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News, 26.05.2014
Immobilieneigentümer verweigern sich EnEV-Novelle
Pflicht zum Energieausweis wird bislang vielfach ignoriert
Trotz Nachweispflicht hat bisher noch knapp jeder zweite Immobilieneigentümer in Deutschland keinen Energieausweis. Hauptgrund hierfür sind nach einer aktuellen Erhebung, dass viele Besitzer von Immobilien schlicht den Aufwand und die Kosten scheuen, aber auch große Informationsdefizite.
Laut Befragung sehen die meisten Immobilienbesitzer den Energieausweis als überflüssig an.
Laut Befragung sehen die meisten Immobilienbesitzer den Energieausweis als überflüssig an.

Die neue Energieeinsparverordnung EnEV 2014, die seit dem 1. Mai 2014 in Kraft ist, verschärft die energetischen Anforderungen für alle Immobilien und macht den Energieausweis für Häuser zur Pflicht. Doch knapp die Hälfte der privaten Eigentümer ignoriert bislang diese Gesetzesänderung und besitzt keinen Energieausweis. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 700 Privateigentümern von ImmobilienScout24. Darüber hinaus offenbart die Umfrage ein großes Informationsdefizit: Jeder dritte Eigentümer weiß nichts von den neuen Verpflichtungen.

Energieausweis überflüssig und zu teuer?

Schon seit 2009 besteht Energieausweispflicht für alle Gebäude. Waren sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie jedoch einig, konnte auf den Energieausweis verzichtet werden. Mit dem Inkrafttreten der verschärften EnEV gilt das nun nicht mehr: Seit 1. Mai 2014 ist Mietern und Immobilienkäufern der Energieausweis unaufgefordert vorzulegen. Die Energiekennwerte müssen im Immobilieninserat angegeben werden und spätestens beim ersten Besichtigungstermin vorgelegt werden. Doch bislang konnte sich der Energieausweis nicht durchsetzen. Als Grund gibt mehr als die Hälfte der Immobilieneigentümer an, ihn für überflüssig zu halten. Weitere 38 Prozent der Befragten scheuten den Energieausweis wegen der damit verbundenen Kosten und des Aufwandes.

Mehrheit unzureichend informiert

Viele Immobilieneigentümjer sind jedoch auch schlichtweg uninformiert. Obwohl das Thema schon seit einigen Jahren von den Medien begleitet wird, fühlen sich 70 Prozent der Befragten mittelmäßig bis schlecht informiert. 40 Prozent der befragten Immobilienbesitzer kennen nicht den Unterschied, zwischen einem bedarfsorientiertem und einem verbrauchsorientiertem Ausweis. Und gut ein Drittel der Eigentümer hat verschlafen, dass mit dem Inkrafttreten der EnEV 2014 die Angaben zum Energiebedarf im Inserat verpflichtend sind. Darüber hinaus weiß knapp die Hälfte der Privateigentümer nicht, wo man einen Energieausweis beantragen kann.

Verweigerung, weil Konsequenzen nicht bekannt sind

Nicht einmal ein Drittel der Verweigerer plant in Rahmen der neuen Gesetzgebung, einen Energieausweis zu beantragen. Knapp 40 Prozent sind noch unentschlossen, was die Anschaffung des Ausweises angeht. Ein Hauptgrund für diese Verweigerungshaltung könnte sein, dass vielen die Konsequenzen nicht bewusst sind. Fast 80 Prozent der Privateigentümer sind nicht über die Folgen und möglichen Strafen des Nichtvorweisens der Energiekennwerte informiert. Und das kann teuer werden: Wird der Energieausweis nicht vorgelegt, begeht der Anbieter einer Immobilie eine Ordnungswidrigkeit - und die kann bis zu 15.000 Euro Bußgeld nach sich ziehen. Allerdings gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Mai 2015.

ImmobilienScout24 hat alle wichtigen Informationen rund um den Energieausweis auf seiner Website zusammengefasst. Hier finden Interessenten auch Rechtsberatung, Online-Trainings und Experten-Diskussionen.

Quelle: immobilienscout24

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