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News, 09.09.2011
Einbruch der EU-Ausfuhren
Deutsche Exporte gehen auf Talfahrt
Die schwächelnde Weltkonjunktur und EU-Schuldenkrise schlagen immer stärker auf die deutsche Exporte durch: Im Juli hat die deutsche Wirtschaft den zweiten Monat in Folge deutlich weniger ins Ausland exportiert als zuvor.
Grund für den Rückgang der Exporte war ein kräftiges Ausfuhrminus im Handel mit den Ländern der Europäischen Union (EU).
Grund für den Rückgang der Exporte war ein kräftiges Ausfuhrminus im Handel mit den Ländern der Europäischen Union (EU).
Der Boom im deutschen Außenhandel scheint endgültig beendet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sind die deutschen Ausfuhren im Juli erneut auf Monatssicht um 1,8 Prozent gesunken. Im Juni waren die deutschen Exporte bereits um 1,2 Prozent zurückgegangen. Zwar lag der Gesamtwert der von deutschen Unternehmen ins Ausland verkauften Waren im Juli mit 85,9 Milliarden Euro immer noch 4,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Angesichts dessen, dass die deutschen Exporte bis zum Einbruch im Juni, als die Jahresveränderungsrate von 20,0 Prozent auf 3,0 Prozent abstürzte, 15 Monate in Folge durchgehend zweitstellige Wachstumsraten aufgewiesen hatten, stehen die Zeichen klar auf Abschwung. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass sich hier ein negativer Trend verfestigt. Die Politik darf die Warnhinweise nicht ignorieren und ist jetzt dringend gefordert, die nötigen Impulse zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Märkte zu liefern“, mahnte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA). 

Dass die aktuellen Turbulenzen und abflauende Weltkonjunktur die deutsche Wirtschaft aufgrund ihrer starken Exportabhängigkeit in besonderem Maße treffen, zeigt sich auch bei den Importen: Sie sanken im Juli gegenüber Juni nur um 0,3 Prozent und wiesen im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 9,9 Prozent eine mehr als doppelte so hohe Wachstumsrate auf. Im Juni waren sie sogar noch leicht gestiegen (+0,3 gegenüber Mai). Damit ergab sich im Juli in der Außenhandelsbilanz ein Überschuss von 10,4 Milliarden Euro, nach 12,7 Milliarden Euro im Juni. Im Juli letzten Jahres hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 13,6 Milliarden Euro betragen.

Starker Rückgang der Exporte in EU

Wie der Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, hat sich das Wachstum der deutschen Exporte in die EU-Mitgliedsstaaten im Juli weiter abgeschwächt. So exportierte die deutsche Wirtschaft im Juli dem Statistikamt zufolge in EU-Mitgliedsländer Waren im Wert von 49,7 Milliarden Euro und damit fast 10 Prozent weniger als im noch im Juni (54,0 Mrd. Euro). Gleichzeitig verringerte sich das Ausfuhrplus im Vergleich zum Vorjahresmonat im Juli nach 4,6 Prozent im Juni auf 3,9 Prozent. „Die deutschen Importe aus der EU erhöhten sich im Juli mehr als doppelt so stark: Sie wiesen mit einem Volumen von 46,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Wachstumsrate von 8,6 Prozent auf.

Rund zwei Drittel der deutschen EU-Exporte gingen die Eurozone-Länder, in die die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von 33,3 Milliarden Euro versandte, was einem Jahreszuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Die Exporte in die Länder, die nicht der Eurozone angehören, beliefen sich auf 16,5 Milliarden Euro und stiegen binnen Jahresfrist um 8,2 Prozent. Die deutschen Importe aus der EU summierten sich im Juli auf 46,9 Milliarden Euro und erhöhten sich damit auf Jahressicht gut doppelt so stark (+8,6%). „Für den Groß- und Außenhandel sowie für seine Kunden in Industrie, Handwerk und Einzelhandel ist es unabdingbar, dass die weltweiten Finanzmärkte so schnell wie möglich wieder in ruhiges Fahrwasser kommen", so der BGA-Chef.

Die Exporte in die Länder außerhalb der Europäischen Union beliefen sich im Juli auf 36,1 Milliarden Euro und lagen 5,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Demgegenüber standen Warenlieferungen im Wert von 28,6 Milliarden Euro, wobei sich auch hier die Einfuhren aus diesen Ländern mit Jahreswachstumsrate von 12,2 Prozent erheblich stärker erhöhten als die deutschen Ausfuhren.

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