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News, 27.04.2009
E-Commerce
Fast jeder Achte hat im Internet schon was verkauft
Was privat nicht mehr gebraucht, wird immer häufiger im Internet veräußert. Laut BITKOM hat sich die Zahl der Deutschen, die das Internet schon einmal für private Verkäufe genutzt haben, seit 2002 fast vervierfacht. Dabei erfolgen die Privatverkäufe in der Regel über Kleinanzeigen und Auktionsplattformen.
Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) haben im Jahr 2008 mindestens 11 Millionen Deutsche zwischen 16 und 74 Jahren im Internet Waren oder Dienstleistungen verkauft. Damit hat im letzten Jahr fast jeder fünfte deutsche Internetnutzer (18%) dieser Altersgruppe das Internet als private Verkaufsplattform genutzt. Im Jahr 2004 hatte die Anzahl der privaten Web-Verkäufer noch neun Millionen (14%) und 2002 sogar nur drei Millionen (5%) betragen. Dies geht aus einer Auswertung europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor, über die der Hightech-Branchenverband heute berichtete.

Spitzenreiter bei den privaten Web-Verkäufen sind dem Bericht zufolge die Niederlande, wo inzwischen jeder vierte Onliner (25%) das Internet für Privatverkäufe nutzt. Der zweite Platz geht, dicht gefolgt von Deutschland, an die Dänen (19%). In den anderen EU-Ländern hält sich die Euphorie in Sachen private Web-Verkäufe demgegenüber noch in Grenzen, wonach EU-weit durchschnittlich nur jeder Zehnte dieser Altersgruppe das Web privat für den Verkauf von Waren oder Diensten nutzt. In Österreich tun dies sogar nur sieben Prozent der 16- bis 74-Jährigen. Schlusslichter im Ranking der privaten Web-Verkäufe sind dem Bericht zufolge die südosteuropäischen und baltischen Staaten.

Was Privatverkäufern recht ist, um die Haushaltkasse aufzustocken, ist für Online-Käufer dafür häufig billig. So einer Umfrage des BITKOM zufolge jeder dritte Deutsche durch den Gang ins Internet bereits beim Einkauf Geld gespart. Wie  BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer berichtet, werde das Internet jedoch nicht nur als Schnäppchenmeile genutzt, sondern auch als Plattform für hochwertige und seltene Angebote, da viele Artikel im stationären Handel nicht oder nur schwer zu finden seien.

Um (private) Verkäufe über Auktionsplattformen attraktiv und rechtlich sicher gestalten, gibt es jedoch für Anbieter einige Dinge zu beachten. Der Verband gibt hierzu folgende 10 Tipps:
 
1. Die richtige Plattform und Kategorie

Besonders Neulinge sollten sich etwas Zeit nehmen für die Wahl der richtigen Plattform und Kategorie. Bei großen Auktionshäusern ist die Zahl möglicher Käufer besonders hoch – und die Chance, einen guten Preis zu erzielen. Anbieter sollten darauf achten, ihre Ware in der richtigen Kategorie oder Rubrik einzustellen, damit sie leicht gefunden wird. Teilweise ist es möglich, Artikel in mehreren Rubriken anzubieten. Für spezielle Artikel, die eher ein Fachpublikum interessieren, eignen sich auch Online-Diskussionsforen als Verkaufsplattform. So haben viele Hobby-Foren eine Rubrik für private Verkäufe.
 
2. Schlagzeile und Artikelbeschreibung

In knapper Form das Wichtigste sagen – darauf kommt es beim Titel einer Auktion oder der Schlagzeile einer Annonce an. Erfahrene Anbieter nutzen den begrenzten Platz der Überschrift, um das Produkt genau zu benennen und eine erste Info über den Zustand zu geben („neu“, „gut erhalten“, „Herstellergarantie“ etc.). Ausführlicher kann die Ware im Haupttext beschrieben werden. Überlegen Sie, was Sie als Käufer selbst gern wüssten. Typische Angaben sind Marke, Produkttyp, Zustand, Eigenschaften und Funktionen, Abmessungen und Farbe. Sehen Sie sich auch Angebote anderer Verkäufer an – oft lässt sich daraus lernen.
 
3. Wahrheitsgemäße Angaben

Ein flott und attraktiv formulierter Angebotstext hilft beim Verkauf – doch die Wahrheit darf nicht zu kurz kommen. Auch private Anbieter sind zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet. Wenn ein Handy wochenlang im Gebrauch war und kleine Kratzer hat, darf es nicht als „wie neu“ versteigert werden. Wer so flunkert, riskiert neben Haftungsansprüchen des Käufers auch eine negative Bewertung und damit seinen guten Ruf.
 
4. Fotos und Urheberrecht

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – das gilt auch für private Online-Angebote. Nehmen Sie sich Zeit und eine Digitalkamera, um bei gutem Licht Fotos von der Ware zu machen. Fotografieren Sie auch Details wie Zubehör oder Gebrauchsspuren. Gerade wenn es um wertvollere Artikel geht: Nutzen Sie die Möglichkeit, mehrere Bilder einzustellen. Das erleichtert Interessenten die Kaufentscheidung. Auch wenn es bequem erscheint: Kopieren Sie keine offiziellen Produktbilder, denn diese sind urheberrechtlich geschützt. Das gleiche gilt für fremde Texte – nicht nur von Herstellern, sondern auch von anderen Verkäufern bei Ebay & Co.
 
5. Markenrecht und Produktpiraterie

Wer eine No-Name-Uhr anbietet, sollte nicht schreiben, „im Rolex-Stil“. Das verletzt das Markenrecht des Luxusherstellers. Auch wichtig: Keine Plagiate anbieten! Wer im Urlaub eine gefälschte Markenhandtasche gekauft hat, macht sich strafbar, wenn er sie im Internet weiterverkauft.
 
6. Auktion oder Festpreis

Wohl nirgendwo ist der Online-Einkauf so spannend wie bei einer Auktion. Besonders gut kommt die Versteigerung in Gang, wenn der Startpreis niedrig angesetzt wird. Das senkt die Hemmschwelle zum Mitbieten. Deshalb werden bei Ebay & Co. auch wertvolle Produkte zum Startpreis von einem Euro angeboten. Bei seltenen und teuren Artikeln sollten sich Anbieter überlegen, ob sie das Risiko eingehen können, unter Wert zu verkaufen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt einen Verkauf zum Festpreis. Das ist auch bei Auktionshäusern zunehmend beliebt und wird bisher überwiegend von gewerblichen Anbietern genutzt.
 
7. Zahlungsmethoden und Vertrauen

Die meisten privaten Online-Verkäufer verlangen Vorkasse: Der neue Besitzer überweist zuerst den Betrag, dann wird die Ware versandt. Das ist für den Anbieter am bequemsten, setzt aber einiges an Vertrauen voraus. Gute Bewertungen von bisherigen Handelspartnern helfen dabei. Wenn möglich, bieten Sie mehrere Zahlungsoptionen an – neben der Vorab-Überweisung zum Beispiel auch die persönliche Übergabe in Ihrer Stadt. Oder Sie bieten an, dass die Transaktion über einen speziellen Bezahlservice läuft, der einen Käuferschutz beinhaltet. So können Anbieter signalisieren, dass der Kauf bei ihnen kein Risiko darstellt.
 
8. Versandoptionen

Vom Brief über das Postpaket bis hin zum Spediteur – je nach Größe und Wert eines Artikels kommen mehrere Versandarten in Frage. Wenn es nicht gerade um Billigware im einstelligen Euro-Bereich geht, sollten Anbieter eine versicherte Versandform wählen. So ist zum Beispiel der Inhalt von Paketen und Einschreiben bis zu einem bestimmten Betrag versichert, und die Auslieferung wird vom Postboten protokolliert. Damit lassen sich Missverständnisse vermeiden, falls eine Sendung einmal nicht ankommen sollte oder der Inhalt unterwegs beschädigt wird.
 
9. Widerrufsrecht und Gewährleistung

Privatverkäufer müssen kein Widerrufs- und Rückgaberecht einräumen. Nur gewerbliche Anbieter sind dazu verpflichtet. Anders als Gewerbetreibende können Privatpersonen zudem die gesetzliche Gewährleistung ausschließen. Es genügt der Hinweis „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft“. Sonst müsste etwa ein privater Autoverkäufer zwei Jahre lang für Defekte geradestehen. Unwirksam wird der Ausschluss der Gewährleistung aber, wenn der Verkäufer einen Mangel verschweigt oder falsche Angaben macht.
 
10. Schnelle Antwort auf Fragen

Auch wenn der Auktionstext noch so gewissenhaft formuliert ist, irgendein Interessent hat bestimmt eine Zusatzfrage. Antworten Sie möglichst rasch, damit er Ihre Versteigerung im Auge behält. Teilweise können Sie die Antworten als Anhang zu Ihrem Auktionstext für alle sichtbar ins Netz stellen – und damit weiteren Fragen zuvorkommen.
 

Quelle: BITKOM

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