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News, 30.12.2014
Deutsche Einfuhrpreise
Preistalfahrt bei Energie-Importen hält an
Anhaltend rückläufige Preise für importierte Energie haben im November den Index der deutschen Einfuhrpreise erneut im Jahresvergleich nach unten gedrückt.
Im November war es der 23. Monat in Folge, in dem die Einfuhrpreise im Durchschnitt niedriger lagen als im Vorjahresmonat (Bildquelle: Destatis)
Im November war es der 23. Monat in Folge, in dem die Einfuhrpreise im Durchschnitt niedriger lagen als im Vorjahresmonat (Bildquelle: Destatis)

Die Talfahrt der deutschen Einfuhrpreise setzt sich fort. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge mussten deutsche Unternehmen im November für Importe durchschnittlich 2,1 Prozent weniger zahlen als im November 2013. Damit hat sich der Rückgang der Einfuhrpreise weiter beschleunigt. Im Oktober und September waren die Einfuhrpreise im Durchschnitt 1,2 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Gegenüber Oktober verbilligten sich Importe im Schnitt um 0,8 Prozent. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten zwar mit einer weiteren Beschleunigung der Preistalfahrt gerechnet, allerdings im Median nur eine Jahresveränderungsrate von -1,9 Prozent und eine Verbilligung gegenüber Oktober um 0,5 Prozent erwartet. Einen Anstieg des Index der deutschen Einfuhrpreise gab es letztmals im November 2012, als sich Importe im Schnitt um 1,0 Prozent verteuert hatten.

Preisrutsch bei Erdöl- und Eisenerz-Importen

Grund für die fortgesetzte Talfahrt des Importpreisindex war im November vor allem der anhaltende Preisverfall bei importierter Energie. Hier lagen die Preise im November durchschnittlich 15,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats und damit noch einmal ein Drittel niedriger als im Oktober (- 11,3 % auf Jahressicht). Ein besonders starker Preissturz zeigt sich bei den Erdölpreisen, die sich binnen Jahresfrist um 20,2 Prozent verringerten. Auch Mineralölerzeugnisse und Erdgas kosteten erheblich weniger. Hier unterschritten die Einfuhrpreise das Niveau des Vorjahresmonats im Schnitt um 16,1 Prozent beziehungsweise 10,2 Prozent.

Gegenüber Oktober verbilligten sich Energie-Importe im Schnitt um 5,0 Prozent. Besonders starke Preisrückgänge gab es binnen Monatsfrist bei importiertem Erdöl (- 8,8 %). Auch die Preise für Mineralölprodukte gaben deutlich nach (- 5,7 %). Erdgas war dagegen etwas teurer als noch im Oktober (+ 1,0 %).

Lässt man die Preisentwicklung bei Energie in der Gesamtbetrachtung außen vor, lagen die deutschen Einfuhrpreise im November allerdings durchschnittlich 0,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nimmt man lediglich den Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse, erhöhte sich das Preisniveau im Jahresvergleich dagegen nur um 0,1 Prozent.

Rohstoffpreise ebenfalls auf Talfahrt, Preisexplosion bei Rohkaffee

Auch die Rohstoffpreise setzten ihre Talfahrt fort. Hier beliefen sich die Preisrückgänge im November binnen Jahresfrist im Schnitt auf 15,3 Prozent. Gegenüber Oktober verbilligten sich importierte Rohstoff-Importe im Schnitt um 4,5 Prozent. Starke Preisrückgänge verzeichneten unter anderem Importeure von Eisenerz. Hier unterschritten die Einfuhrpreise im November das Niveau des Vorjahresmonats im Schnitt um 29,2 Prozent. Nichteisen-Metalle kosteten dagegen durchschnittlich 6,6 Prozent mehr als im November 2013, Aluminium verteuerte sich sogar auf Jahressicht um 12,0 Prozent. Metalle insgesamt verteuerten sich im Jahresvergleich im Schnitt um 3,7 Prozent.

Getreide war erheblich günstiger als im Vorjahresmonat. Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau im Schnitt um 4,7 Prozent. Importierter Mais verbilligte sich sogar auf Jahressicht um 14,7 Prozent, bei Weizen waren es immerhin 2,1 Prozent, die Importeure weniger zahlen mussten als ein Jahr zuvor.

Preisrutsch auch bei Fleisch

Auch Nahrungsmittel waren günstiger als im Vergleichszeitraum 2013. Sie verbilligten sich im Schnitt auf Jahressicht um 2,1 Prozent. Rückläufige Preise verzeichneten vor allem Importeure von Fleisch und Fleischerzeugnissen. Hier verbilligten sich Importe binnen Jahresfrist im Schnitt um 4,6  Prozent, die Preise für importiertes Fleisch allein verringerten sich im Jahresvergleich sogar um 8,8 Prozent. Auch für Milch und Milcherzeugnisse mussten Importeure erheblich weniger zahlen als im Vorjahr (- 7,1 %).

Eine wahre Preisexplosion gab es dagegen bei importiertem Rohkaffee. Hier schnellten die Preise binnen Jahresfrist um 60,0 Prozent nach oben.

Investitionsgüterpreise nahezu stabil


Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im November durchschnittlich 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gebrauchsgüter verteuerten sich ebenfalls auf Jahressicht um 0,6 Prozent, ebenso wie Konsumgüter, die im Durchschnitt eine gleichhohe Jahresveränderungsrate aufwiesen. Deutliche Preisanstiege bei letzteren gab es unter anderem bei Bekleidung und Schuhen, die sich im Schnitt auf Jahressicht um 2,3 Prozent beziehungsweise 3,0 Prozent verteuerten.

Die Preise für importierte Investitionsgüter blieben auf Jahressicht dagegen fast stabil. Sie verteuerten sich lediglich im Schnitt um 0,2 Prozent. Computer-Hardware war sogar im Durchschnitt 4,9 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, mobile Computer verbilligten sich im Jahresvergleich sogar im Schnitt um 10,2 Prozent (Notebooks: - 11,2 %; Tablet-PC: - 6,7 %; Smartphones: - 14,4 %). Maschinen waren dagegen im Durchschnitt etwas teurer (+ 0,8 %).

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