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News, 24.01.2012
Erneuerbare Energien
„Grüne“ Konjunkturprogramme wenig wirksam
Viele Länder haben in der Wirtschaftskrise Konjunkturprogramme aufgelegt, die auch Fördermittel für erneuerbare Energien vorsahen. Deutsche Unternehmen hätten von internationalen grünen Fördertöpfen profitieren können. Leider aber war das kaum der Fall, zeigt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.
Nutznießer der in den Konjunkturpaketen bereitgestellten Mittel für Photovoltaik waren in erster Linie die Produzenten aus dem Ausland.
Nutznießer der in den Konjunkturpaketen bereitgestellten Mittel für Photovoltaik waren in erster Linie die Produzenten aus dem Ausland.
In den Jahren 2009 und 2010 wurden von den großen Industrienationen im Rahmen von Konjunkturprogrammen insgesamt rund 240 Milliarden Euro in die Förderung von Umwelttechnologien gesteckt. Gut ein Drittel dieser Summe floss in den Aufbau kohlenstoffarmer Verkehrsinfrastrukturen. Weitere 15 Prozent der grünen Konjunkturausgaben gingen in den Stromnetz-Ausbau, ein ebenso hoher Anteil entfiel auf Förderprogramme im Bereich Energieeffizienz, und sechs Prozent, rund 15 Milliarden Euro, flossen in die Förderung erneuerbarer Energien. Das geht aus der Untersuchung „Kombinierte Konjunktur- und Klimapolitik – Chance für die deutsche Umweltindustrie?“ des Deutschen Instituts für Wirtschaft (IW) Köln hervor. Die internationalen grünen Fördertöpfe hätten auch der Wind- und Photovoltaikindustrie in Deutschland zugutekommen können, taten es dem IW Köln nach jedoch kaum. Gleiches galt für die im Rahmen deutscher Konjunkturprogramme bereitgestellten Mittel für erneuerbare Energien, da von ihnen vorrangig die Konkurrenz im Ausland profitierte.

Kaum Impulse für Photovoltaik „made in Germany“

Dem IW Köln zufolge ist der Markt für Photovoltaik in den meisten Ländern im Zeitraum 2009/2010 zwar deutlich gewachsen. Allerdings habe das Wachstum in den meisten Ländern nichts mit den aufgelegten Konjunkturprogrammen zu tun gehabt. „Ein Vergleich der wichtigsten Photovoltaik-Märkte etwa zeigt, dass besonders in jenen Ländern das Geschäft mit der Sonnenenergie brummt, in denen die reguläre, langfristige Förderung besser geworden ist, unabhängig von Konjunkturpaketen“, so das Kölner Wirtschaftsforschungsinstitut. Kurzfristig angelegte Hilfen dagegen seien aufgrund der langfristigen Ausrichtung von Photovoltaikprojekten in den meisten Fällen schlicht verpufft.

Entsprechend ernüchternd fällt die volkswirtschaftliche Bilanz aus. So bewirkten die in Deutschland im Rahmen der Konjunkturpakete zur Förderung der Photovoltaik bereitgestellten Mittel in Höhe von 35 Millionen Euro  eine Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage um gerade einmal 20 Millionen Euro. Das heißt: für jeden zusätzlich in die Solarenergie gesteckten Euro flossen nur 60 Cent zurück. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass 60 Prozent in diesem Zeitraum in Deutschland verkauften Photovoltaikanlagen nicht von deutschen Unternehmen, sondern Produzenten aus dem Ausland stammten.

Die Förderung der energetischen Gebäudesanierung erwies sich dagegen in Deutschland als durchaus lohnenswert. In diese flossen aus den Konjunkturprogrammen insgesamt dem IW Köln zufolge 3,3 Milliarden Euro, denen am Ende ein gesamtwirtschaftlicher Nachfrageschub  von etwa acht Milliarden Euro gegenüberstand. „Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen profitierte neben der Bauwirtschaft zum Beispiel auch die Glas- und Keramikindustrie von diesen Investitionen“, so das Institut. Dadurch habe jeder in die energetische Sanierung gesteckte Euro eine zusätzliche Nachfrage von 1,40 Euro ausgelöst.

Wie stark die gesamtwirtschaftliche Wirkung der Konjunkturspritzen im Bereich der energetischen Sanierung einerseits und im Bereich der Photovoltaik andererseits auseinanderdriftete, zeigt auch der Blick auf die von ihnen ausgehenden Beschäftigungsimpulse. So entstanden im Zuge der Förderung der energetischen Sanierung in Deutschland insgesamt rund 160.000 neue Arbeitsplätze, das heißt je eingesetzte eine Million Euro rund 48 neue Stellen. In der Photovoltaikindustrie dagegen schufen die bereitgestellten Fördermittel insgesamt nur 117 neue Arbeitsstellen, was je eingesetzte eine Millionen Euro gerade einmal 3,3 neuen Jobs entspricht.
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