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News, 15.05.2009
Erhebung
Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt
Im Jahr 2008 verzeichnete Deutschland bei den Arbeitskosten hinter Malta den geringsten Anstieg aller Mitgliedstaaten der EU. Bei den Lohnnebenkosten rangiert die deutsche Wirtschaft laut einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mittelfeld.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bezahlten deutsche Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft im Jahr 2008 pro geleistete Arbeitsstunde durchschnittlich 29,80 Euro. Im europäischen Vergleich rangierte Deutschland damit bei den Arbeitskosten auf Platz sieben – gleich auf mit Österreich. Spitzenreiter bei den Arbeitskosten ist Dänemark, wo die Arbeitsstunde durchschnittlich 36,50 Euro kostete, gefolgt von Luxemburg, Belgien, Schweden, Frankreich und den Niederlanden. Am geringsten sind die Arbeitskosten in Bulgarien: Dort kostete die Arbeitsstunde im Schnitt 2,50 Euro.

Moderate Entwicklung der deutschen Arbeitskosten

Wie das Statistische Bundesamt in seinem Bericht mitteilt, setzte Deutschland auch im Jahr 2008 den Trend fort, seit 2001 stets zu den EU-Staaten mit den geringsten Wachstumsraten der Arbeitskosten zu zählen. So stiegen die deutschen Arbeitskosten im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 2,5 Prozent 2008 nur moderat, womit Deutschland hinter Malta (+1,8%) den geringsten Zuwachs bei den Arbeitkosten innerhalb der Europäischen Union verzeichnete. Frankreich (+ 2,6%), Italien (+ 4,4%) sowie Spanien (+ 5,0%) verzeichneten 2008 ein stärkeres Wachstum und Lettland (+ 22,9%) das mit Abstand höchste, während in Großbritannien und in Schweden teils massive Abwertungen der heimischen Währungen gegenüber dem Euro zu sinkenden Arbeitskosten auf Euro-Basis führten.

Lohnnebenkosten unter dem EU-Schnitt

Nach Auskunft von Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, entfielen im Jahr 2008 in Deutschland auf 100 Euro Bruttoverdienst Lohnnebenkosten in Höhe von 32 Euro. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und nahm mit Rang 15 innerhalb der Europäischen Union einen Mittelplatz ein. In Frankreich und Schweden entfielen auf 100 Euro Lohn zusätzlich 50 Euro beziehungsweise 48 Euro Lohnnebenkosten, in Malta waren es nur neun Euro.

Nur minimaler Anstieg der Reallöhne

Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge stiegen die Bruttolöhne in Deutschland im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich um 2,8 Prozent auf 41.509 Euro und somit um lediglich 0,2 Prozentpunkte stärker als die Verbraucherpreise (plus 2,6%). In den neuen Ländern legten die Verdienste mit 3,0 Prozent auf 30 151 Euro geringfügig stärker als in den alten Bundesländer  (2,8% auf 43.310 Euro) zu und erreichten 70 Prozent des Brutto-Lohnniveaus in Westdeutschland.

Allerdings konnten nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen von den Brutto-Lohnzuwächsen profitieren. So hatten Arbeitnehmer aus dem Verarbeitenden Gewerbe (plus 2,3%), im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (+ 2,4%) sowie besonders im Gastgewerbe (+ 1,7%) reale Einkommensverluste zu verzeichnen. In den anderen Wirtschaftszweigen lag die Verdienstentwicklung hingegen über der Preisentwicklung, wobei Beschäftigte aus dem Kredit- und Versicherungsgewerbe mit 4,6 Prozent sowie dem Bergbau mit 4,4 Prozent real die höchsten Einkommenszuwächse verzeichneten.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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