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News, 18.09.2006
Bildung und Beruf
Niedriger Bildungsabschluss verringert Berufschancen
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Durchschnitt des Jahres 2005 in Deutschland 16,2% der Erwerbspersonen mit einfachem formalem Bildungsniveau erwerbslos, aber nur 5,3% derer, die einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss vorweisen konnten. Die Erwerbslosenquote bei mittlerem Bildungsabschluss – also dem Abitur oder einer Berufsausbildung – betrug 9,2%.
Das Muster eines mit der Höhe des erworbenen Abschlusses deutlich sinkenden Erwerbslosigkeitsrisikos zeigt sich durchweg in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Der Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Erwerbslosigkeit war jedoch im Jahr 2005 sehr unterschiedlich ausgeprägt: Während beispielsweise in Griechenland der Abstand bei der Erwerbslosenquote zwischen einfach und höher Gebildeten mit 7,8% gegenüber 8,8% eher gering ausfiel, war in der Slowakischen Republik sowie in Tschechien das Risiko einer Erwerbslosigkeit bei einfacher Bildung jeweils mehr als zehnmal so hoch wie mit einer höheren Bildung. Generell waren es vor allem die osteuropäischen Staaten, in denen die Arbeitsmarktchancen besonders ungleich verteilt waren.

In Deutschland war 2005 unter den Erwerbspersonen, die nur einen einfachen Bildungsgrad (höchstens Realschulabschluss) erreicht haben, mehr als jeder Sechste erwerbslos. Die Bundesrepublik gehört damit im europäischen Vergleich zu den Ländern mit deutlich schlechteren beruflichen Perspektiven für niedrig qualifizierte Personen. Nur in der Slowakischen Republik, Polen und Tschechien lag die Erwerbslosenquote für diesen Personenkreis noch höher.

Die hier vorgestellten Daten für Deutschland sind Ergebnisse der ILO-Arbeitsmarktstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Angaben zu anderen Mitgliedstaaten der EU stammen aus der europäischen Arbeitskräfteerhebung, die regelmäßig Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit nach dem Konzept der International Labour Organization (ILO) misst. Das ILO-Konzept ist auf Grund seiner großen Verbreitung und seiner Unabhängigkeit von nationalen Regelungen für internationale Vergleiche der Erwerbsbeteiligung geeignet. Nach diesem Konzept erhobene Arbeitsmarktdaten für Deutschland werden monatlich im Rahmen der ILO-Arbeitsmarktstatistik des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht.

Erwerbslos im Sinne des ILO-Konzeptes sind Personen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 74 Jahren, die derzeit keiner bezahlten oder selbstständigen Tätigkeit nachgehen, obwohl sie aktiv nach einer solchen Tätigkeit suchen und bereit wären, sie im Erfolgsfall innerhalb der
nächsten zwei Wochen aufzunehmen. Die Erwerbslosenquote errechnet sich als Anteil der Erwerbslosen an allen Erwerbspersonen (Summe von
Erwerbslosen und Erwerbstätigen).

Weitere Auskünfte gibt:
Dominik Asef,
Telefon: (0611) 75-3485,
E-Mail: dominik.asef@destatis.de

(Pressemitteilung vom 15. September 2006)
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Über Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt
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65189 Wiesbaden

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