VOLLTEXTSUCHE
News, 05.08.2014
Energie aus Klärschlamm
Bayern entwickelt Kläranlage der Zukunft
Der Freistaat Bayern hat ein Pilotprojekt gestartet, das die Nutzung von Klärschlamm für die Energieerzeugung künftig auch für kleine Kläranlagen wirtschaftlich rentabel machen soll.
Bislang wird das in dem Pilotprojekt genutzte Verfahren allein von großen Kläranlagen angewandt.
Bislang wird das in dem Pilotprojekt genutzte Verfahren allein von großen Kläranlagen angewandt.

In Bad Abbach wird derzeit ein bayernweit bedeutsames Pilotprojekt zur energetischen Optimierung von kommunalen Kläranlagen durchgeführt. "Gemeinsam mit den bayerischen Kommunen entwickeln wir die Kläranlage der Zukunft“, so Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber. Ziel des Projektes sei es, über eine hochwertige Abwasserbehandlung hinaus bisher ungenutzte Potenziale der Kläranlagen für Klimaschutz und Energiegewinnung zu aktivieren.

Bei dem Pilotprojekt wird erstmals eine bislang nur bei großen Kläranlagen genutzte Technik eingesetzt: die sogenannte "anaeroben Klärschlammbehandlung". Bei dieser Methode wird ohne Zusatz von Sauerstoff methanhaltiges Faulgas aus dem Klärschlamm gewonnen. Dieses Gas wird anschließend in einem betriebseigenen Blockheizkraftwerk zur klimaneutralen Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Damit kann die Kläranlage knapp zwei Drittel ihres Strombedarfs selbst decken. Außerdem werden der Energieverbrauch und damit der Ausstoß an CO2-Emissionen der Anlage deutlich gesenkt.

"Abwasser ist eine Wärme- und Energiequelle, die künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Diesen flüssigen Rohstoff müssen wir nutzen. Die Kläranlage Bad Abbach nimmt hier eine Vorreiterrolle ein", so Huber.

Dem Ministerium zufolge kommt die Umrüstung auf eine "anaerobe Klärschlammbehandlung" kommt in Bayern etwa für 130 kleinere Kläranlagen in Betracht. Ziel des Pilotprojekts ist unter anderem zu ermitteln, wie die Investitions- und Umrüstkosten sowie der erhöhte Betriebs- und Überwachungsaufwand auf ein Minimum verringert  werden können, und die Weichen zu stellen, dass der Aufwand für die Kommunen realisierbar ist. Die Ergebnisse der wissenschaftlich-technischen Untersuchungen und der betriebswirtschaftlichen Analysen werden dann den Betreibern der für eine Umrüstung in Frage kommenden Kläranlagen als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe zur Verfügung gestellt.

Das Bayerische Umweltministerium fördert im Rahmen des Pilotprojekts die Investitionskosten in die Nachrüstung der Anlage mit rund 1,3 Millionen Euro und finanziert mit insgesamt rund 87.000 Euro die wissenschaftliche Begleitung. Von der Gemeinde wurden in das Pilotprojekt und die Ertüchtigung der Kläranlage insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro investiert.
Der öffentlichen Abwasserentsorgung kommt in Bayern eine hohe Bedeutung zu. Angaben des Ministeriums zufolge sind rund 97 Prozent der bayerischen Einwohner an kommunale Abwasseranlagen angeschlossen. Zur Unterstützung der Kommunen bei der Errichtung von Abwasseranlagen stellte der Freistaat in den letzten Jahrzehnten insgesamt rund 8,8 Milliarden Euro bereit.

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG