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News, 29.01.2008
Electronic Banking
Firmen setzen auf digitales Finanzmanagement
Einer neuen Studie zufolge beabsichtigt ein Großteil der deutschen Unternehmen die Abläufe im Finanzmanagement in Zukunft stärker zu automatisieren. Top-Themen sind dabei unter anderem ein europaweite Einsatz von Lastschriftenverfahren nach dem SEPA-Verfahren, die Nutzung des Electronic Banking Internet Communication Standard (EBICS) und die elektronische Rechnungsstellung (Electronic Billing).
Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen ihre Finanzgeschäfte elektronisch abwickeln und so weit wie möglich automatisieren. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „Electronic Banking 2007 – Teil 2: Ergebnisse der Firmenkundenbefragung“, die von Marktforschern der ibi research in Kooperation mit der PPI AG unter 300 deutschen Unternehmen durchgeführt wurde. Demnach wollen drei Viertel der befragten Unternehmen in spätestens fünf Jahren unter anderem ihre Zahlungsaufträge automatisiert erfassen, und mehr als zwei Drittel (70%) ihre Kontoauszugsdaten automatisiert in ERP- oder Buchhaltungssysteme übernehmen.

Auf großes Interesse stößt das SEPA-Verfahren (Single Euro Payments Area), das Überweisungen und Kartenzahlungen innerhalb Europas vereinheitlichen und damit den innereuropäischen Zahlungsverkehr beschleunigen und kostengünstiger gestalten soll. So wollen mehr als ein Drittel (35%) und über die Hälfte (60%) der mittleren und großen Unternehmen, die bereits heute das Lastverfahren zum Einzug von Forderungen nutzen, zukünftig auch Beträge von ausländischen Konten innerhalb Europas einziehen können. Von den Unternehmen, die gut über SEPA informiert sind, will die Hälfte bis 2010 vollständig auf die SEPA-Überweisung und ein Drittel vollständig auf die SEPA-Lastschrift umsteigen.

Ein wichtiger Rolle im Hinblick auf das SEPA-Verfahren spielt der Electronic Banking Internet Communication Standard (kurz: EBICS), der einen neuen multibankfähigen Standard für die Übertragung von Zahlungsverkehrsdaten über das Internet bezeichnet. Rund zwei Drittel der Unternehmen (63%), die derzeit Zahlungsaufträge per BCS-FTAM übermitteln, wollen einen Electronic-Banking-Standard nutzen, der Daten über das Internet statt über eine ISDN-Leitung überträgt. Demgegenüber schließt rund jedes sechste Unternehmen (16%) eine internetbasierte Lösung für sich auch in Zukunft aus.

Zunehmend ein Thema wird auch das eletronic billing. Demnach zeigen sich 40 Prozent der Unternehmen daran interessiert, zukünftig elektronische Rechnungen über ihre Hauptbank zu versenden. Weiterhin wünschen 60 Prozent der Unternehmen, zukünftig Nachforschungsaufträge und Lastschriftrückgaben elektronisch erteilen zu können. Auch möchte mehr als jedes zweite Unternehmen automatisch per E-Mail oder SMS über bestimmte Finanzvorgänge unterrichtet werden (z.B. das Unterschreiten eines Kontostandes oder bestimmte Zahlungseingänge).

Abseits des großen Interesses vieler Unternehmen an neuen Standards und Verfahren, belegt die Studie jedoch auch große Informations- und Wissensdefizite: Demnach hatten drei Viertel (78%) der kleinen Unternehmen (bis zwei Millionen Euro Jahresumsatz) und die Hälfte der mittleren Unternehmen (zwei bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz) bis zum Zeitpunkt der Befragung noch nie etwas von SEPA gehört. Selbst von den großen Unternehmen hatte nur die Hälfte (48%) relativ genaue Vorstellungen von SEPA, der Rest hingegen zeigte sich nur vage (41%) oder gar nicht (11%) informiert. Ein ähnliches Bild belegt die Studie auch in puncto EBICS, über den nur jeweils eine Minderheit von sieben Prozent der großen und mittleren sowie von drei Prozent der kleinen Unternehmen gut Bescheid weiß. Selbst von den Unternehmen, die derzeit BCS-FTAM nutzen, haben der Studie zufolge 39 Prozent noch nie etwas von EBICS gehört.

Eine große Unbekannte ist für viele Unternehmen auch die IT. So sehen 70 Prozent der gut informierten Unternehmen bei der Vorbereitung auf SEPA die Anpassung interner IT-Systeme als größte Herausforderung. Dennoch haben erst acht Prozent dieser Unternehmen die Auswirkungen von SEPA auf ihre IT-Systeme untersucht. Auch die anfallenden Kosten seien selbst jenen Unternehmen, die relativ gut informiert sind, häufig nicht bekannt. Acht Prozent von ihnen führten zum Zeitpunkt der Befragung diesbezüglich gerade eine Untersuchung durch. Für die Freigabe von Aufträgen favorisieren die Unternehmen an erster Stelle elektronische Unterschriften mit Chipkarten (26%), gefolgt von USB-Token / Disketten mit elektronischer Unterschrift (20%) und biometrische Verfahren (18%). Die Nutzung einer indizierten TAN (15%), eines TAN-Generators oder einer Key Card (12%) sowie einer (nicht indizierten) TAN-Liste (5%) kommen nur für eine Minderheit in Frage.

Der zweite Teil der Studie „Electronic Banking 2007 – Trends und zukünftige Anforderungen im Firmenkundengeschäft“ kann unter dem nachfolgenden Link zum Preis von EUR 473,00 (inkl. MwSt., versandkostenfrei) bei ibi research bestellt werden.

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