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News, 17.09.2008
E-Government
Deutschen Behörden fehlt der „digitale Draht“ zur Wirtschaft
Beim E-Government hinkt Deutschland in Europa deutlich hinterher: Während in Finnland nahezu alle Unternehmen digitale Angebote der Behörden nutzen, tut dies in Deutschland nur rund die Hälfte. Der Grund: Die E-Government-Angebote sind für die Wirtschaft zumeist nur wenig attraktiv.
Im Jahr 2007 hat in Deutschland gerade einmal jedes zweite Unternehmen (56 Prozent) E-Government-Anwendungen genutzt. Nach einem heute vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) veröffentlichten Bericht belegt Deutschland damit bei der E-Government-Nutzung im Vergleich aller 27 EU-Länder Platz 21.  Ein Grund, warum so wenig deutsche Firmen digitale Angebote von Behörden nutzen, ist laut BITKOM, dass Unternehmen hierzulande ihre Behördengänge nur in den seltensten Fällen vollelektronisch erledigen können, weil die  Online-Services der verschiedenen Verwaltungsebenen meist nicht durchgängig in ganz Deutschland angeboten werden.

 „Der aktuelle Stand der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung wird der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung Deutschlands nicht gerecht. Es muss der Wirtschaft leichter gemacht werden, mit den öffentlichen Stellen digital zu kommunizieren“, so der Präsident des BITKOM Prof. August-Wilhelm Scheer. Aufgrund der EU-Dienstleistungsrichtlinie sei E-Government in Deutschland nicht mehr Kür, sondern Pflicht für die Verwaltung.

Eine zentrale Position der Dienstleistungsrichtlinie ist laut BTIKOM der so genannte „Einheitliche Ansprechpartner“, an den sich Firmen in Zukunft mit ihren vielfältigen Anliegen wenden können sollen. Der Einheitliche Ansprechpartner kümmert sich dann – über bestehende Verwaltungs- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg – um das Anliegen des Unternehmens. Durch eine Vielzahl von Umsetzungsvarianten drohe das ursprüngliche Ziel einer Vereinfachung für Unternehmen in Deutschland jedoch verfehlt zu werden.

 „Einige Bundesländer planen eine Lösung auf der kommunalen Ebene, andere auf Kreisebene, wieder andere möchten die Kammern als Ansprechpartner einschalten und manche sehen sogar die Schaffung neuer Anstalten öffentlichen Rechts vor“, berichtet der BITKOM. Wo von der EU jedoch ein Einheitlicher Ansprechpartner gefordert werde, braucht es Scheer zufolge nicht einer föderalen Vielfalt, sondern vielmehr einer einheitlichen nationalen Lösung.

Angaben der Statistikbehörde Eurostat zufolge sind die meisten Länder der EU beim Thema E-Government schon deutlich weiter: In Finnland beispielsweise kommunizieren mehr als 90 Prozent der Unternehmen online mit Behörden – und das laut BITKOM schon seit Jahren. Ähnliche Spitzenwerte erzielen Irland (89 Prozent), Dänemark (88 Prozent),  Luxemburg und die Slowakei (je 85 Prozent).

Quelle: Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM)

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