erzeugerpreise waren insbesondere die starken Preiserhöhungen bei Energieprodukten, die sich 2011 auf Jahressicht um 10,6 Prozent verteuerten. Die Preise für Mineralölerzeugnisse erhöhten sich auf Jahressicht sogar um 16,6 Prozent, die für Erdgas binnen Jahresfrist um 14,9 Prozent. Für Ortsgasversorgungsunternehmen verteuerte sich Erdgas sogar um 18,3 Prozent, für Verbraucher um 4,5 Prozent. Elektronischer Strom kostete 2011 im Durchschnitt 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wobei die Strompreise für private Haushalte um 7,0 Prozent zulegten, während Weiterverteiler lediglich 2,9 Prozent mehr zahlen mussten als 2010. Ohne die Preisanstiege bei Energie wäre der Index der Erzeugerpreise 2011 nur 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Die Preise für Vorleistungsgüter - Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden- stiegen binnen Jahresfrist um 5,3 Prozent. Hier waren es vor allem die Metalle, die den Index in die Höhe trieben. Sie verteuerten sich auf Produzentenebene 2011 im Jahresmittel um 9,2 Prozent.

Rückgang der Erzeugerpreise im Dezember

Nach einem starken Anstieg der Erzeugerpreise im ersten Quartal 2011 hat sich der Preisauftrieb auf Jahressicht ab Mai letzten Jahres kontinuierlich abgeschwächt. Im Dezember sank die Jahresveränderungsrate sogar auf einen Jahrestiefstand. So ging der Index der Erzeugerpreise im Dezember gegenüber November um 0,4 Prozent zurück. Gleichzeitig verringerte sich die Jahresveränderungsrate auf 4,0 Prozent und damit den tiefsten Stand seit September 2010 (+3,9%). Volkswirte hatten eigentlich einen Anstieg der Erzeugerpreise um 0,1 Prozent und einer Jahresveränderungsrate von 4,6 Prozent erwartet. Im November waren die Erzeugerpreise noch im Schnitt um 5,2 Prozent, im Oktober um 5,3 Prozent und im September um 5,5 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats gelegen.

Dämpfend auf den Anstieg der Erzeugerpreise im Dezember wirkte unter anderem die Preisentwicklung bei Energie, die sich über alle Energiesegmente hinweg gegenüber November um 1,1 Prozent verbilligte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich Energieprodukte um 8,3 Prozent, womit auch hier ein Rückgang zu verzeichnen war. Im November war der Energiepreisindex noch 11,2 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Auch Vorleistungsgüter waren günstiger als im November. Sie verbilligten sich Dezember binnen Monatsfrist im Schnitt um 0,3 Prozent und kosteten 2,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Vor allem bei Metallen zeigte die Preisentwicklung erneut nach unten. Sie verbilligten sich auf Monatssicht um 0,9 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 1,8 Prozent. Die Preise für chemische Grundstoffe lagen 6,0 Prozent über dem Vorjahresstand, sanken allerdings ebenfalls gegenüber November  (-0,3%)

Die Preise für Verbrauchsgüter blieben binnen Monatsfrist konstant und lagen im Dezember 3,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nahrungsmittel kosteten 4,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (+0,1 Prozent auf Monatssicht). Im November hatte die Jahresveränderungsrate bei Nahrungsmitteln noch 5,5 Prozent betragen. Die höchsten Preisanstiege gab es hier bei Zucker und Kaffee mit einer Jahresteuerung um 28,2 bzw. 15,8 Prozent. Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im Dezember 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau,  Investitionsgüter kosteten 1,3 Prozent mehr als Jahr zuvor.

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